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Fr, 6. Juli 2012, 13:30

Gesellschaft::Wissenschaft

Linux »entscheidend« an Entdeckung des Higgs-Bosons beteiligt

Über 92 Prozent der schnellsten Rechner der Welt laufen unter Linux - da verwundert es nicht, dass das freie Betriebssystem auch bei der Entdeckung des Higgs-Bosons eine entscheidende Rolle spielte.

Am 4. Juli verkündeten die Wissenschaftler am Large Hadron Collider (LHC) des CERN in Genf, dass sie mit einer Wahrscheinlichkeit von 5 Sigma das lange gesuchte Higgs-Boson entdeckt haben. Dies bedeutet eine Fehlerwahrscheinlichkeit von weniger als einem Millionstel, was bedeutet, dass der Nachweis mit ziemlicher Sicherheit gelungen ist. Damit hat der LHC die Hauptaufgabe, für die er gebaut wurde, in spektakulärer Weise erfüllt und das letzte Teilchen im Standardmodell, dessen Existenz noch nicht bestätigt war, nachgewiesen. Eines der nächsten Ziele der Wissenschaftler ist nun, die Eigenschaften des Higgs-Bosons genauer zu vermessen.

Über 92 Prozent der schnellsten Rechner der Welt laufen unter Linux - da verwundert es nicht, dass das freie Betriebssystem auch bei der Entdeckung des Higgs-Bosons an mehreren Stellen eine entscheidende Rolle spielte. Ein Physiker des CERN wies in einen kurzen Beitrag auf Reddit noch einmal ausdrücklich darauf hin. Linux und andere freie Software, beispielsweise ROOT, werde bei CERN für die tägliche Datenanalyse eingesetzt. Darüber hinaus spiele es eine entscheidende Rolle für die Grid-Rechner und die rechenintensiven Aufgaben bei CERN.

Für die Datenanalyse könnte auch Windows verwendet werden, so der Beitrag. Doch die Physiker nutzen lieber Linux, da es diese Aufgabe am besten erledige. Im Bereich der Hochleistungsrechner kommt dabei überwiegend Scientific Linux zum Einsatz, das sich nur durch wenige Änderungen und Ergänzungen von Red Hat Enterprise Linux unterscheidet und an dessen Entwicklung CERN beteiligt ist. Dieses System war laut dem Physiker beim größten Teil der Analysen im Einsatz, die zur Entdeckung des Higgs-Bosons führten.

Neben Scientific Linux kommt nach Angaben des Physikers auch Ubuntu zum Einsatz, allerdings nennt er für Ubuntu keinen spezifischen Anwendungsfall. Die Linux-Support-Seite von CERN widmet sich überwiegend Scientific Linux und erwähnt Ubuntu nicht.

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