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Fr, 20. Juli 2012, 14:41

Software::Desktop

Firefox 15 Beta benötigt deutlich weniger Speicher

Mozilla hat eine erste Betaversion von Firefox 15 veröffentlicht. Bei dieser haben die Entwickler im Rahmen des Projekts »Memshrink« vor allem die Speichernutzung von Erweiterungen optimiert, was Firefox schneller machen soll. Darüber hinaus hat Mozilla Firefox mit einigen neuen Entwicklerwerkzeugen und der Möglichkeit, PDF ohne Plugins anzeigen zu können, ausgerüstet.

Mozilla Foundation

Die Beta-Version von Firefox 15 steht ab sofort auf der Firefox-Beta-Seite für Linux, Windows und Mac OS X zum Herunterladen zur Verfügung.

Der mitunter enorme Speicherverbrauch, der insbesondere bei vielen installierten Erweiterungen und gleichzeitig geöffneten Fenstern auch in den GB-Bereich anwächst und nicht nur das Gesamtsystem bremst, sondern auch zu allerlei merkwürdigen Seiteneffekten in Firefox selbst führt, ist ein seit Langem bekanntes Problem, welches dem ansonsten sicheren und funktionsreichen Browser schon viel Kritik beschert hat. Das Phänomen resultiert unter anderem daraus, dass Erweiterungen bei zunehmender Laufzeit immer mehr Speicher belegen, weil sie ungenutzte Speicherbereiche beim Entladen nicht korrekt wieder freigeben. Zwar hatte Mozilla ein ähnliches Verhalten in Firefox selbst bereits abgestellt, das Problem bei Erweiterungen blieb aber bestehen, bzw. rückt dadurch sogar mehr in den Vordergrund. Mozilla hat das unerwünschte Verhalten sogar in so populären Erweiterungen wie Adblock Plus oder Video Downloadhelper diagnostiziert.

Unter der Bezeichnung »Memshrink« arbeiten die Mozilla-Enwickler schon länger an einer Lösung des Problems, die auch ohne Anpassung der beteiligten Erweiterungen funktionieren soll, wenn auch inzwischen viele davon von ihren Programmierern korrigiert wurden. Die Anzahl an Erweiterungen ist aber so groß und unüberschaubar, dass sich Mozilla offenbar genötigt sah, eine allgemeine Lösung für das Problem in Firefox zu integrieren. Dass der Prozess Zeit brachte, lag laut Mozilla schlicht daran, dass man zunächst Werkzeuge entwickeln musste, mit denen sich die Verursacher der hohen Speicherauslastung ermitteln ließen.

Die neue Betaversion von Firefox 15 macht in Bezug auf die Speichernutzung spürbaren Fortschritte, vor allem wenn der Browser ohne Neustart lange läuft oder sehr viele Erweiterungen zum Einsatz kommen. Der Mozilla-Entwickler Nicholas Nethercote konnte zudem mit »Membench« die Verbesserungen bei Firefox messen und dokumentieren. Demnach belegten Firefox 14 und Firefox 15 mit der Erweiterung »McAfees SiteAdvisor 3.4.1« bei 150 automatisch geöffneten Tabs mit 1730 MB und 1793 MB etwa ähnlich viel Speicher. Der Wert sank jedoch nach dem Schließen der 150 Tabs bei Firefox 14 nur auf 1531 MB gegenüber 374 MB bei Firefox 15, eine Erfahrung, die auch erste Anwender bestätigen.

Die optimierte Speichernutzung ist aber nicht die einzige Neuerung. Im Rahmen der Implementierung des Performance API haben die Entwickler die Zeitmessung von Firefox verbessert, so dass der Browser nun Zeiten auf eine Tausendstelsekunde genau messen kann. Ferner bietet Firefox 15 als einer der ersten Browser jetzt eine native PDF-Unterstützung, die auf »pdf.js« beruht, einer Javascript-Bibliothek, die PDF-Dateien per Javascript umwandelt, so dass der Browser sie direkt anzeigt. Zudem spielt der Browser mithilfe des HTML5-Audio-Tags Dateien im Opus-Format ab, das kurz davor steht, von der IETF als Internetstandard verabschiedet zu werden. Darüber hinaus haben die Firefox-Entwickler die CSS-Eigenschaft »word-break« implementiert, mit deren Hilfe sich festlegen lässt, ob ein Zeilenumbruch in Texten zugelassen wird.

Ferner bringt Firefox 15 eine Reihe interessanter Funktionen für Webentwickler. So unterstützt der Browser im Zusammenhang mit WebGL komprimierte Texturen. Darüber hinaus enthält Firefox 15 einen integrierten Javascript-Debugger, der laut Mozilla nur minimal negative Auswirkungen auf die Geschwindigkeit von Javascript-Anwendungen hat und sich auch über ein lokales Netzwerk nutzen lässt, um etwa Apps auf anderen Geräten, z.B. Android-Mobiltelefonen, mit Firefox zu inspizieren. Firefox 15 bringt auch den von Paul Rouget entwickelten »Responsive Modus« mit, der sich über das Webentwickler-Menü von Firefox aufrufen lässt und das beliebige Verändern der Größe einer Webseite ermöglicht, wobei Firefox die Größe in Pixeln anzeigt und es außerdem erlaubt, bestimmte Auflösungen gezielt anzugeben. Da sich die Darstellung der Webseite dynamisch an die zur Verfügung stehende Fläche anpasst, können Entwickler einfach testen, wie ihre Webseite bei kleineren Auflösungen aussieht. Ebenfalls im Webentwickler-Menü verbirgt sich die neue Layout-Ansicht, die Teil des ebenfalls hier zu findenden »Inspectors« ist. Der zeigt eine visuelle Darstellung der Größe eines Elements der Webseite. So ist leicht erkennbar, wie sich die Gesamtgröße aus Rändern, Abständen und dem eigentlichen Element zusammensetzt. Schließlich haben die Entwickler auch den Javascript-JIT-Compiler Jaegermonkey verbessert, was die Ausführung von Javascript weiter beschleunigen soll.

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