... dann wird das auch automatisch gravierende Auswirkungen auf den Markt der Linux-Distributionen haben.
Im Moment entwickelt Valve ja Steam unter bzw. für Ubuntu 12.04. L4D wird ebenfalls darunter entwickelt und getestet. Valve hat ja schon verlauten lassen, dass sie andere Entwickler dabei unterstützen möchte ihre Spiele ebenfalls auf Linux zu portieren.
Um die Sache möglichst einfach zu machen, wird das präferierte Entwicklungssystem mit ziemlicher Sicherheit ebenfalls Ubuntu 12.04 sein. Andere Distributionen bleiben dann außen vor bzw. werden nur sehr stiefmütterlich behandelt. Es ist schon schwer genug, Bugs auf einer Plattform zu finden und beseitigen, wenn dann aber die verschiedenen Versionen der Bibliotheken hinzukommen inklusive unterschiedlicher Treiber -und Kernelversionen, wird die Sache noch schwerer. Und gerade bei Spielen sind die Benutzer nicht so leicht bereit Bugs zu akzeptieren.
Alternative Distributionen werden dadurch nicht explizit unterstützt und Bugreports und Foreneinträge werden möglicherweise mit dem Hinweis "Bitte benutzen sie Ubuntu 12.04" abgewiesen. Man würde quasi dazu gezwungen Ubuntu 12.04 zu benutzen um Steam fehlerfrei benutzen zu können.
In letzter Konsequenz könnte das wohl dazu führen, dass Ubuntu sich immer mehr verbreitet und sich zur präferierten Distribution für Spieler entwickelt und im Heimbereich den Linux-Markt für Jahre beherrscht.
Ob das jetzt gut oder schlecht ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.
In letzter Konsequenz könnte das wohl dazu führen, dass Ubuntu sich immer mehr verbreitet und sich zur präferierten Distribution für Spieler entwickelt und im Heimbereich den Linux-Markt für Jahre beherrscht.
Fände ich gut. Es gibt eh viel zu viele Desktop-Distributionen. Auswahl ist gut aber zu viel Auswahl sorgt nur dafür, dass sich die begrenzte Entwicklerzeit auf zu viele Projekte verteilt. Wenn sich endlich mal eine Distribution durchsetzen würde (muss nicht unbedingt Ubuntu sein), dann würde die Arbeitszeit endlich mal gebündelt werden.
Nichts, mich stört nur, dass es zu viele Distributionen gibt und KEINE davon wirklich problemlos funktioniert.
Wenn man mal ehrlich ist, dann bieten doch eh alle Distributionen das gleiche an. Die Unterschiede sind marginal und nur Nerds können sich darüber streiten ob X oder Y besser ist. Für den Anwender sind sie all gleich schlecht, denn keine Distribution ist wirklich problemfrei.
Wenn sich endlich mal eine Distribution durchsetzen würde, dann würden hoffentlich mal die letzten Ungereimtheiten gefixt werden, so dass wenigstens eine Distribution mal problemlos funktioniert.
> Wenn sich endlich mal eine Distribution durchsetzen würde,
Das wird nie passieren. Es ist ein offenes System, an dem viele Entwickler ihre Ideen einbringen (und testen) können. So wird es automatisch auch _immer_ alternative Distributionen und Anwendungen geben. Das ist der Unterschied zu einem kommerziellem System, denn dort gibt es Vorgaben.
Sieh dir doch alleine mal z.B. die Situation mit des SysInit-Systemen unter Linux an. Eine lange Zeit wurde von den meisten Distributionen SysVinit verwendet. Da es aber nicht mehr den Anforderungen gerecht wurde, kamen in den letzten Jahren mehr und mehr Alternativen hervor. Einige Distributionen und Entwickler(gruppen) brachten ihre eigenen Vorstellungen eines SysInit-Systems hervor, und haben mit der Entwicklung angefangen. Und so sind z.B. openrc, upstart und systemd entstanden. Und da die Nutzer (und Distributionen) unterschiedliche Bedürfnisse und Anforderungen haben, wenden die einzelnen auch das entsprechende System an, das zu ihnen am besten passt. Und wenn ein System auf zuspruch von anderen trifft, werden sich auch weitere Entwickler und Nutzer finden. Und somit entwickelt es sich immer weiter. Und schon hat man viele Systeme, die im Grund dieselbe Funktionalität abdecken. Und jedes System mit den eigenen Vor- und Nachteile.
Da das ganze so offen ist, und sich die Entwicklung in so viele Richtungen verzeigen kann ,kann man das nun als Nachteil ansehen. Aber es kann auch sehr wohl ein Vorteil sein. Denn Entwickler und Nutzer haben die Möglichkeit ihre eigene Ideen zu verwirklichen. Bei einem geschlossenem System geht dies nicht oder nur eingeschränkt. Und unter diesen Ideen können ja auch wirklich tolle und gute Ideen sein, die einem Hersteller eines kommerziellen Systems so möglicherweise nie kommen würde.
> Wenn sich endlich mal eine Distribution durchsetzen würde,
Das wird nie passieren.
Wir werden sehen. Wenn erstmal die meisten Softwarehersteller einfach nur ein oder zwei Distributionen supporten, dann erledigt sich dieses Gefrickel von ganz alleine.
Das deutet sich ja schon mit Steam an. Es wird sich noch zeigen müssen, ob die jemals mehrere Distributionen offiziell unterstützen. Bisher sind das ja nur Lippenbekenntnisse und ehrlich gesagt hoffe ich, dass es dabei bleibt. Es wird endlich mal Zeit, dass es eine vernünftige Distribution gibt auf die sich dann auch die ganzen Softwareprojekte konzentrieren können.
Valve hat in keinster Weise erwähnt das Sie es nur für Ubuntu entwickeln. Es wird am Ende für so ziemlich jede Distri zur verfügung stehen laut Valve. Aber um Fuß zu fassen in der Linux Welt brauchen sie eine stabile Grundlage und deswegen kommt es zuerst nur für Ubuntu und auch erstmal nur ein Spiel.
Valve hat nunmal verstanden das man nicht an tausend Ecken anfangen sollte wenn man etwas qualitativ gutes produzieren will.
Valve hat in keinster Weise erwähnt das Sie es nur für Ubuntu entwickeln.
Das stimmt.
Es wird am Ende für so ziemlich jede Distri zur verfügung stehen laut Valve.
Stimmt nicht ganz:
This doesn’t mean that Ubuntu will be the only distribution we support. Based on the success of our efforts around Ubuntu, we will look at supporting other distributions in the future.
Ich glaube kaum, dass Valve solche Nischen-Distributionen wie Arch oder Gentoo bedienen wird. Sie werden sich, wenn überhaupt, auf die großen Drei (Fedora, OpenSuSE und Ubuntu) konzentrieren.
Ja, und dann … sind in den Abhängigkeiten 10.000 andere AUR-Pakete definiert, weil definitiv libterroregoshooter-0.3.so benötigt wird, die von der Distro ausgelieferte aber schon in der Version 0.5 vorhanden ist. Siehe vala-010 und andere Kuriositäten.
Das ist in meinen Augen halt der Nachteil des Linux-Paketmanagement-Systems (habe auch grade einen audacious-Installationskrampf unter CentOS hinter mir), von daher hielte ich es auch nicht verkehrt, wenn sich die Entwickler nicht alles bedienen. Muß man halt zum Spielen sein Ubuntu im Dualboot hochfahren
Von anyoneirgendwer am Do, 26. Juli 2012 um 21:17 #
Das stört mich als Gentoouser nicht im geringsten, weil ich das auch einfach nicht erwarten kann. Ich bin sicher, dass ich Steam auch unter Gentoo problemlos zum laufen kriege, wenn auch vielleicht mit etwas Aufwand.
Aber da ich weiss dass Gentoo niemals Mainstream wird ist mir auch völlig klar, dass man diese Distribution nicht supporten wird.
Aber eben nicht in dieser Form. Unter Gentoo kommt z.B. noch das dazu, was ich liebevoll "Optimierungswahn" nenne. Auch wenn schon seit Jahren im Gentoo-Forum davor gewarnt wird allzu exotische Compiler-Optimierungsoptionen zu verwenden, hält das die Anwender nicht davon ab sie trotzdem einzusetzen. Die Konsequenz sind Fehler, die man nur sehr schwer nachvollziehen kann. Dazu kommen bei RR-Distributionen noch solche Nettigkeiten, wie sich ständig ändernde Bibliotheksversionen bis hinzu kompletten API/ABI-Brüchen.
Soll ein Entwickler einem Benutzer z.B. mitteilen, dass er die Funktionsfähigkeit seines Programms nur für den Stand 27.07.2012 der RR-Distribution garantiert, was danach kommt, liegt aber außerhalb seines Einflussbereiches? Da ist es doch einfacher zu sagen "Benutzt die Version X der Distribution Y, welche mehrere Jahre unterstützt wird und ich garantiere auch für die Funktion meines Programms in diesem Zeitraum".
Aber wenn die Spiele und/oder Steam als Binärprogramme ausgeliefert werden, dann kann der Nutzer da ja nichts optimieren. Außerdem gibt es z.B. bei Gentoo bei den ebuilds schon lange die Möglichkeit, die im System (make.conf) konfigurierten cflags mit denen im ebuild zu überschreiben. So kann der package-maintainer sicherstellen, das bei den entsprechenden Anwendungen/Libs auch wirklich die passenden cflags verwendet werden. Wenn ein Nutzer diese vorgaben ignorieren möchte, gibt es bei diesen ebuilds auch das use-flag "custom-cflags". Aber das ist ja dann auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin, da muss er mit Problemen rechnen. Und wenn es zu viele Probleme mit alternativen cflags gibt, kann der package-maintainer dieses use-flag auch einfach gar nicht erst verwenden.
Ich stimme dem zu, dass es für einen Hersteller einfacher ist, wenn er nur eine Distribution unterstützt. Aber ich sehe hier keine so großen Probleme wie du, wenn auch gänzlich andere Distributionen (binäre, source-basierte, ...) unterstützt werden. Ebenso scheint es mir dass du irgendwie Angst davor hast, wenn dir als Nutzer zu viele Optionen und Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Denn sonst hättest du nicht auf die Problematik mit den Compiler-Optimierungen hingewiesen. Ich bin mir sicher dass sich die meisten Gentoo-Nutzer bewusst sind, das es durch das sehr flexible System (Portage) auch zu vielen Problemen kommen kann.
Ich verwende Gentoo seit nun etwa 8-9 Jahre, und setze es immer noch sehr gerne ein. Im Moment gibt mir Portage z.B. einen Hinweis, dass die aktuell installierte Chrome-Version (21.0.1180.55_beta148257, wird Binär ausgeliefert) noch eine ältere "libudev" verwendet, obwohl ich schon eine neuere udev-Version installiert habe. Aber Portage (ab v2.2) bietet ja die Möglichkeit, die ältere Bibliothek so lange zu behalten, wie eine Anwendung sie benötigt. Erst sobald ich eine Chrome-Version Installiere, die die neuere lib verwendet, und kein anderes Programm diese Lib mehr benötigt, löscht Portage sie automatisch. Aber so lange kann ich Chrome immer noch wie gewohnt weiterverwenden, obwohl ich schon längst eine neuere udev-Version Installiert habe.
Von besser als nichts am Do, 26. Juli 2012 um 14:02 #
Wenn die Firmen erstmal die Spiele nur für Ubuntu entwickeln, fällt ja auch für die anderen Distros auch was ab. Z.B. bessere Grafiktreiber, Wenn du Nutzerzahl entsprechend steigt, ziehen diese Treiber vielleicht mit den Windowstreibern gleich.
Das mag sein, aber der Punkt es einfach der, dass nicht nur die Treiber ein Problem darstellen. Heute ist es ja so, dass viele externe Programme ihre eigenen Versionen von Bibliotheken mit ausliefern, weil die Entwickler nicht sicher sein können, ob die Bibliothek überhaupt auf dem System vorhanden ist und falls ja, ob die vorhandene Version fehlerfrei mit dem Programm zusammenarbeitet.
Legt man sich dagegen auf eine Version einer Distribution fest, dann fiele dieses Problem schon einmal weg, da man sich nur auf die vorhandenen Bibliotheken konzentrieren könnte. Tests werden dadurch viel einfacher und Bugs lassen sich schneller finden und beseitigen.
Große Firmen wie z.B. IBM, SAP oder Oracle zertifizieren ihre Software ja auch nur für bestimmte Distribution und Versionen und leisten dann auch nur für diese Support.
Damit andere Distributionen und auch die gesamte Open-Source-Welt davon profitieren kann, muss Canonical mehr "Upstream" arbeiten. In der Vergangenheit wurde oft gesagt, dass die Bugreports, Patches und co, die auf Launchpad sind, nicht den eigentlichen Projekten zugeschickt wurden. Natürlich wurden auch Aktionen gestartet, um diese in den Upstream zu integrieren.
Außerdem haben die Intel-Entwickler durch die Zusammenarbeit mit Valve viele Bugs ausbessern können. Auch Valve hat davon profitiert, indem sie Verbesserungen in deren Engine machen konnten. Das ging nur durch den Zugriff auf den Quelltext der Treiber, die ja offen sind.
Das mit dem upstream finde ich auch gut. Canoncial ist nicht verpflichtet irgendwas zu machen, aber Sie tun es, jedoch ist upstream stur und vielleicht haben die Leute von Canoncial deshalb einfach keine Lust mehr sich mit upstream auseinander zu setzen. Upstream kann ja auch einfach die Ubuntu patches downloaden und integrieren.
... dann wird das auch automatisch gravierende Auswirkungen auf den Markt der Linux-Distributionen haben.
Im Moment entwickelt Valve ja Steam unter bzw. für Ubuntu 12.04. L4D wird ebenfalls darunter entwickelt und getestet. Valve hat ja schon verlauten lassen, dass sie andere Entwickler dabei unterstützen möchte ihre Spiele ebenfalls auf Linux zu portieren.
Um die Sache möglichst einfach zu machen, wird das präferierte Entwicklungssystem mit ziemlicher Sicherheit ebenfalls Ubuntu 12.04 sein. Andere Distributionen bleiben dann außen vor bzw. werden nur sehr stiefmütterlich behandelt. Es ist schon schwer genug, Bugs auf einer Plattform zu finden und beseitigen, wenn dann aber die verschiedenen Versionen der Bibliotheken hinzukommen inklusive unterschiedlicher Treiber -und Kernelversionen, wird die Sache noch schwerer. Und gerade bei Spielen sind die Benutzer nicht so leicht bereit Bugs zu akzeptieren.
Alternative Distributionen werden dadurch nicht explizit unterstützt und Bugreports und Foreneinträge werden möglicherweise mit dem Hinweis "Bitte benutzen sie Ubuntu 12.04" abgewiesen. Man würde quasi dazu gezwungen Ubuntu 12.04 zu benutzen um Steam fehlerfrei benutzen zu können.
In letzter Konsequenz könnte das wohl dazu führen, dass Ubuntu sich immer mehr verbreitet und sich zur präferierten Distribution für Spieler entwickelt und im Heimbereich den Linux-Markt für Jahre beherrscht.
Ob das jetzt gut oder schlecht ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Fände ich gut. Es gibt eh viel zu viele Desktop-Distributionen. Auswahl ist gut aber zu viel Auswahl sorgt nur dafür, dass sich die begrenzte Entwicklerzeit auf zu viele Projekte verteilt. Wenn sich endlich mal eine Distribution durchsetzen würde (muss nicht unbedingt Ubuntu sein), dann würde die Arbeitszeit endlich mal gebündelt werden.
Es gibt eh viel zu viele Desktop-Distributionen.
Was stört Dich denn meine Lieblingsdistro?
lg
Erik
Nichts, mich stört nur, dass es zu viele Distributionen gibt und KEINE davon wirklich problemlos funktioniert.
Wenn man mal ehrlich ist, dann bieten doch eh alle Distributionen das gleiche an. Die Unterschiede sind marginal und nur Nerds können sich darüber streiten ob X oder Y besser ist. Für den Anwender sind sie all gleich schlecht, denn keine Distribution ist wirklich problemfrei.
Wenn sich endlich mal eine Distribution durchsetzen würde, dann würden hoffentlich mal die letzten Ungereimtheiten gefixt werden, so dass wenigstens eine Distribution mal problemlos funktioniert.
> Wenn sich endlich mal eine Distribution durchsetzen würde,
Das wird nie passieren. Es ist ein offenes System, an dem viele Entwickler ihre Ideen einbringen (und testen) können. So wird es automatisch auch _immer_ alternative Distributionen und Anwendungen geben. Das ist der Unterschied zu einem kommerziellem System, denn dort gibt es Vorgaben.
Sieh dir doch alleine mal z.B. die Situation mit des SysInit-Systemen unter Linux an. Eine lange Zeit wurde von den meisten Distributionen SysVinit verwendet. Da es aber nicht mehr den Anforderungen gerecht wurde, kamen in den letzten Jahren mehr und mehr Alternativen hervor. Einige Distributionen und Entwickler(gruppen) brachten ihre eigenen Vorstellungen eines SysInit-Systems hervor, und haben mit der Entwicklung angefangen. Und so sind z.B. openrc, upstart und systemd entstanden. Und da die Nutzer (und Distributionen) unterschiedliche Bedürfnisse und Anforderungen haben, wenden die einzelnen auch das entsprechende System an, das zu ihnen am besten passt. Und wenn ein System auf zuspruch von anderen trifft, werden sich auch weitere Entwickler und Nutzer finden. Und somit entwickelt es sich immer weiter. Und schon hat man viele Systeme, die im Grund dieselbe Funktionalität abdecken. Und jedes System mit den eigenen Vor- und Nachteile.
Da das ganze so offen ist, und sich die Entwicklung in so viele Richtungen verzeigen kann ,kann man das nun als Nachteil ansehen. Aber es kann auch sehr wohl ein Vorteil sein. Denn Entwickler und Nutzer haben die Möglichkeit ihre eigene Ideen zu verwirklichen. Bei einem geschlossenem System geht dies nicht oder nur eingeschränkt. Und unter diesen Ideen können ja auch wirklich tolle und gute Ideen sein, die einem Hersteller eines kommerziellen Systems so möglicherweise nie kommen würde.
Wir werden sehen. Wenn erstmal die meisten Softwarehersteller einfach nur ein oder zwei Distributionen supporten, dann erledigt sich dieses Gefrickel von ganz alleine.
Das deutet sich ja schon mit Steam an. Es wird sich noch zeigen müssen, ob die jemals mehrere Distributionen offiziell unterstützen. Bisher sind das ja nur Lippenbekenntnisse und ehrlich gesagt hoffe ich, dass es dabei bleibt. Es wird endlich mal Zeit, dass es eine vernünftige Distribution gibt auf die sich dann auch die ganzen Softwareprojekte konzentrieren können.
Valve hat in keinster Weise erwähnt das Sie es nur für Ubuntu entwickeln. Es wird am Ende für so ziemlich jede Distri zur verfügung stehen laut Valve. Aber um Fuß zu fassen in der Linux Welt brauchen sie eine stabile Grundlage und deswegen kommt es zuerst nur für Ubuntu und auch erstmal nur ein Spiel.
Valve hat nunmal verstanden das man nicht an tausend Ecken anfangen sollte wenn man etwas qualitativ gutes produzieren will.
Ich schätze sobald es Binär Repositories bei Ubuntu oder Valve gibt dauert das 2 Tage bis zum Gentoo ebuild und zum Arch AUR PKGBUILD
Ja, und dann … sind in den Abhängigkeiten 10.000 andere AUR-Pakete definiert, weil definitiv libterroregoshooter-0.3.so benötigt wird, die von der Distro ausgelieferte aber schon in der Version 0.5 vorhanden ist. Siehe vala-010 und andere Kuriositäten.
Das ist in meinen Augen halt der Nachteil des Linux-Paketmanagement-Systems (habe auch grade einen audacious-Installationskrampf unter CentOS hinter mir), von daher hielte ich es auch nicht verkehrt, wenn sich die Entwickler nicht alles bedienen. Muß man halt zum Spielen sein Ubuntu im Dualboot hochfahren
Das stört mich als Gentoouser nicht im geringsten, weil ich das auch einfach nicht erwarten kann. Ich bin sicher, dass ich Steam auch unter Gentoo problemlos zum laufen kriege, wenn auch vielleicht mit etwas Aufwand.
Aber da ich weiss dass Gentoo niemals Mainstream wird ist mir auch völlig klar, dass man diese Distribution nicht supporten wird.
Und? Die Abhaengigkeiten hast du unter Ubuntu auch. Gute Spiele sind nun mal gross and MB. Whats the problem?
Dazu kommen bei RR-Distributionen noch solche Nettigkeiten, wie sich ständig ändernde Bibliotheksversionen bis hinzu kompletten API/ABI-Brüchen.
Soll ein Entwickler einem Benutzer z.B. mitteilen, dass er die Funktionsfähigkeit seines Programms nur für den Stand 27.07.2012 der RR-Distribution garantiert, was danach kommt, liegt aber außerhalb seines Einflussbereiches? Da ist es doch einfacher zu sagen "Benutzt die Version X der Distribution Y, welche mehrere Jahre unterstützt wird und ich garantiere auch für die Funktion meines Programms in diesem Zeitraum".
Aber wenn die Spiele und/oder Steam als Binärprogramme ausgeliefert werden, dann kann der Nutzer da ja nichts optimieren. Außerdem gibt es z.B. bei Gentoo bei den ebuilds schon lange die Möglichkeit, die im System (make.conf) konfigurierten cflags mit denen im ebuild zu überschreiben. So kann der package-maintainer sicherstellen, das bei den entsprechenden Anwendungen/Libs auch wirklich die passenden cflags verwendet werden. Wenn ein Nutzer diese vorgaben ignorieren möchte, gibt es bei diesen ebuilds auch das use-flag "custom-cflags". Aber das ist ja dann auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin, da muss er mit Problemen rechnen. Und wenn es zu viele Probleme mit alternativen cflags gibt, kann der package-maintainer dieses use-flag auch einfach gar nicht erst verwenden.
Ich stimme dem zu, dass es für einen Hersteller einfacher ist, wenn er nur eine Distribution unterstützt. Aber ich sehe hier keine so großen Probleme wie du, wenn auch gänzlich andere Distributionen (binäre, source-basierte, ...) unterstützt werden. Ebenso scheint es mir dass du irgendwie Angst davor hast, wenn dir als Nutzer zu viele Optionen und Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Denn sonst hättest du nicht auf die Problematik mit den Compiler-Optimierungen hingewiesen. Ich bin mir sicher dass sich die meisten Gentoo-Nutzer bewusst sind, das es durch das sehr flexible System (Portage) auch zu vielen Problemen kommen kann.
Ich verwende Gentoo seit nun etwa 8-9 Jahre, und setze es immer noch sehr gerne ein. Im Moment gibt mir Portage z.B. einen Hinweis, dass die aktuell installierte Chrome-Version (21.0.1180.55_beta148257, wird Binär ausgeliefert) noch eine ältere "libudev" verwendet, obwohl ich schon eine neuere udev-Version installiert habe. Aber Portage (ab v2.2) bietet ja die Möglichkeit, die ältere Bibliothek so lange zu behalten, wie eine Anwendung sie benötigt. Erst sobald ich eine Chrome-Version Installiere, die die neuere lib verwendet, und kein anderes Programm diese Lib mehr benötigt, löscht Portage sie automatisch. Aber so lange kann ich Chrome immer noch wie gewohnt weiterverwenden, obwohl ich schon längst eine neuere udev-Version Installiert habe.
Wenn die Firmen erstmal die Spiele nur für Ubuntu entwickeln, fällt ja auch für die anderen Distros auch was ab. Z.B. bessere Grafiktreiber, Wenn du Nutzerzahl entsprechend steigt, ziehen diese Treiber vielleicht mit den Windowstreibern gleich.
Das mag sein, aber der Punkt es einfach der, dass nicht nur die Treiber ein Problem darstellen. Heute ist es ja so, dass viele externe Programme ihre eigenen Versionen von Bibliotheken mit ausliefern, weil die Entwickler nicht sicher sein können, ob die Bibliothek überhaupt auf dem System vorhanden ist und falls ja, ob die vorhandene Version fehlerfrei mit dem Programm zusammenarbeitet.
Legt man sich dagegen auf eine Version einer Distribution fest, dann fiele dieses Problem schon einmal weg, da man sich nur auf die vorhandenen Bibliotheken konzentrieren könnte. Tests werden dadurch viel einfacher und Bugs lassen sich schneller finden und beseitigen.
Große Firmen wie z.B. IBM, SAP oder Oracle zertifizieren ihre Software ja auch nur für bestimmte Distribution und Versionen und leisten dann auch nur für diese Support.
Das, was Du suchst, heißt "Linux Standard Base" und löst genau diese Probleme, ohne sich an eine spezielle Distribution zu binden.
Ein Rad wird nicht runder, nur weil man es dauernd neu erfindet.
lg
Erik
Die LSB hinkt der aktuellen Entwicklung aber um einige Jahre hinterher und stellt auch nur den kleinsten gemeinsamen Nenner dar.
Damit andere Distributionen und auch die gesamte Open-Source-Welt davon profitieren kann, muss Canonical mehr "Upstream" arbeiten. In der Vergangenheit wurde oft gesagt, dass die Bugreports, Patches und co, die auf Launchpad sind, nicht den eigentlichen Projekten zugeschickt wurden. Natürlich wurden auch Aktionen gestartet, um diese in den Upstream zu integrieren.
Außerdem haben die Intel-Entwickler durch die Zusammenarbeit mit Valve viele Bugs ausbessern können. Auch Valve hat davon profitiert, indem sie Verbesserungen in deren Engine machen konnten. Das ging nur durch den Zugriff auf den Quelltext der Treiber, die ja offen sind.
Das mit dem upstream finde ich auch gut. Canoncial ist nicht verpflichtet irgendwas zu machen, aber Sie tun es, jedoch ist upstream stur und vielleicht haben die Leute von Canoncial deshalb einfach keine Lust mehr sich mit upstream auseinander zu setzen. Upstream kann ja auch einfach die Ubuntu patches downloaden und integrieren.
Gruss,
Damian