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Mo, 30. Juli 2012, 11:28

Gemeinschaft

Richard Stallmann über Steam für Linux

Richard Stallman hat sich auf gnu.org zu Valves Plänen geäußert, im Rahmen ihres Steam-Projektes kommerzielle Spiele unter Linux verfügbar zu machen. Im Großen und Ganzen ist Stallmann wenig erfreut darüber, wenn noch mehr unfreie Software unter Linux läuft, wägt aber auch Schaden und Nutzen eines solchen Unterfangens für die Verbreitung und Akzeptanz von Linux ab.

Richard Stallmann

bytesmedia.co.uk

Richard Stallmann

Valve, das unfreie Computerspiele mit digitaler Rechteverwaltung verkauft, hatte kürzlich angekündigt, seine Spiele auch unter Linux verfügbar zu machen. Stallmann stellt nun die Frage, welche guten und schlechten Auswirkungen das Unterfangen für Linux und seine Nutzer mit sich bringt. Hierbei räumt Stallman zunächst ein, dass die Verfügbarkeit von beliebten, unfreien Programmen jeder Art der Akzeptanz und Verbreitung von Linux im Allgemeinen förderlich sein könne. Die Ziele von GNU gingen aber weit über die Verbreitung des Systems um jeden Preis hinaus und bestünden in erster Linie darin, den Nutzern Freiheit zu bringen. Somit stelle sich die Frage, ob und wie eine solche Entwicklung die Freiheit der Linux-Nutzer beeinflusse.

Laut Stallmann sind unfreie Spiele, wie jede Art unfreier Software, unethisch, weil sie den Anwendern genau diese Freiheit vorenthalten. Die Voraussetzung für eine solche Freiheit sei, solche Spiele nicht auf dem eigenen Rechner zu akzeptieren. Wer dennoch beabsichtige, diese Spiele zu verwenden, sei aber trotzdem besser beraten, dies unter Linux anstatt unter MS Windows zu tun, weil er sich dann wenigstens nicht zusätzlich der Art von Freiheitsberaubung aussetze, die ihn ein Windows-System diktiere.

Demnach richtet die sich durch das Steam-Projekt abzeichnende Entwicklung Schaden und Nutzen gleichermaßen an. Der Ansatz von Valve ermutige den Benutzer, solche Spiele eher unter Linux zu installieren und damit indirekt, Windows durch Linux zu ersetzen. Laut Stallmans Einschätzung sei der direkte Nutzen momentan größer als der direkte Schaden. Allerdings dürfe eine indirekte Auswirkung nicht übersehen werden, nämlich welches Signal von der Verfügbarkeit und Nutzung dieser Spiele für die Menschen in der Gemeinschaft allgemein ausgehe, nämlich dass es jeder Linux-Distribution, die Software mit diesen Spielen anbiete, gar nicht in erster Linie um den Punkt Freiheit gehe. Allgemein stehe jede Form unfreier Software in Linux-Distributionen dem Freiheitsziel entgegen und das Zurverfügungstellen solcher Spiele in einer Distribution verstärke diese Auswirkung.

Wer sich sich also den Faktor Freiheit im Bewusstsein verinnerlicht, solle darauf achten, die Verfügbarkeit dieser Spiele unter Linux in Sinne der Unterstützung für GNU und die Free Software Foundation möglichst nicht weiter erwähnen. Viel sinnvoller sei es, über freie Spiele im Allgemeinen und Dinge wie den freien Spielwettbewerb Liberated Pixel Cup, das Free Game Development Forum oder die freie Spielenacht LibrePlanet Gaming Collective zu berichten.

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