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Di, 31. Juli 2012, 16:46

Software::Multimedia

KLANG will mehr Audio-Funktionen in den Kernel verlagern

Ein bisher unbekannter Autor hat ein neues Audiosystem angekündigt, das alle wesentlichen Audio-Funktionen in den Linux- bzw. FreeBSD-Kernel verlagern und eine einfache, an OSS orientierte Schnittstelle für Anwendungen anbieten will.

KLANG — Kernel Level Audio Next Generation heißt es auf einer Webseite, die ein unbekannter Autor publiziert hat. Der Autor ist unzufrieden mit der Trennung zwischen Kernel-Treibern (ALSA oder OSS4) und Audio-Routern wie PulseAudio oder JACK. Er stellt dem ein neues Audio-System gegenüber, das niedrige Latenzzeiten, vollständige Latenzkompensation und das Routen von Audio-Strömen zwischen Endpunkten bietet, wobei es bei den Endpunkten aus Sicht der Anwendungen keine Unterscheidung zwischen Hardware und Prozessen gibt.

Der Grund für den Entwurf eines neuen Audio-Systems ist für den Autor, dass die bestehenden Systeme Probleme mit der Latenz und der Synchronisation von Audio und Video aufweisen. Die Audio-Verarbeitung gehöre in den Kernel, weil schon Latenzzeiten von 4 ms sich im Sound hörbar auswirken. Immerhin gesteht er zu, dass die bisherige Trennung zwischen Kernel und Benutzerprozessen trotz der notwendigen Kontextwechsel recht gut funktioniert, zumindest solange nur wenige Prozesse involviert sind. Bei professionellen Anwendungen sieht er dagegen die Grenzen erreicht.

KLANG soll auch den Abstraktionsgrad für Anwendungen erhöhen. Nach Auffassung des Autors stellen die bestehenden Systeme wie ALSA lediglich die Hardware-Schnittstellen für die Anwendungen zur Verfügung. Das sei vergleichbar damit, dass Netzwerkanwendungen die TCP-Pakete selbst konstruieren müssten, um sie über das Netzwerk zu senden.

Der Autor sieht Audio hauptsächlich als Routingproblem, bei dem Signalquellen und -senken verbunden werden müssen. Audio-Anwendungen sollen mit Audio arbeiten, indem sie einfach einen Dateideskriptor öffnen, diesen mit ioctl konfigurieren und mit read und write Ein- und Ausgaben vornehmen. Dies ist im Wesentlichen das API von OSS4 (dem mittlerweile freien Open Sound System). Doch OSS4 bietet dem Autor zufolge keine Energieverwaltung, was es für mobile Geräte unbrauchbar macht, und kein MIDI. KLANG soll all das enthalten.

KLANG ist nach Angaben des Autors in Entwicklung, doch sei es noch zu instabil und experimentell für die erste Veröffentlichung. Eine Veröffentlichung als freie Software wird angestrebt, sobald es in den Grundzügen stabil ist und ein nativer Treiber für HD-Audio-Chips von Intel fertig ist. Der Autor würde das System später gerne in den Kernel einbringen, allerdings müssten neue Treiber für alle Audio-Chips geschrieben werden. Vielleicht wäre es nicht einmal viel Arbeit, diese Treiber aus den bestehenden für ALSA oder OSS abzuleiten, doch für Prognosen ist es noch zu früh.

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