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Do, 9. August 2012, 13:31

Software::Entwicklung

Digia übernimmt Qt

Nachdem sich Nokia in der Vergangenheit bereits von Symbian und Meego trennte, stößt das finnische Unternehmen nun auch das Qt-Framework ab. Käufer des Pakets ist die Firma Digia, die bereits Anfang des Jahres das Lizenzierungsgeschäft von Nokia übernommen hatte. 125 Mitarbeiter wechseln den Arbeitgeber.

Mit Qt 5 implementierte Oberfläche mit Medien

Qt

Mit Qt 5 implementierte Oberfläche mit Medien

Zuerst waren es nur Gerüchte, nun ist es Realität – der finnische Hersteller Nokia verkauft die letzten verbliebenen Teile von Qt. Wie das Unternehmen bekannt gab, hat Digia einen Vertrag über den Kauf der Qt-Softwaretechnologien und des Qt-Geschäfts von Nokia unterzeichnet. Das vor allem im ERP- und Business-Intelligence-System-Umfeld bekannte Unternehmen hatte bereits im März dieses Jahres das Geschäft mit kommerziellen Qt-Lizenzen und dem zugehörigen Support übernommen. Nach der nun erfolgten vollständigen Übernahme von Qt wird Digia für alle Aktivitäten verantwortlich sein, die zuvor von Nokia geleistet wurden. Dazu gehören die Produktentwicklung sowie die Vergabe von kommerziellen Lizenzen und das Dienstleistungsgeschäft.

Eines der Hauptziele, die Digia mit der Übernahme verfolgt, ist laut Aussagen des Unternehmens »die Verbesserung seiner Position innerhalb des Qt-Ökosystems«, indem es die Forschungs- und Entwicklungskapazitäten von Qt weiter ausbaut und »seine Reichweite auf deutlich mehr Plattformen als je zuvor ausdehnt«. Dazu will das Unternehmen Qt unter anderem auf Android, iOS und Windows 8-Plattformen portieren und das Framework weiter verbessern. Auch an der Fertigstellung von Qt5 will Digia weiterarbeiten. Der neue Eigentümer von Qt appelliert deshalb an alle Entwickler, sich weiter an dem Entstehungsprozess der neuen Version zu beteiligen und an Qt zu arbeiten. Digia selbst will im Rahmen der Transaktion bis zu 125 Qt-Mitarbeiter von Nokia übernehmen. Die meisten davon arbeiten an den Niederlassungen in Oslo und Berlin. Nokia selbst unterhält noch weitere Qt-Standorte in Redwood City in Kalifornien, Helsinki, Peking, München und Tampere in Finnland. Das Büro in australischen Brisbane wurde bereits aufgegeben.

Den Prognosen von Digia zufolge wird sich die Übernahme positiv auf die Geschäftsfelder des Unternehmens auswirken. Die Finnen erwarten, dass das Qt-Geschäft in den folgenden Jahren wachsen wird und sprechen Qt »eine Schlüsselrolle« zu, wenn es darum geht, Bedienoberflächen auf eingebettete Systeme und elektronische Unterhaltungsgeräte zu bringen. Doch auch der Desktop soll nicht zu kurz kommen. Wie Tommi Laitinen von Digia schreibt, soll Qt mit Investitionen in Forschung und Entwicklung auch für Desktops wieder mehr in den Vordergrund rücken.

An der momentanen Lizenzierung von Qt soll sich laut Digia nichts ändern. Das Unternehmen ist demnach entschlossen, das Qt-Projekt fortzuführen und die Verfügbarkeit des Frameworks sowohl unter einer offenen als auch einer kommerziellen Lizenz aufrechtzuerhalten.

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