Von Konsumentenverein am Di, 28. August 2012 um 10:29 #
Wieso versuchen ständig irgendwelche Hanseln anderen ihre Überzeugung aufzuzwingen! Warum können die die Kreativen nicht selbst entscheiden lassen ob die ein NC oder ND wollen? Die immer wieder groß propagierte "Freiheit" sollte auch die Freiheit enthalten selbst entscheiden zu können wie man seine eigenen Erzeugnisse weitergibt.
Sehe ich auch so. Zumal es nicht nachvollziehbar ist, wenn beispielsweise ein Musiker, der nicht GEMA-Mitglied ist, eines seiner Stücke plötzlich auf einer kommerziellen VÖ findet und irgendein Musiklabel Geld damit macht, während der Urheber keinen Cent sieht.
Die Non-Commercial-Klause (NC) verbietet die kommerzielle Nutzung eines Werks, und die No-Derivatives-Klause (ND) verbietet es, das Werk in anderen Werken ganz oder auszugsweise zu verwenden oder sogenannte Remixes anzufertigen. Diese Lizenzen räumen den Benutzern immer noch mehr Rechte ein als das Standard-Copyright, werden aber dennoch vielfach als unfrei kritisiert.
Diese Spinner meinen es sei "unfrei", wenn Firmen diese Werke nicht kommerziell (ohne Gegenleistung natürlich) verwenden dürfen.
Auf welcher Grundlage willst Du klagen? Wenn Du Deine Werke unter einer Lizenz freigibst, die jedem alles erlaubt oder nur eine Namensnennung verlangt, dann können die Deine Musik auch auf CD pressen und verkaufen. Du hast es mit Deiner Lizenzwahl erlaubt. Um das zu verhindern gibt es die NC Variante.
Sehr schön, so hätte ich das nicht beschreiben können. Genau aus diesem Grund bin ich auch gegen diesen Appell.
Wenn Creative Commons genauso ideologiedurchtränkt wird wie die GPLv3 (jetzt ist sie ja noch zu einem guten Teil pragmatisch), sehe ich in der Zukunft Akzeptanzprobleme. Die Urheber, die sich für Creative Commons entscheiden, werden weniger (weil es ja die kommerzielle Verwendung nicht mehr verhindern kann) und übrig bleibt ein harter Kern, entweder aus irgendwelchen Ideologiegründen, um eine maximale Verbreitung zu erzielen oder weil es ihnen schlicht egal ist, was mit dem Werk geschieht.
Das schwächt dann wahrscheinlich Creative Commons und dann haben wir eine zweite GPL. Dann ist CC zumindest für mich gestorben.
> Creative Commons genauso ideologiedurchtränkt wird wie die GPLv3
Da gibt es einen wichtigen Unterschied: GPL ist für Software, also rein handwerkliche/technische Arbeiten, die CC ist aber für individuelle Werke freier Kunst gedacht.
Selbst Stallman sieht ein, dass das nicht gleich zu behandeln ist.
Die Ideologie in der GPLv3 ist völlig in Ordnung. Da geht es um die Auseinandersetzung mit einer Industriekultur, die auch abgerundete Ecken an einem Geräte-Gehäuse zu "Geistigem Eigentum" erklärt.
Im Musik/Kunstbereich gibt es immer noch eine starke Independent-Kultur und immer mehr einzelne Künstler ganz ohne Industrieanschluss. Die sollten die Möglichkeit haben, ihre Werke restriktiver zu lizenzieren, als eine GPL-Software.
Da gibt es einen wichtigen Unterschied: GPL ist für Software, also rein handwerkliche/technische Arbeiten, die CC ist aber für individuelle Werke freier Kunst gedacht.
Ja, das stimmt.
Die Ideologie in der GPLv3 ist völlig in Ordnung. Da geht es um die Auseinandersetzung mit einer Industriekultur, die auch abgerundete Ecken an einem Geräte-Gehäuse zu "Geistigem Eigentum" erklärt.
An sich mag ich die Ideologie auch (maximale Freiheit), aber zu welchem Preis? Etwa zu dem Preis, dass Hardwarehersteller ihre Geräte nicht mehr mit FOSS bestücken, weil ihnen die Beschränkungen zu eng sind (Stichwort: TiVo-Klausel)? Wenn ja, bin ich diesen Preis nicht bereit zu zahlen.
Maximale Freiheit bedeutet für mich maximale Freiheit für beide Seiten. Wenn aber gerade die Seite, welche diese Lizenz anwenden soll (die Urheber/Hersteller), so eingeschränkt wird, dass sie sich von der Lizenz abwendet, dann sehe ich den Sinn dieser Lizenz nicht. Und genau in diese Richtung gehen GPLv3 und CCv4 (wenn der Entwurf durchkommt).
Von Michael Stehmann am Mi, 29. August 2012 um 10:15 #
Es sind aber gerade die Entwickler, die die GPL wählen (so wie Musiker ein NC-Lizenz), weil sie nicht wollen, dass aus ihrem Werk proprietäre Software abgeleitet werden kann, was bei copyleftlosen Lizenzen möglich ist.
Und dass man als Herausgeber dieser Lizenz auf Versuche, die Pflichten aus dem Copyleft zu umgehen, reagiert, erscheint mir fast selbstverständlich (aber ich bin ja auch Jurist ).
> Selbst Stallman sieht ein, dass das nicht gleich zu behandeln ist.
Dann fehlt aber noch eine entsprechende Lizenz für Computerspiele, denn die GPL ist da gewiss nicht die beste Wahl, wenn der Content im Vordergrund steht.
Wieso versuchen ständig irgendwelche Hanseln anderen ihre Überzeugung aufzuzwingen! Warum können die die Kreativen nicht selbst entscheiden lassen ob die ein NC oder ND wollen? Die immer wieder groß propagierte "Freiheit" sollte auch die Freiheit enthalten selbst entscheiden zu können wie man seine eigenen Erzeugnisse weitergibt.
2ct
Sehe ich auch so. Zumal es nicht nachvollziehbar ist, wenn beispielsweise ein Musiker, der nicht GEMA-Mitglied ist, eines seiner Stücke plötzlich auf einer kommerziellen VÖ findet und irgendein Musiklabel Geld damit macht, während der Urheber keinen Cent sieht.
Dann verklag die Leute, punkt. Wenn dem Label kein Nutzungsrecht eingeräumt wurde sind sie ganz normal schadenersatzpflichtig.
A.L.F.
Hast du die Meldung auch gelesen?
Diese Spinner meinen es sei "unfrei", wenn Firmen diese Werke nicht kommerziell (ohne Gegenleistung natürlich) verwenden dürfen.
Auf welcher Grundlage willst Du klagen? Wenn Du Deine Werke unter einer Lizenz freigibst, die jedem alles erlaubt oder nur eine Namensnennung verlangt, dann können die Deine Musik auch auf CD pressen und verkaufen. Du hast es mit Deiner Lizenzwahl erlaubt. Um das zu verhindern gibt es die NC Variante.
Sehr schön, so hätte ich das nicht beschreiben können. Genau aus diesem Grund bin ich auch gegen diesen Appell.
Wenn Creative Commons genauso ideologiedurchtränkt wird wie die GPLv3 (jetzt ist sie ja noch zu einem guten Teil pragmatisch), sehe ich in der Zukunft Akzeptanzprobleme. Die Urheber, die sich für Creative Commons entscheiden, werden weniger (weil es ja die kommerzielle Verwendung nicht mehr verhindern kann) und übrig bleibt ein harter Kern, entweder aus irgendwelchen Ideologiegründen, um eine maximale Verbreitung zu erzielen oder weil es ihnen schlicht egal ist, was mit dem Werk geschieht.
Das schwächt dann wahrscheinlich Creative Commons und dann haben wir eine zweite GPL. Dann ist CC zumindest für mich gestorben.
Grueße
Ignatz
> Creative Commons genauso ideologiedurchtränkt wird wie die GPLv3
Da gibt es einen wichtigen Unterschied: GPL ist für Software, also rein handwerkliche/technische Arbeiten, die CC ist aber für individuelle Werke freier Kunst gedacht.
Selbst Stallman sieht ein, dass das nicht gleich zu behandeln ist.
Die Ideologie in der GPLv3 ist völlig in Ordnung. Da geht es um die Auseinandersetzung mit einer Industriekultur, die auch abgerundete Ecken an einem Geräte-Gehäuse zu "Geistigem Eigentum" erklärt.
Im Musik/Kunstbereich gibt es immer noch eine starke Independent-Kultur und immer mehr einzelne Künstler ganz ohne Industrieanschluss. Die sollten die Möglichkeit haben, ihre Werke restriktiver zu lizenzieren, als eine GPL-Software.
Ja, das stimmt.
An sich mag ich die Ideologie auch (maximale Freiheit), aber zu welchem Preis? Etwa zu dem Preis, dass Hardwarehersteller ihre Geräte nicht mehr mit FOSS bestücken, weil ihnen die Beschränkungen zu eng sind (Stichwort: TiVo-Klausel)? Wenn ja, bin ich diesen Preis nicht bereit zu zahlen.
Maximale Freiheit bedeutet für mich maximale Freiheit für beide Seiten. Wenn aber gerade die Seite, welche diese Lizenz anwenden soll (die Urheber/Hersteller), so eingeschränkt wird, dass sie sich von der Lizenz abwendet, dann sehe ich den Sinn dieser Lizenz nicht. Und genau in diese Richtung gehen GPLv3 und CCv4 (wenn der Entwurf durchkommt).
Grueße
Ignatz
Es sind aber gerade die Entwickler, die die GPL wählen (so wie Musiker ein NC-Lizenz), weil sie nicht wollen, dass aus ihrem Werk proprietäre Software abgeleitet werden kann, was bei copyleftlosen Lizenzen möglich ist.
Und dass man als Herausgeber dieser Lizenz auf Versuche, die Pflichten aus dem Copyleft zu umgehen, reagiert, erscheint mir fast selbstverständlich (aber ich bin ja auch Jurist
).
> Selbst Stallman sieht ein, dass das nicht gleich zu behandeln ist.
Dann fehlt aber noch eine entsprechende Lizenz für Computerspiele, denn die GPL ist da gewiss nicht die beste Wahl, wenn der Content im Vordergrund steht.
> Dann fehlt aber noch eine entsprechende Lizenz für Computerspiele,
Da ist durchaus was dran.
Eine freie Engine, die mit kostenpflichtigen (und freien) Szenarios und Texturepacks umgehen kann, ist bestimmt auch eine sinnvolle Sache.