Von Tut nichts zur Sache am Mi, 29. August 2012 um 22:37 #
Ich habe gerade einen Artikel unter dieser angeblich restriktiven Lizenz veröffentlicht. Ich kann nicht nachvollziehen, warum es nicht reichen soll, dass man diesen Artikel frei kopieren kann, wenn er einen interessiert. Warum soll man auch in ihm herumschmieren und ihn mit irgendwelchen anderen Sachen zusammenbündeln und verkaufen können???
Wenn das das Ergebnis von Open Access ist, dann muss ich sagen: ohne mich Leute. Und eigentlich fände ich das schade.
Im Autorenbereich hat es nichts mit "Freiheit" zu tun, die Werke anderer Autoren unentgeltlich verkaufen zu wollen. Das ist schlichtweg hirnrissig, weil man als Autor mit nichts anderem Geld verdienen kann als mit dem (mehrfachen) Verkauf des Textes selbst.
Viel wichtiger ist, dass diese Texte unter solchen unfreien, nicht restriktiven Lizenzen einer größeren Lesergemeinde (kostenlos) zugänglich gemacht werden können.
Ich schlage vor, einen neuen CC-Lizenzschwall ohne unfreie Lizenzen komplett zu ignorieren und notfalls eigene, passendere Lizenzen zu generieren, die z.B. eher der lokalen, deutschen bzw. europäischen Situation entsprechen. Dazu reicht es, ein kleineres Autorenkollektiv zu bilden, abseits jedweder globalen Bevormundung. Freeculture.org kann sich natürlich gerne an seinen selbst geschriebenen Texten mit eigenen Lizenzkonstrukten austoben.
Ich weiß nicht, ob Dein Text so voll und ganz perfekt ist, dass man es als "herumschmieren" bezeichnen muss, wenn jemand etwas an ihm ändert. Schließlich tut Dein Name ja "nichts zur Sache". Sonst hätte ich diesen Text vielleicht im Internetzen finden und mir selber ein Bild machen können
Wer würde sich wohl die Mühe machen, einen Text von Dir zu nehmen und zu ändern, ohne, dass er dann *seinen* Namen drunter schreibt? Allenfalls machen das Verlagslektoren und denen lässt man das auch durchgehen oder
NC ist ganz OK so, wenn denn die Frage geklärt werden würde, was genau als "kommerziell" zu verstehen ist. Echte kommerzielle Verwender müssen sich im Rahmen des Handelsrechts bewegen (wenn sie Konten führen und Bezahlung von säumigen Kunden eintreiben möchten). Und damit sind solche Distributoren auch greifbar, falls sie Lizenzen verletzen.
Aber ND ist eigentlich nur für den Fall Verfilmung oder Vertonung sinnvoll. Und auch das lässt sich nicht durchsetzen ohne totale Überwachung, wie sie die Medienindustrie gerne hätte. Im nicht-gewerblichen Bereich im Internetz sind Derivate nicht zu kontrollieren.
Was man aber durchsetzen kann, ist eine Klarstellung, welches Derivat autorisiert ist und welches nicht. Ganz einfach weil eine Autorisierung nur vom Autor ausgesprochen werden kann. Alle Derivate ohne diese ausdrückliche Zustimmung des Autors gelten dann eben als nicht autorisiert und wenn sie Müll sind, hebt der Autor die Hände und kann sagen: das geht mich nichts an, wie Ihr alle wisst, ist dieser Müll von mir nicht genehmigt.
Von Tut nichts zur Sache am Do, 30. August 2012 um 08:37 #
> Ich weiß nicht, ob Dein Text so voll und ganz perfekt ist, dass man es als "herumschmieren" bezeichnen muss, > wenn jemand etwas an ihm ändert.
OK, die Formulierung war unangemessen. Es geht aber gar nicht darum, ob der Text perfekt ist (kein Text ist perfekt), ob man ihn verbessern könnte oder was immer.
> Wer würde sich wohl die Mühe machen, einen Text von Dir zu nehmen und zu ändern, ohne, dass er dann > *seinen* Namen drunter schreibt? Allenfalls machen das Verlagslektoren und denen lässt man das auch > durchgehen oder
Von Tut nichts zur Sache am Do, 30. August 2012 um 08:44 #
> Ich weiß nicht, ob Dein Text so voll und ganz perfekt ist, dass man es als "herumschmieren" bezeichnen muss, > wenn jemand etwas an ihm ändert.
OK, die Formulierung war unangemessen. Es geht aber gar nicht darum, ob der Text perfekt ist (kein Text ist perfekt), ob man ihn verbessern könnte oder was immer. Außerdem sind nicht alle Texte Bastelanleitungen, die man kontinuierlich verbessern und aktualisieren kann.
> Wer würde sich wohl die Mühe machen, einen Text von Dir zu nehmen und zu ändern, ohne, dass er dann > *seinen* Namen drunter schreibt? Allenfalls machen das Verlagslektoren und denen lässt man das auch > durchgehen oder
Genau darum geht es. Ich will überhaupt nicht, dass jemand seinen Namen unter meinen Text setzt, nachdem er ihn geändert hat. Wenn er/sie sich die Mühe macht, etwas daran auszusetzen, dann gibt es dazu die zivilisierte Variante eine eigenständige Antwort zu verfassen.
Die stilistische Überarbeitung durch einen Lektor ist eine andere Sache. Im übrigen bleiben die Änderungen vorbehaltlich der Einwilligung des Autors. Das ist bei der vorgeschlagenen No-Limits-Lizenz nicht der Fall.
Ich habe gerade einen Artikel unter dieser angeblich restriktiven Lizenz veröffentlicht. Ich kann nicht nachvollziehen, warum es nicht reichen soll, dass man diesen Artikel frei kopieren kann, wenn er einen interessiert. Warum soll man auch in ihm herumschmieren und ihn mit irgendwelchen anderen Sachen zusammenbündeln und verkaufen können???
Wenn das das Ergebnis von Open Access ist, dann muss ich sagen: ohne mich Leute. Und eigentlich fände ich das schade.
Das sehe ich genauso.
Im Autorenbereich hat es nichts mit "Freiheit" zu tun, die Werke anderer Autoren unentgeltlich verkaufen zu wollen. Das ist schlichtweg hirnrissig, weil man als Autor mit nichts anderem Geld verdienen kann als mit dem (mehrfachen) Verkauf des Textes selbst.
Viel wichtiger ist, dass diese Texte unter solchen unfreien, nicht restriktiven Lizenzen einer größeren Lesergemeinde (kostenlos) zugänglich gemacht werden können.
Ich schlage vor, einen neuen CC-Lizenzschwall ohne unfreie Lizenzen komplett zu ignorieren und notfalls eigene, passendere Lizenzen zu generieren, die z.B. eher der lokalen, deutschen bzw. europäischen Situation entsprechen. Dazu reicht es, ein kleineres Autorenkollektiv zu bilden, abseits jedweder globalen Bevormundung. Freeculture.org kann sich natürlich gerne an seinen selbst geschriebenen Texten mit eigenen Lizenzkonstrukten austoben.
> Warum soll man auch in ihm herumschmieren
Leute, bleibt mal auf dem Teppich!
Ich weiß nicht, ob Dein Text so voll und ganz perfekt ist, dass man es als "herumschmieren" bezeichnen muss, wenn jemand etwas an ihm ändert. Schließlich tut Dein Name ja "nichts zur Sache". Sonst hätte ich diesen Text vielleicht im Internetzen finden und mir selber ein Bild machen können
Wer würde sich wohl die Mühe machen, einen Text von Dir zu nehmen und zu ändern, ohne, dass er dann *seinen* Namen drunter schreibt? Allenfalls machen das Verlagslektoren und denen lässt man das auch durchgehen oder
NC ist ganz OK so, wenn denn die Frage geklärt werden würde, was genau als "kommerziell" zu verstehen ist. Echte kommerzielle Verwender müssen sich im Rahmen des Handelsrechts bewegen (wenn sie Konten führen und Bezahlung von säumigen Kunden eintreiben möchten). Und damit sind solche Distributoren auch greifbar, falls sie Lizenzen verletzen.
Aber ND ist eigentlich nur für den Fall Verfilmung oder Vertonung sinnvoll. Und auch das lässt sich nicht durchsetzen ohne totale Überwachung, wie sie die Medienindustrie gerne hätte. Im nicht-gewerblichen Bereich im Internetz sind Derivate nicht zu kontrollieren.
Was man aber durchsetzen kann, ist eine Klarstellung, welches Derivat autorisiert ist und welches nicht. Ganz einfach weil eine Autorisierung nur vom Autor ausgesprochen werden kann. Alle Derivate ohne diese ausdrückliche Zustimmung des Autors gelten dann eben als nicht autorisiert und wenn sie Müll sind, hebt der Autor die Hände und kann sagen: das geht mich nichts an, wie Ihr alle wisst, ist dieser Müll von mir nicht genehmigt.
> Ich weiß nicht, ob Dein Text so voll und ganz perfekt ist, dass man es als "herumschmieren" bezeichnen muss,
> wenn jemand etwas an ihm ändert.
OK, die Formulierung war unangemessen. Es geht aber gar nicht darum, ob der Text perfekt ist (kein Text ist perfekt), ob man ihn verbessern könnte oder was immer.
> Wer würde sich wohl die Mühe machen, einen Text von Dir zu nehmen und zu ändern, ohne, dass er dann
> *seinen* Namen drunter schreibt? Allenfalls machen das Verlagslektoren und denen lässt man das auch
> durchgehen oder
Genau darum geht es. Ich will überhaupt nicht, da
> Ich weiß nicht, ob Dein Text so voll und ganz perfekt ist, dass man es als "herumschmieren" bezeichnen muss,
> wenn jemand etwas an ihm ändert.
OK, die Formulierung war unangemessen. Es geht aber gar nicht darum, ob der Text perfekt ist (kein Text ist perfekt), ob man ihn verbessern könnte oder was immer. Außerdem sind nicht alle Texte Bastelanleitungen, die man kontinuierlich verbessern und aktualisieren kann.
> Wer würde sich wohl die Mühe machen, einen Text von Dir zu nehmen und zu ändern, ohne, dass er dann
> *seinen* Namen drunter schreibt? Allenfalls machen das Verlagslektoren und denen lässt man das auch
> durchgehen oder
Genau darum geht es. Ich will überhaupt nicht, dass jemand seinen Namen unter meinen Text setzt, nachdem er ihn geändert hat. Wenn er/sie sich die Mühe macht, etwas daran auszusetzen, dann gibt es dazu die zivilisierte Variante eine eigenständige Antwort zu verfassen.
Die stilistische Überarbeitung durch einen Lektor ist eine andere Sache. Im übrigen bleiben die Änderungen vorbehaltlich der Einwilligung des Autors. Das ist bei der vorgeschlagenen No-Limits-Lizenz nicht der Fall.