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Di, 11. September 2012, 08:00

Software::Distributionen

Android-Herausforderer: Aliyun OS

Der Streit zwischen Apple und Google ruft lachende Dritte auf den Plan. Die Liste der Android-Herausforderer wird länger. Nach Jolla, Open WebOS und Firefox OS macht jetzt Chinas E-Commerce-Riese Alibaba mit seinem auf Linux beruhenden Mobil-Betriebssystem Aliyun OS auf sich aufmerksam.

Aliyun OS

os.aliyun.com

Aliyun OS

Das chinesische E-Commerce-Unternehmen Alibaba plant laut einem Bericht im Wallstreet Journal Googles Android mit seiner Linux-basierten Eigenentwicklung Aliyun OS das Fürchten zu lehren. Laut Aussage des Firmenstrategen Zeng Ming will Alibaba in nächster Zeit in China genauso stark sein wie Android. Für dieses ehrgeizige Ziel habe man eine Reihe von Geräteherstellern als Partner gewinnen können. Zeng dazu: »Wäre ich ein Hersteller und meine einzige Option wäre Android, hätte ich Angst. Jede Firma sollte zumindest zwei Auswahlmöglichkeiten haben.«

Der Name Aliyun bedeutet sinngemäß »Wolke« und soll darauf hinweisen, dass es sich bei Aliyun um ein vollständig Cloud-basiertes Betriebssystem ohne lokal installierte Apps handelt, bei dem sämtliche Programme auf den Servern des Unternehmens laufen, darunter ein selbst entwickelter E-Mail-Client und sogar ein eigener Kartendienst. Tatsächlich könnte Alibaba vom Patentstreit zwischen Google und Apple sowie von der Auseinandersetzung zwischen Apple und Samsung profitieren, der inzwischen einige Gerätehersteller in der Frage der Betriebssystemwahl verunsichert.

Hinzu kommt, dass Chinas Mobilfunkmarkt ein riesiges Potenzial bietet und den US-Markt in Kürze überholen könnte. Laut einer IDC-Studie leben rund eine Milliarde Mobiltelefon-Nutzer in der Volksrepublik, sodass 26,5 Prozent aller weltweiten Smartphone-Lieferungen nach China gehen, eine Karte, auf die auch das finnische Unternehmen Jolla mit seinem MeeGo-Nachfolger setzt.

Zeng Ming meint darüber hinaus, dass Android in China keine gute Nutzungserfahrung biete, Aliyun dagegen schon. Das liegt unter anderem anderen, dass Google chinesische Suchen aufgrund der Zensur-Problematik über Hongkong ausführt und Dienste wie GMail und Google Maps in China kaum oder gar nicht zugänglich sind, so dass Google in China kontinuierlich Marktanteile verliert.

Bislang hat die Situation in China noch keine spürbaren Auswirkungen auf die globale Dominanz von Android, so dass man bei Alibaba davon ausgeht, dass es noch eine gewisse Zeit dauern wird, bis man sich unter den Großen etabliert haben werde. Alibaba will dazu mit hauseigenen Lösungen wie dem Bezahldienst AliPay oder Shopping-Webseiten wie Taobao und Tmall punkten, wobei Aliyun als treibende Kraft für den E-Commerce-Aufschwung fungieren könne, meint Zeng. So sollen Taobao und Tmall noch in dieses Jahr zusammen 158 Milliarden US-Dollar umsetzen, denn der Online-Handel boomt auch in China ungebrochen. Schon 2015 will China die USA mit einem Volumen von 360 Milliarden US-Dollar im Online-Handel überholen. Bereits heute kaufen 193 Millionen Chinesen online Waren ein, mehr als in den USA (170 Millionen).

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Kommentare (Insgesamt: 12 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[5]: Und das ändert jetzt genau was? (blablabla, Di, 11. September 2012)
Re[4]: Und das ändert jetzt genau was? (Atalanttore, Di, 11. September 2012)
Re[3]: Und das ändert jetzt genau was? (Zahlenlehre, Di, 11. September 2012)
Re: Warum Cloud (akf, Di, 11. September 2012)
Re[2]: Und das ändert jetzt genau was? (Tuxcad, Di, 11. September 2012)
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