Login
Login-Name Passwort


 
Newsletter
Werbung

Do, 27. September 2012, 08:04

Software::Desktop::Gnome

Gnome 3.6 freigegeben

Gnome 3.6 ist mit vielen Neuerungen gegenüber der Vorversion erschienen. Im Mittelpunkt standen überarbeitete Benachrichtigungen sowie zahlreiche Verbesserungen in der Gnome-Shell und den Anwendungen.

Aktivitäten-Übersicht in Gnome 3.6

gnome.org

Aktivitäten-Übersicht in Gnome 3.6

Pünktlich ein halbes Jahr nach Gnome 3.4 hat das Projekt Version 3.6 der Desktopumgebung freigegeben. Nach Angaben von Gnome haben an der neuen Version ungefähr 1112 Personen mitgewirkt, etwas weniger als bei Gnome 3.4. Nahezu alle Anwendungen in Gnome 3.6 wurden nach Angaben der Entwickler aktualisiert und verbessert, so dass sie besser aussehen und angenehmer zu verwenden sind. Zahlreiche vorhandene Anwendungen wurden überarbeitet, so dass sie sich konsistenter in Gnome 3 integrieren.

Die Aktivitätenübersicht der Gnome-Shell erhielt einige bedeutende Änderungen, die sie noch besser benutzbar machen sollen. Es gibt nun einen Gitter-Button in der Startleiste (Dash), mit dem man schnell zu einzelnen Anwendungen wechseln kann. Die Eingabe von Suchbegriffen wird durch das Hervorheben der Suchleiste vereinfacht.

Aktivitäten-Übersicht in Gnome 3.6

gnome.org

Aktivitäten-Übersicht in Gnome 3.6

Das Sperren des Bildschirms folgt nun dem Paradigma einer Jalousie, die vor dem Bildschirm heruntergezogen wird, und wurde direkt in die Gnome-Shell eingebaut. Der gesperrte Bildschirm zeigt eine praktische große Uhr, erlaubt aber auch das Anhalten und Ändern der Lautstärke, falls Audio abgespielt wird. Überdies werden auch Benachrichtigungen eingeblendet, was allerdings abschaltbar ist.

Eine der wichtigsten Neuerungen ist ferner die Überarbeitung der Benachrichtigungen. Früher wurden Benachrichtigungen am oberen Bildschirmrand unter der Systemleiste eingeblendet; nun haben sie eine eigene Leiste am unteren Bildschirmrand erhalten, die aber nur eingeblendet wird, wenn man mit der Maus für einen Moment an den unteren Bildschirmrand fährt. Wenn die Leiste eingeblendet wird, überlappt sie sich nicht mit den Bildschirminhalten, sondern schiebt diese nach oben. Die Elemente in der Leiste wurden größer, klarer und verschieben sich nicht. Die Benachrichtigungen selbst können geschlossen werden, und einige davon bieten die Möglichkeit, direkt auf sie zu reagieren, beispielsweise durch Eingabe einer Antwort in ein Instant-Messaging-System. Wenn man mit einer Anwendung im Vollbildmodus arbeitet oder ein Spiel spielt, werden nur wichtige Nachrichten angezeigt, die anderen werden erst später präsentiert.

Fotostrecke: 19 Bilder

Aktivitäten-Übersicht in Gnome 3.6
Aktivitäten-Übersicht in Gnome 3.6
Gesperrter Bildschirm in Gnome 3.6
Login-Bildschirm in Gnome 3.6
Benachrichtigungen in Gnome 3.6
Die Systemeinstellungen erhielten größere Icons und ein besseres Layout. Ein Scrollen im Fenster soll soweit wie möglich unnötig sein, und die Suchergebnisse werden besser präsentiert. Auch viele einzelne Einstellungen wurden überarbeitet. Das Benutzermenü wurde kompakter und zeigt manche Funktionen nur noch, wenn sie sinnvoll sind. Der Menüpunkt »Suspend« wurde endlich wieder durch den wesentlich sinnvolleren Menüpunkt »Ausschalten« ersetzt. Neben anderen kleinen Neuerungen wurden trotz der unpassenden Jahreszeit auch einige »Ostereier« in der Gnome-Shell versteckt.

Zwei Anwendungen wurden neu in Gnome aufgenommen. Boxes dient zum Verwalten und Ausführen von virtuellen Maschinen. Clocks zeigt Weltzeituhren und stellt Alarme und Timer zur Verfügung. Diese erste Version ist allerdings nur eine Vorschau. Eine vollständige Version soll erst in Gnome 3.8 vorliegen.

Login-Bildschirm in Gnome 3.6

gnome.org

Login-Bildschirm in Gnome 3.6

Font Viewer und Disk Usage Analyzer wurden an Gnome 3 angepasst. Das Instant-Messaging-Programm Empathy erhielt ein neues Design, das die Darstellung von Kontakten konsistent mit der Anwendung Contacts macht. Der E-Mail-Client Evolution erhielt kleine Verbesserungen. Unter anderem werden HTML-E-Mails mit WebKit dargestellt. Der Dateimanager Files, ehemals Nautilus, erhielt eine stark verbesserte Suchfunktion, leichten Zugriff auf kürzlich benutzte Dateien, verbesserte Werkzeug- und Seitenleisten, bessere Menüorganisation und Optionen zum Verschieben oder Kopieren an einen ausgewählten Ort. Allerdings wurden auch Funktionen entfernt, die von einigen Benutzern geschätzt wurden, was bereits zu einer Abspaltung durch die Entwickler von Linux Mint führte. Der Webbrowser Web erhielt eine Übersicht, wie sie auch andere Browser bieten, und einen verbesserten Vollbildmodus.

Benachrichtigungen in Gnome 3.6

gnome.org

Benachrichtigungen in Gnome 3.6

Im Jahr der Barrierefreiheit wurde jetzt die vollständige Integration von Funktionen zur Barrierefreiheit, also zur Unterstützung von Anwendern, die verschiedene Arten von Behinderungen aufweisen, erreicht. Die entsprechenden Funktionen sind standardmäßig immer vorhanden und leicht zu aktivieren. So kann die Vergrößerung jetzt auch mit invertiertem Video, Graustufen sowie geänderten Helligkeits- und Kontrastwerten arbeiten. Diese Einstellungen können auch in Umgebungen mit ungünstigen Lichtverhältnissen nützlich sein.

Alternative Eingabemethoden, wie sie zur Eingabe vieler nichteuropäischer Schriften benötigt werden, sind nun ins System eingebaut. Da es verschiedene Eingabemethoden gibt, gab es im Vorfeld einige Diskussionen, welche Gnome wählen sollte. Letztlich erkannten die Entwickler, dass keine der Eingabemethoden in allen Punkten besser ist als die anderen, und bieten daher in der Systemsteuerung eine Auswahl der Eingabemethode an. Momentan steht allerdings nur IBus zur Verfügung.

Gnome 3.6 verwendet die Bibliotheken GTK+ 3.6, Glib 2.34 und Clutter 1.12. Weitere Einzelheiten zu den Neuerungen findet man in den Anmerkungen zur Veröffentlichung. Das in über 50 Sprachen übersetzte Projekt steht ab sofort als Quellcode zum Download bereit und wird in Kürze in verschiedenen Distributionen auftauchen.

Werbung
Pro-Linux
Pro-Linux @Facebook
Neue Nachrichten
Werbung