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Do, 27. September 2012, 12:14

Gesellschaft::Politik/Recht

Frankreich: Richtlinie zum Open-Source-Einsatz in Behörden

Nach entsprechenden Initiativen in Italien, Spanien und Island setzt sich jetzt auch Frankreich an höchster Stelle für den Einsatz freier Software in der öffentlichen Verwaltung ein.

Aus einem Bericht auf Joinup, der von der Europäischen Kommission betriebenen Open-Source-Plattform, geht hervor, dass der französische Premierminister Jean-Marc Ayrault in einem Schreiben die Behörden aller Verwaltungsebenen aufgefordert hat, wo immer möglich Open-Source-Software einzusetzen. Nicht nur bei der Beschaffung neuer Software, auch bei der Entwicklung neuer Programme sollten freie Alternativen systematisch einbezogen werden.

Ferner empfiehlt Ayrault den Behörden aller Ebenen, sich systematisch Open-Source-Know-How anzueignen, Ressourcen zu bündeln und bei selbst entwickelter Software mit Gemeinschaften zusammenzuarbeiten, bzw. sich mit selbst entwickelten Programmcode auch an Projekten zu beteiligen mit dem Ziel, die operativen IT-Kosten und die Kosten für IT-Support langfristig kontrollieren zu können. Laut Ayrault ist der französische Staat in der Pflicht, Wettbewerb zu fördern. Dabei sei z.B. die Mitarbeit bei LibreOffice oder PostgreSQL essentiell.

Alexandre Zapolsky, CEO des französischen Open-Source-IT-Service-Providers »Linagora« kommentiert die neue Staatsrichtlinie: Die französische Regierung unterstütze mit ihrem Bekenntnis für freie Software eine Industrie der Zukunft, kreiere neue Jobs und sorge Wachstum und Wettbewerb. Patrice Bertrand, Präsident des »Conseil National du Logiciel Libre« (CNLL), ein Verband französischer Open-Source-Firmen, erklärte anlässlich der neuen Richtlinie, eine so klare Aussage zu freier Software habe es bisher nicht gegeben. Die Joinup-Webseite verweist auf weitere ausführliche Stellungnahmen französischer und internationaler Persönlichkeiten, Firmen und Nachrichtenmagazine, etwa in Computerword UK.

Laut einem Bericht auf Joinup vom April dieses Jahres ist Open Source in französischen Behörden bereits jetzt sehr verbreitet. So gebe die französische Verwaltung knapp 15 Prozent ihres IT-Budgets für Dienstleistungen im Umfeld freier Software aus, bei steigender Tendenz. Der Trend zum Einsatz freier Software ist auch in anderen europäischen Ländern zu beobachten. Erst in Sommer erließ Italien ein Gesetz, das italienische Behörden zum Open-Source-Einsatz verpflichtet. Auch im spanischen Baskenland gibt es seit dem Frühjahr eine entsprechende staatliche Anordnung.

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