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Mo, 8. Oktober 2012, 12:00

Gesellschaft::Wirtschaft

Microsoft sorgt sich über Open Source in Afrika

In Afrika, wo die Hälfte der Bevölkerung unter 20 Jahre alt ist, wächst derzeit eine sehr computer-affine Generation von Bürgern heran.

FOSSFA

Die Entwicklung einer IT-Infrastruktur in den Ballungszentren der afrikanischen Staaten ist in vollem Gange. Vielerorts setzt man dabei auf Open Source Software. Nigeria richtet seit einigen Jahren eine jährliche Open Source Konferrenz aus. In Kenia setzt die Regierung aus Kostengründen auf freie Software.

Seit 10 Jahren versucht die Free Software and Open Source Foundation for Africa (FOSSFA), unterstützt von der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ), die bei Weitem nicht nur monetären Vorteile von freier Software zu vermitteln. Viele weitere Initiativen helfen Existenzgründern, freie Software sinnvoll einzusetzen oder bieten Kurse zu den Vorteilen von Open Source für die Bevölkerung an.

Die massive Nutzung freier Software ruft gemeinhin die Hersteller proprietärer Software auf den Plan. So ist in Afrika Microsoft besorgt um zukünftige Marktanteile. In gewohnter Manier werden Halb- und Unwahrheiten plaziert, um Verunsicherung zu schaffen.

Paul Roy Owino, Microsofts technischer Berater für den Osten und Süden Afrikas, reagierte prompt auf die Ankündigung der kenianischen Regierung, man werde mit dem Ausrollen freier Software in Behörden und Ministerien demnächst beginnen. Er ließ am Rande einer Sicherheitskonferrenz in Nairobi verlauten, die Regierung setze sich dem erhöhten Risiko aus, erfolgreich von Hackern attakiert zu werden. Er sieht die Regierung nicht in der Lage, die Risiken freier Software erfolgreich zu handhaben. Wörtlich fährt er fort: »Wie andere Hersteller urheberrechtlich geschützter Software auch stehen wir in der Verantwortung im Fall, dass unsere Software von außen kompromitiert wird. Anders sieht das im Fall nicht urheberrechtlich geschützter Software aus.« Egal wie man den Satz auch dreht, die Aussage, Open Source Software sei »non-copyrighted software«, bleibt bestehen.

Die Aussage, Open Source Software sei unsicherer als ihr proprietäres Gegenstück hat bereits 1999 Bruce Schneier ins Land der Märchen und Sagen verwiesen. Schneier und die IT-Sicherheitsbranche sehen seit langem Open Source als geradezu notwendig für gute Sicherheit in Software. Studien belegen außerdem, dass Fehler in freier Software schneller und nachhaltiger beseitigt werden als in proprietärer Software.

Afrika hat mit dem Einsatz von Open Source nicht nur die Chance auf Einsparungen im IT-Sektor, sondern kann eine unabhängige und kreative IT-Landschaft entwickeln, die den Gegebenheiten der lokalen Märkte Rechnung trägt.

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