Login
Login-Name Passwort


 
Newsletter
Werbung

Do, 11. Oktober 2012, 15:24

Gesellschaft::Politik/Recht

Android-Apps von Bundesministerium der Finanzen unter unfreien Lizenzen

Das deutsche Bundesministerium der Finanzen hat drei Android-Apps entwickelt, die jedoch nicht unter freie Lizenzen gestellt wurden. Um freie Anwendungen zu erhalten, muss somit der gleiche Aufwand noch einmal getrieben werden.

Wie das Open-Source-Portal der Europäischen Kommission Joinup meldet, hat das deutsche Bundesministerium der Finanzen schon im Sommer drei Android-Apps veröffentlicht. Die erste, »Zoll und Reise«, wurde im Mai vorgestellt und ermöglicht es, schnell und einfach herausfinden, welche Waren bei der Einreise nach Deutschland erlaubt sind, und was abgabenfrei nach Deutschland mitgebracht werden kann. Alle nötigen Daten sind in der App enthalten, so dass sie keine Internetverbindung benötigt.

Die App »Kfz-Steuer« hingegen dient zur unverbindlichen Berechnung der Kfz-Steuer. Mit ihr kann man beispielsweise in Erfahrung bringen, wie sich ein anderer Antrieb, ein mehr oder weniger großer Hubraum oder die Höhe des CO2-Wertes auf die Kfz-Steuer auswirkt.

Im August ließ das Ministerium »BMF-News« folgen, eine App, die Finanznachrichten darstellt. Alle Apps sind auf Appbrain.com zu finden. Versionen für Tablet-Rechner mit Android oder iOS sind nach Angaben von Joinup in Arbeit.

Die Veröffentlichung des Quellcodes der Apps lehnt das Ministerium ab, obwohl die Software offensichtlich mit öffentlichen Geldern entwickelt wurde. Ein Sprecher des Ministeriums begründete das damit, dass die Apps außerhalb Deutschlands von geringem Nutzen seien.

Mit einigem Bedauern stellt Bart Hanssens, ein Experte für Interoperabilität und Open Data beim staatlichen belgischen IT-Dienstleister Fedict, fest, dass es in Deutschland offensichtlich kein Gesetz gebe, das die öffentliche Verwaltung verpflichtet, Anwendungen unter freie Lizenzen zu stellen. Immerhin sei es erfreulich, dass die Behörde die Apps an andere Verwaltungen weitergeben will, die interessiert sind. Wenn die Daten, auf die die Apps aufsetzen, verfügbar sind, sei es immer noch möglich, dass jemand anderes eine freie Software dazu schreibt.

Werbung
Pro-Linux
Pro-Linux @Facebook
Neue Nachrichten
Werbung