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Do, 25. Oktober 2012, 13:15

Software::Entwicklung

Freier Grafiktreiber für Raspberry Pi

Wie die Raspberry Pi Foundation in einer Pressemitteilung bekanntgab, konnte jetzt der bisher noch proprietäre Userland-Anteil des Grafiktreibers des Raspberry Pi unter eine freie Lizenz gestellt werden.

Broadcom BCM2835 Architektur

Paul Beech

Broadcom BCM2835 Architektur

Wie Alex Bradbury, Hauptentwickler für Linux bei der Raspberry Pi Foundation, in der Pressemeldung betont, ist damit der gesamte ARM-Code für das Gerät quelloffen unter Open-Source-Lizenzen verfügbar. Somit sei, erklärt er weiter, Broadcom mit dem BCM2835 der erste Hersteller eines auf ARM basierenden Multimedia-SoC, der dafür durchgehend Open-Source-Treiber zur Verfügung stellt.

Der Code, den Broadcom jetzt unter der 3-Klausel BSD-Lizenz veröffentlichte, implementiert EGL, OpenGL ES, OpenVG und OpenMax. Bradbury sieht neben dem philosophischen Gewinn der Freiheit die Möglichkeit, den Code zu erweitern als den Hauptgewinn an. So könne man jetzt beispielsweise versuchen, den Wayland EGL Client und EGL Server Support einzubauen. Die Entwickler streben außerdem an, das vchiq messaging system in den Hauptzweig des Linux-Kernels zu bekommen.

Genau aus dieser Richtung kommt harsche Kritik an der Art und Weise der Offenlegung des Broadcom BCM2835 und der Art, wie die Raspberry Pi Foundation das in der Pressemeldung angeblich beschönigend darstellt. Die Kritik kommt von zwei Personen, die sich sonst selten einig sind. Grafiktreiber-Entwickler Luc Verhaegen und David Airlie, DRM-Entwickler für den Linux-Kernel, bemängeln beide, dass die Pressemeldung mit keinem Wort einen Firmware-Blob erwähnt, der beim Booten der Platine geladen werden muss.

Verhaegen bemängelt nicht, dass solch ein binäres Firmwarepaket geladen werden muss, sondern die dorthin verlagerten Teile des Treibers. Neben den zu erwartenden Setup-Routinen und weiteren unkritischen Dingen hat Broadcom die Implementation von OpenGL ES in die Firmware verlagert. Verhaegen löste in den Kommentaren zur Pressemeldung eine rege Diskussion über Begrifflichkeiten aus, indem er postulierte, im binären Videocore-Blob passiere doch die ganze Magie, wohingegen die jetzt offen gelegten Userland-Anteile des Treibers lediglich noch Nachrichten und Daten hin- und herschieben würden.

David Arlie schreibt in seinem Blog, dass die Implementation der GLE (Graphics Layout Engine) in der Firmware verhindert, dass Entwickler dafür Erweiterungen schreiben oder Fehler beheben. Für Arlie ist dies keineswegs eine Pressemeldung wert. Auch bezweifelt er stark, dass es der Broadcom-Treiber in dieser Form in den Hauptzweig des Kernels schafft.

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