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Mo, 29. Oktober 2012, 18:11

Software::Kernel

ext4-Fehler stellt sich als unbedeutend heraus

Der Fehler im Dateisystem ext4, der vor vier Tagen hohe Wellen in den Medien schlug, tritt offenbar nur bei Journal-Checksummen auf, die jedoch normalerweise deaktiviert sind und von fast niemandem benutzt werden.

Larry Ewing

Ein, gemessen an der Zahl der betroffenen Benutzer, unbedeutender Fehler ließ sowohl diverse Medien als auch Kommentatoren lächerliche Mutmaßungen über die Zuverlässigkeit des Dateisystems aufstellen. Pro-Linux sah die Sache klarer und schrieb von »nur wenigen betroffenen Benutzern« und dass die Ursache noch gesucht wird. Diese Suche wurde von Theodore Ts'o und anderen Entwicklern in den letzten Tagen fortgesetzt und führte nach einigen falschen Vermutungen und Ansätzen jetzt zum Erfolg. Der Fehler konnte nur durch einen einzigen Benutzer reproduziert werden, was die Suche deutlich erschwerte.

Auch die Auswirkungen des Problems wurden teils übertrieben dargestellt. Es konnte überhaupt nur bei einem unsauberen Herunterfahren des Rechners auftreten, was bereits ein seltenes Ereignis darstellt, und wie der Benutzer »nix«, der den Fehler gemeldet hatte, kürzlich schrieb, wurde das Dateisystem dabei keineswegs zerstört. Der Datenverlust beschränkte sich auf die kurz vor dem Crash geschriebenen Log-Einträge und ein paar neue E-Mails. Der Dateisystem-Check konnte das Dateisystem ansonsten jeweils wieder herstellen, weshalb »nix« auch bereit war, den Absturz und diverse Korrekturversuche immer wieder durchzuspielen.

Der von Eric Sandeen letztlich gefundene Fehler wurde von ext4-Hauptentwickler Theodore Ts'o selbst durch eine Änderung im Februar verursacht, die im Mai in Linux 3.4 Einzug hielt. Ts'o eliminierte darin eine Funktion, um etwa 50 Zeilen Code einzusparen, machte aber einen Fehler, durch den eine Schreiboperation auf das Journal außerhalb einer Transaktion stattfand und dadurch keine Prüfsumme erhielt. Dies führt dann zu Problemen, wenn die Journal-Checksummen aktiviert sind, denn wenn ein System nach einem unsauberen Herunterfahren das Dateisystem mounten und das Journal zurückspielen will, bemerkt es die fehlende Prüfsumme und meldet das Dateisystem als beschädigt. Weil Journal-Checksummen standardmäßig deaktiviert sind ihre Verwendung nicht empfohlen wird, werden sie allerdings von fast niemandem benutzt. Dies hat aber auch die Konsequenz, dass sie nicht so gut getestet werden und die Reaktion auf einen Prüfsummenfehler sich auf ein Minimum beschränkt: Das Dateisystem kann nicht gemountet werden, weil sich noch niemand bemüßigt fühlte, eine bessere Reaktion zu programmieren.

Ein Patch für den Fehler ist jetzt offenbar in Vorbereitung und soll nach weiteren Tests veröffentlicht werden. Die meisten Benutzer werden ihn nicht einmal wahrnehmen. Wie diese Episode zeigt, ist ext4 keineswegs fehlerhaft, sondern ganz im Gegenteil extrem robust, was es seit Jahren im täglichen Einsatz bestätigt. Dass nach wie vor neue Features in ext4 implementiert werden, scheint zwar einigen Zeitgenossen Sorgen zu bereiten, dem wird aber durch intensive Tests entgegengewirkt. Die Entwickler planen zudem, vor einigen riskanten Mount-Optionen besser zu warnen, zu denen auch die Journal-Prüfsummen gezählt werden sollen.

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