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Mi, 7. November 2012, 14:37

Hardware

25 Jahre SPARC-Architektur

Oracle hat mit dem Kauf von Sun unter anderem auch die SPARC-Architektur übernommen. Nun feiert das Unternehmen das 25-jährige Bestehen von SPARC.

Konstantin Lanzet

Der erste SPARC-Prozessor gab sein Debut 1987 in der Sun-4 Workstation von Sun, einer typischen Unix-Workstation, wie sie damals die IT dominierten. Vorausgegangen war ein Beschluss von Sun, im Workstation-Bereich unabhängig von dem Motorola-Prozessor 680x0 und auch von der i386-Architektur werden zu wollen. Der erste SPARC-Prozessor lief mit maximal 40 MHz Taktfrequenz, was für die damalige Zeit viel war. Vorbild für die Architektur war der Berkeley-Entwurf eines RISC-Prozessors, der wiederum von der revolutionären Architektur des IBM 801 beeinflusst war.

Es dauerte fünf Jahre, bis mit microSPARC I und SuperSPARC I neue Prozessoren vorlagen; diese verwendeten eine erweiterte Architektur (V8) und liefen mit bis zu 50 bzw. 65 MHz. In der Zwischenzeit hatte Sun bereits SPARC International gegründet, eine nicht gewinnorientierte Organisation zur Weiterentwicklung von SPARC. Diese stellte sich als äußerst erfolgreich heraus und besteht noch heute. Zahlreiche Unternehmen wurden zu SPARC-Lizenznehmern und brachten eigene Prozessoren auf den Markt.

Mit dem UltraSPARC I wurde schon 1995 ein ganz neues Kapitel aufgeschlagen, denn dieser Prozessor definierte die heute noch aktuelle Architektur-Version V9 und war durchgängig ein 64-Bit-Prozessor. Die Taktfrequenz lag zunächst bei maximal 200 MHz und wurde in den Nachfolgemodellen immer weiter gesteigert. Diese Prozessorlinie wurde stetig weiterentwickelt und erreichte mit dem UltraSPARC IV den ersten Dual-Core-Prozessor im Jahr 2004. Linux-Unterstützung für den UltraSPARC wurde schon sehr früh implementiert und 1997 gab es bereits ein vollständig 64-bittiges UltraPenguin.

Danach spaltete sich die Architektur in mehrere Linien auf. Sun (jetzt Oracle) entwickelte den UltraSPARC T1 mit im Jahr 2005 unerreichten vier Kernen, von denen jeder acht Threads ausführen konnte. Es folgten UltraSPARC T2 (acht Kerne), SPARC T3 (ebenfalls acht Kerne, aber 16 Threads pro Kern) und im Jahr 2011 SPARC T4 (ebenfalls acht Kerne, aber wieder acht Threads pro Kern). Der SPARC T5 ist angekündigt und soll mit 16 Kernen, einer auf 3,6 GHz gesteigerten Taktfrequenz und verdoppelter Speicherbandbreite aufwarten.

Auf der anderen Seite entwickelte Fujitsu UltraSPARC bis hin zum aktuellen SPARC X weiter, der erst im August 2012 vorgestellt wurde. Besaß SPARC VI noch zwei Kerne mit jeweils zwei Threads, waren es bei SPARC VII bereits vier Kerne, bei SPARC VIIIfx acht und bei SPARC IXfx 16. Ein SPARC X mit ebenfalls 16 Kernen ist angekündigt.

Eine Besonderheit der SPARC-Architektur ist, dass die Spezifikationen einiger Prozessoren offen sind. Sun selbst unternahm 2005 einen außergewöhnlichen Schritt und legte die Spezifikationen des UltraSPARC T1 unter der GPL offen. Diese Spezifikationen wie auch die des T2 findet man auf opensparc.net. Doch auch 32-Bit-Prozessoren mit der V8-Architektur sind heute noch aktuell und werden von vielen Herstellern angeboten. Sie werden auch in zahlreichen eingebetteten Systemen eingesetzt, wo sie allerdings wahrscheinlich hinter den in Massen eingesetzten Prozessoren von ARM, MIPS und PowerPC rangieren.

Oracle feiert das 25-jährige Jubiläum auf einer Informationsseite. Mit einer breiten Angebotspalette von eingebetteten Systemen über Unternehmensserver bis zu zeitweilig in der Top500-Liste die Spitzenposition einnehmenden Supercomputern wird uns die SPARC-Architektur noch lange erhalten bleiben.

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Kommentare (Insgesamt: 7 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re: SPARC (Ruup, So, 9. Juni 2013)
Re[2]: SPARC (M wie Meikel, Fr, 9. November 2012)
Re[2]: SPARC (F18i-M, Do, 8. November 2012)
Re[2]: SPARC (ms123, Do, 8. November 2012)
Re: SPARC (glasen, Do, 8. November 2012)
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