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Mi, 21. November 2012, 13:28

Gesellschaft::Politik/Recht

FSFE begrüßt das Eckpunktepapier der Bundesregierung zu »Secure Boot«

Das deutsche Bundesministerium des Innern fordert, dass Geräte mit »Trusted Computing« oder »Secure Boot« grundsätzlich den Benutzern die freie Wahl lassen, diese Funktionen zu nutzen.

FSFE

Das Bundesministerium des Innern hat ein Eckpunktepapier zu »Trusted Computing« und »Secure Boot« veröffentlicht. Darin wird gefordert, dass ein Geräte-Eigentümer über die vollständige Kontrolle (Steuerbarkeit und Beobachtbarkeit) der gesamten Trusted Computing-Sicherheitssysteme seiner Geräte verfügen muss. Das Dokument fordert zudem, dass eine Delegation dieser Kontrolle an Dritte eine bewusste und informierte Einwilligung des Geräteeigentümers voraussetzt.

Käufer müssen vor dem Kauf eines Gerätes über eingebaute technische Maßnahmen und spezifische Nutzungseinschränkungen sowie deren Folgen für den Eigentümer informiert werden, fordert das Dokument weiter. Bei der Auslieferung von Geräten sollen »Trusted Computing«-Sicherheitssysteme deaktiviert sein und Geräte-Eigentümer sollen in der Lage sein, aufgrund der vorausgesetzten technischen und inhaltlichen Transparenz von »Trusted Computing«-Lösungen eigenverantwortliche Entscheidungen zur Produktauswahl, Inbetriebnahme, Konfiguration, Anwendung und Stilllegung zu treffen. Außerdem muss eine spätere Deaktivierung ebenfalls möglich sein und darf keine negativen Einflüsse auf die Funktionalität der Hard- und Software haben, die nicht die Funktion der »Trusted Computing«-Technik nutzt.

Die Free Software Foundation Europe (FSFE) sieht in dem Dokument einige wichtige ihrer Forderungen verwirklicht und begrüßt die Veröffentlichung als wichtigen Schritt. »Als Gesellschaft müssen wir absichern, dass wir in Kontrolle unserer Computer bleiben. Wir müssen die Fähigkeit beibehalten, jede beliebige Software zu installieren und letztendlich die exklusive Kontrolle über unsere eigenen Daten sicher zu stellen. Es ist unerlässlich, dass wir permanent die volle und alleinige Verfügungsgewalt über die zugrunde liegende Sicherheitssysteme haben«, kommentiert Matthias Kirschner, Deutschlandkoordinator der FSFE. »Jetzt ist es an der Regierung diese Forderungen wahr zu machen und für deren Implementation beim Kauf neuer Hardware zu sorgen.«

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