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Mi, 28. November 2012, 08:44

Software::Distributionen::Fedora

Fedora 18 Beta erschienen

Das Fedora-Projekt hat die Betaversion der Linux-Distribution Fedora 18 veröffentlicht. Neben den neuen Desktops KDE SC 4.9, Gnome 3.6, Xfce 4.10 und Mate findet man in der Betaversion viele Verbesserungen bei Virtualisierung und Clustern.

fedoraproject.org

Ursprünglich sollte Fedora 18 im November erscheinen, nach zahlreichen Verschiebungen, die sich auf insgesamt zwei Monate belaufen, ist nun aber die Freigabe erst für den Januar geplant. Die Betaversion enthält nach Angaben der Entwickler alle geplanten Funktionen der neuen Version und ist stabil genug für umfassende Tests.

Fedora 18 enthält eine neue Version des NetworkManagers, der die Nutzung von WLAN-Hotspots deutlich erleichtern soll. Das Installationsprogramm erhielt eine neue Oberfläche, die sowohl flexibler als auch einfacher zu benutzen sein soll. Als Desktop-Umgebungen stehen in Fedora 18 unter anderem KDE SC 4.9, Gnome 3.6, Xfce 4.10 und Sugar 0.98 zur Verfügung. Außerdem wurde der Gnome 2-Nachfolger Mate aufgenommen. Die von Red Hat entwickelten Schriften »Liberation Fonts« kommen in einer neuen Version. Avahi, die freie MDNS-Implementation, wird auf Desktops standardmäßig aktiviert.

Administratoren finden in Fedora 18 unter anderem erstmals die fehlertolerante und skalierbare NoSQL-Datenbank Riak und Samba 4, das SMB3 und vertrauenswürdige Domänen von FreeIPA unterstützt. Ein Fedora 18-System soll sich auch leicht in eine Active Directory- oder FreeIPA-Domäne integrieren lassen. Außerdem sind jetzt System-Updates offline möglich, indem Pakete, die zuvor im Hintergrund heruntergeladen wurden, beim Neustart des Systems in einem speziellen Update-Modus installiert werden, bevor das reguläre System startet. Dadurch werden inkonsistente Zustände vermieden, die bei Updates im laufenden System vorkommen können.

Ein Neues Kommandozeilenprogramm ssm (System Storage Manager) vereinheitlicht die Verwaltung von Speichergeräten, gleichgültig ob dabei LVM, RAID oder Btrfs zum Einsatz kommen. Das Verzeichnis /tmp wird als tmpfs im RAM realisiert, was sich aber ändern lässt. In Solaris wird es schon seit 18 Jahren so gehandhabt.

Firewalld wird anstelle von iptables standardmäßig als Firewall eingesetzt. Dadurch wird die Firewall dynamisch und benötigt keinen Neustart mehr für Änderungen. Der Paketmanager DNF ist erstmals als Alternative zu YUM verfügbar. Systemtap, ein umfangreiches Trace-System, wurde auf Version 2 aktualisiert; auch das Trace-System LTTng liegt in Version 2.0 vor.

Für Entwickler gab es zahlreiche Updates der Programmierumgebungen, beispielsweise D und Haskell. Unterstützung für die Programmiersprache Clojure kam neu hinzu. Perl (5.16), Python (3.3), Ruby on Rails (3.2) und PHP wurden aktualisiert. Die Power7-Plattform ppc64p7 wird nun unterstützt. Owncloud ist nun in der Distribution enthalten. Terminals können nun 256 statt nur 8 Farben nutzen.

Auch im Bereich Virtualisierung und Cloud wurde Fedora 18 erweitert. OpenShift Origin, eine Platform as a Service (PaaS)-Infrastruktur, wurde hinzugefügt. Mit Eucalyptus lassen sich private, Amazon-kompatible Clouds verwalten. Die Plattform OpenStack für Infrastructure-as-a-Service (IaaS) wurde auf die Version »Folsom« aktualisiert, die alternative IaaS-Plattform Eucalyptus auf Version 3.1. Das Projekt Heat zur Orchestrierung von Cloud-Anwendungen kam hinzu. Virt Live Snapshots machen es möglich, Schnappschüsse von virtuellen Maschinen unter Qemu und libvirt zu machen, ohne die Gastsysteme anzuhalten. oVirt wurde auf Version 3.1 gebracht und enthält jetzt auch grafische Werkzeuge.

Neben weiteren Informationen zu den neuen Funktionen findet man auf der Webseite von Fedora auch die Anmerkungen zur Veröffentlichung, die sich noch auf dem Stand der Alphaversion befinden.

Fedora 18 soll am 8. Januar 2013 offiziell erscheinen. Eine weitere Testversion ist nicht vorgesehen. Der zwei Wochen vor der offiziellen Version geplante Veröffentlichungskandidat wurde gestrichen, da er in die Weihnachtsfeiertage fallen würde.

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