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Mi, 28. November 2012, 14:30

Software::Systemverwaltung

Upstart 1.6 in Debian Sid verfügbar

Upstart, ein Init-System-Daemon, der neben Systemd als Ersatz für das betagte SysV-Init entwickelt wird, ist jetzt in Debian Unstable in Version 1.6 verfügbar.

Software in the Public Interest (SPI)

Upstart wurde von Ubuntu-Entwickler Scott James Remnant entworfen, der es immer noch betreut. Seit Ubuntu-Version 6.10 »Edgy Eft« konnte es alternativ im Kompatibilitätsmodus zu SysV-Init betrieben werden, ab Version 7.10 »Gutsy Gibbon« sind die Shellskripte so angepasst, dass Upstart nativ seine Stärken beim Start des Systems ausspielen kann. Upstart ist abwärtskompatibel zu SysV-Init und arbeitet ereignisorientiert. Das bedeutet, es beschleunigt den Boot-Prozess hauptsächlich durch das gleichzeitige Ausführen von Jobs unabhängiger Ereignisse, die bei SysV-Init hintereinander ablaufen, und es reagiert auf Ereignisse wie das Hinzufügen von Geräten während des Boot-Prozesses.

OpenSuse bietet Upstart seit Version 11.3 alternativ an. Fedora 9 bis 15 nutzte Upstart als Init-System, bevor die Distribution auf das von Lennart Poettering entwickelte Systemd umschwenkte.

Somit ist Systemd ein weiterer Bewerber auf die Nachfolge des bewährten SysV-Init. Systemd setzt auf weitergehende Parallelisierung als Upstart und zusätzlich auf Serialisierung. Dazu werden beispielsweise D-Bus-Verbindungen und Sockets zur Kommunikation von Prozessen untereinander bereits vor dem Start des zugehörigen Dienstes bereitgestellt, wobei der Kernel eventuell auflaufende Nachrichten bis zur Bereitschaft des Dienstes zwischenpuffert. Darüber hinaus kann es selten benötigte Dienste ereignisbasiert bei Bedarf aufrufen und muss so beim Systemstart weniger Dienste starten.

Die jetzt in Debian Sid aktuelle Version Upstart 1.6 soll es laut Steve Langasek, seines Zeichens Debian- und Ubuntu-Entwickler, mehr Nutzern ermöglichen, einen fairen Vergleich der Bootzeiten von SysV-Init, Upstart und dem ebenfalls in Debian verfügbaren Systemd anzustellen, wie Langasek in seinem Blog darlegt.

Eine Entscheidung für die Einführung einer der Alternativen für SysV-Init in Debian ist noch nicht gefallen, und somit werden die konkreten Auswirkungen einer solchen Entscheidung keinesfalls vor Debian 8 »Jessie« in rund zwei Jahren in die stabile Version von Debian einfließen. Dank einer Ausnahmegenehmigung seitens des Debian-Release-Teams kann Upstart 1.6, trotzt der derzeit herrschenden Beschränkungen wegen des Freeze zur Fertigstellung von Debian 7, in den Testing-Zweig aufsteigen und wird so in Debian 7 »Wheezy«, wenn auch nicht als Standard, so doch zum Testen verfügbar sein.

Für Nutzer, die jetzt in Debian Sid Vergleiche der drei Init-Systeme anstellen wollen, stellt Bootchart-Entwickler s0f4r eine neue Version des Skripts zur grafischen Aufschlüsselung des Bootvorgangs auf Github zur Verfügung. Eine abschließende Beurteilung der Fähigkeiten von Upstart im Vergleich ist derzeit in Debian noch nicht möglich, da es noch nicht für alle Systemdienste Upstart-Jobs als Ersatz gibt. Andererseits ist auch Systemd noch in ständiger Entwicklung begriffen.

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Kommentare (Insgesamt: 11 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[5]: "der es immer noch betreut" (macs, Do, 29. November 2012)
Re[4]: "der es immer noch betreut" (katzenknuddler, Do, 29. November 2012)
Äpfel und Birnen (1ras, Do, 29. November 2012)
Re[3]: "der es immer noch betreut" (macs, Do, 29. November 2012)
Re[3]: "der es immer noch betreut" (katzenknuddler, Do, 29. November 2012)
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