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Sa, 8. Dezember 2012, 11:11

Software::Distributionen::Ubuntu

Stallman: Ubuntu ist Spyware

Richard Stallman, Gründer der Free Software Foundation, hat die Linux-Distribution Ubuntu als Spyware bezeichnet, die dem Ansehen freier Software massiv schade. Er fordert die Gemeinschaft auf, aktiv dagegen vorzugehen.

Richard Stallmann

bytesmedia.co.uk

Richard Stallmann

Richard Stallman, Gründer und Präsident der Free Software Foundation (FSF), schreibt, dass einer der Vorteile von freier Software bisher darin lag, dass sie die Benutzer vor bösartiger Software schützte. Im Gegensatz dazu steht proprietäre Software, die seiner Ansicht nach oft auf die Überwachung oder Einschränkung der Benutzer (DRM) aus ist oder Hintertüren enthält. Beispiele sind Windows, iPhone, iPad und das Kindle von Amazon. Andere Produkte wie z.B. Macintosh oder die Playstation 3 erzwingen DRM, die meisten Mobiltelefone spionieren die Benutzer aus und haben Hintertüren, Adobe Flash Player spioniert und erzwingt DRM, und viele Apps für iPhone, iPad und Android seien in der ein oder anderen Weise Schadsoftware.

Freie Software verhindert laut Stallman solche Probleme schon im Ansatz. Denn wenn ein Autor solche Eigenschaften in sein Programm einbaut und sie nicht zurücknehmen will, kann ohne weiteres ein Fork entstehen. Weil der Autor befürchten muss, dass die meisten Benutzer zu dem Fork wechseln, kommt so etwas fast nie vor. Die für Stallman bedauerliche Ausnahme davon ist Ubuntu. Version 12.10 führte eine Shopping-Linse in die Oberfläche Unity ein, die bereits von der EFF stark kritisiert wurde. Schon die Tatsache, dass Amazon als Partner der Shopping-Suche gewählt wurde, erzürnt Stallman, da das Unternehmen wegen zahlreicher fragwürdiger Praktiken in der Kritik steht.

Sicher werde es Forks geben, die die Shopping-Linse entfernen, aber Canonical spekuliere darauf, dass die Forks nicht besonders populär werden. Zwar gibt es auch die Möglichkeit in Ubuntu, die Suche im Internet abzuschalten, aber das sei nicht ausreichend. Statt einer globalen Ein/Aus-Option sollte es zwei getrennte Suchfunktionen geben, eine lokal und eine fürs Netz, so wie es früher war.

Doch das Hauptproblem ist ein anderes, so Stallman. Man kann heutzutage nur noch sagen: »Freie Software spioniert die Benutzer nicht aus, außer Ubuntu«, während man früher zu Recht sagen konnte: »Freie Software spioniert die Benutzer nicht aus«. Somit schade Ubuntu dem Ansehen freier Software massiv. Man könne keine Entschuldigung von Canonical für diesen Umstand gelten lassen, selbst wenn Canonical das gesamte eingenommene Geld in die Entwicklung freier Software stecken würde. Stattdessen sollte die freie Software-Gemeinschaft die Konsequenzen ziehen und Ubuntu nicht mehr verwenden oder empfehlen. Damit soll Druck auf Canonical ausgeübt werden, bis die »Spyware« beseitigt ist. Interessenten sollte deutlich erklärt werden, dass Ubuntu wegen der Spionage aus der Sicht freier Software nicht mehr akzeptabel sei. Ein zusätzliches Argument sei, dass Ubuntu proprietäre Software enthält und empfiehlt. Unfreie Software sollte nach Meinung von Stallman niemals legitimiert werden.

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Kommentare (Insgesamt: 130 || Alle anzeigen || Kommentieren )
ubuntu? (max4253345, Fr, 4. Januar 2013)
Re[11]: Wer nutzt das noch? (------------------------------, Fr, 14. Dezember 2012)
Re[3]: Taube Ohren (zettberlin, Di, 11. Dezember 2012)
Schade (Egal, Di, 11. Dezember 2012)
Re[4]: Ubuntu will Mac OS imitieren (GLassnig, Mo, 10. Dezember 2012)
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