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Mi, 12. Dezember 2012, 12:30

Software::Distributionen::Ubuntu

Ubuntu-Strategie: Von Smartphone und Tablet auf den Desktop

Canonicals CEO Mark Shuttleworth stellte sich vor einigen Wochen einer Slashdot Q&A-Fragerunde um die Zukunft von Linux und Ubuntu.

Mark Shuttleworth

Mirko Lindner

Mark Shuttleworth

Dabei wurde er unter anderem zu den nächsten Herausforderungen für Linux und seiner Strategie für Ubuntu in diesem Szenario gefragt. Eine Frage zielte darauf ab, dass Linux zwar explosive Verbreitung auf Supercomputern und Smartphones sowie im Embedded-Markt verzeichne, jedoch auf dem Desktop keine bemerkenswerten Zahlen vorweisen könne.

Shuttleworth sieht das genauso und in Anbetracht schrumpfender PC-Verkäufe bekräftigt er die Notwendigkeit, Ubuntu auch auf mobile Geräte wie Tablets und Smartphones zu übertragen. Dadurch würden viele neue Nutzerschichten mit Ubuntu vertraut und würden so eventuell das vertraute System auch auf dem PC haben wollen. Da bekannt sei, dass Ubuntu hervorragend in der Cloud, auf Servern und auf dem Desktop laufe, sei die nächste Grenze, »ein nahtloses Erlebnis von eingebetteten Geräten bis hinein in die Cloud« zu kreieren. Er fährt fort, dies sei »ganz klar das, worauf wir bei Canonical fokussiert sind«.

Der Canonical-CEO merkt an, der mobile Markt sei zukünftig von entscheidender Bedeutung für den PC. »Wenn wir also am PC relevant sein wollen, müssen wir zunächst herausfinden, wie wir in der mobilen Welt relevant sein können.« Er möchte über ein gutes Erlebnis mit Ubuntu im mobilen Bereich Benutzer an die schon von vielen Herstellern angebotenen PCs mit vorinstalliertem Ubuntu heranführen.

Auf die Frage, wann denn ein Käufer im gut sortierten Elektrohandel ein Tablet von Canonical erwerben könne, sagt Shuttleworth, er werde an dieser Stelle keine Vorankündigung machen, jedoch »haben wir klar gesagt, dass Phone und Tablet Geschichten sind, die wir bis 14.04 LTS erzählt haben wollen. Also hoffe ich, dass sie zu diesem Zeitpunkt bereits wissen, wo ein solches Gerät erworben werden kann«.

In diesem Zusammenhang spielt Unity eine entscheidende Rolle. Auf die Frage, ob es denn klug sei, Unity, das offensichtlich mit Blick auf mobile Geräte und berührungssensitive Bildschirme konzipiert sei, auch Desktop-Benutzern am PC anzubieten, antwortet der CEO: »Unity ist bereit für Geräte, die nur durch Berührung bedient werden, aber die Desktop-Variante von Unity ist auch für den Desktop optimiert.« Dass Ubuntu durch Unity User verloren habe, verneint er, und denkt, das Gegenteil sei der Fall. Für die, die mit Unity nicht klarkommen, hat Shuttleworth die Kategorie »depressed hipster« parat.

Gefragt, ob er nicht befürchte, mit Maßnahmen wie einem halbfertigen Unity über drei Veröffentlichungen hinweg oder den Shopping-Linsen eher technisch orientierte Nutzer zu verschrecken, sagt er, er denke, Ubuntu wachse und sei auf dem richtigen Weg, was auch Hardware-Partner wie Dell, HP und Lenovo sowie die Zusammenarbeit mit EA und Valve im Unterhaltungssektor belegten. Seiner Ansicht nach ist »der Linux-Markt der Distributionen seit jeher stark fragmentiert und ideologisch geprägt. Das ist nichts Neues.«

Eine eher allgemeine Frage betraf den Spagat zwischen Anwenderfreundlichkeit und Freiheit der Software. Shuttleworth hält Anwender, die Probleme mit proprietärer Software haben, für generell ihrer Position unsicher, und diese Angst mache sie so kritisch. Wessen Sicht auf die Welt »eher produktiv, effektiv, effizient und einsichtig« sei, der solle »darauf vertrauen, dass wir auf lange Sicht gewinnen«. In dem Zusammenhang lobt er die Einstellung von Linus Torvalds, der zwar einer Firma den Finger zeigt, wenn es um effektive Verbesserung der Benutzbarkeit gehe, der ansonsten aber einen »toleranten Zugang« gegenüber proprietären Treibern von beispielsweise Nvidia oder Broadcom habe und nie »ideologisch in Sachen Lizenzen« gewesen sei. Torvalds gehe es immer darum, Dinge funktional zu bekommen.

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