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Mo, 17. Dezember 2012, 17:30

Gesellschaft::Bildung

Italienisches Bildungsministerium in der Kritik

Weil eine Aufnahmeprüfung für Lehreramtskandidaten in Italien bei den IT-Fragen nur auf ein einzelnes proprietäres System ausgerichtet ist, haben jetzt 45 Organisationen Beschwerde eingelegt.

Mirko Lindner

Wie die Free Software Foundation Europe (FSFE) mitteilt, hat sie zusammen mit AsSoLi, Wikimedia Italien, der Free Software User Group Italia, der Associazione per l'Informazione Geografica Libera (GFoss.it), der Italian Linux Society, LibreItalia und 38 anderen Organisationen beim italienischen Bildungsministerium Beschwerde eingelegt, da die Aufnahmeprüfung für Lehreramtskandidaten bei den IT-Fragen nur auf ein einzelnes proprietäres System ausgerichtet ist und damit freie Software benachteiligt.

Die Beschwerde vertritt die Meinung, dass die Schüler lernen sollten, wie Rechner funktionieren, und wie man Dinge gemeinsam nutzt. Freie Software mache das möglich. Proprietäre dagegen sei in Schulen fehl am Platz. Lehrer dazu zu zwingen, diese zu benutzen, sei unverantwortlich.

Professor Renzo Davoli von der Universität von Bologna und Präsident von Assoli, einer Gruppe, die für freie Software eintritt, analysierte die Fragen des Ministeriums, die auf dessen Webseite publiziert wurden. Er berichtet, dass es in den Fragen lediglich darum gehe, Windows, Word und Excel bedienen zu können. Er schlug alternative Fragen vor, die sich mehr an der Realität in der IT orientieren sollen.

Die FSFE sieht in den Fragen unter Umständen auch eine Verletzung bestehender Gesetze. Denn Italien hatte bereits beschlossen, dass die öffentliche Verwaltung freie Software bei der Beschaffung vorzuziehen hat. Proprietäre Software darf nur noch in Ausnahmefällen angeschafft werden. Die Beschwerde fordert das Bildungsministerium auf, die Prüfungsfragen zu ändern. Das Ministerium ist nun gesetzlich verpflichtet, binnen 30 Tagen zu antworten.

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