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Di, 18. Dezember 2012, 09:58

Gesellschaft::Politik/Recht

Niederlande: Gemeinden nutzen Open-Source-Systeme für Daten-Verteilung

Die Verwaltung der holländischen Stadt Apeldoorn erwägt die Einführung eines Datenverteilungssystems, das von der Stadt Rotterdam als Open-Source-Software entwickelt wurde.

Das von der Stadt Rotterdam entwickelte System ermöglicht es, Einwohner- und Adress-Register zentral zu verwalten. Die Stadt entwickelte ein Data Warehouse, das mit den Registern verbunden ist und auf das viele städtische Anwendungen mit einem Standard-Austauschformat zugreifen. Den Haag hat das System in diesem Jahr übernommen und möchte sich an der Weiterentwicklung beteiligen, etwa indem die Verwaltung und die Berichtsfunktionen verbessert werden. Das System soll 2015 komplett fertiggestellt sein.

Wie das Newsportal Joinup berichtet, ist Apeldoorn nach Den Haag die zweite große Gemeinde, die das Open-Source-System übernehmen möchte. Der Wechsel zu freier Software hilft der Stadt, Kosten zu reduzieren und gegen Herstellerabhängigkeit zu kämpfen, so Apeldoorns IT-Architekt Lex de Wolff.

Auf der 5. OpenSource Conference in Amsterdam am letzten Freitag wurde darauf hingewiesen, dass es in Holland viele Städte frustriert, von IT-Anbietern abhängig zu sein. Bemühungen der Regierung, standardbasierte Systeme zu entwickeln, fruchteten bisher nicht viel. »Das sind noch keine echten Standards. Hersteller reden darüber und nutzen verschiedene Versionen«, so de Wolff. Gemäß dem Apeldoorner IT-Architekten hat die Hersteller-Abhängigkeit 20 bis 25 Prozent höhrere IT-Kosten pro Jahr zur Folge.

De Wolff sprach in Amsterdam über Apeldoorns erfolgreichen Umstieg auf den JBoss Application Server, der jetzt das bisherige proprietäre System ersetzt: »Die Nutzung und Verwaltung des Systems sind gleich. Aber unsere Lizenzkosten sind um 85 Prozent gesunken. Das Geld, das wir für die Migration ausgegeben haben, war nach sechs Monaten wieder drin.«

Die Inbetriebnahme des Rotterdamer Datenverteilungssystems würde ein zweiter großer Open-Source-Schritt sein, auf das freie Datenbanksystem PostgreSQL zu migrieren ein dritter, so de Wolff.

Momentan muss Apeldoorn etwa einen Euro pro Jahr und Einwohner für Datenbanklizenzen ausgeben. De Wolff berichtet weiter, dass der bisherige proprietäre IT-Anbieter der Stadt Werkzeuge angeboten hat, mit denen sich das Datenbanksystem für die Personenregistrierung mit proprietären Office-Anwendungen verknüpfen lasse. Das ist für ihn keine Zusammenarbeit. »Sie drohten uns, dass der Wechsel zu PostgreSQL ihre Garantie außer Kraft setzen wird. Sie halten auch die Spezifikationen zurück, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.«

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