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Mo, 7. Januar 2013, 15:26

Software::Distributionen::Debian

Debian m68k wiederbelebt

Wie Wouter Verhelst schon an Weihnachten in seinem Blog vermerkte, haben einige Entwickler begonnen, die m68k-Portierung von Debian wieder zum Leben zu erwecken.

Software in the Public Interest (SPI)

Letztmals war die Architektur m68k im Jahr 2005 Bestandteil einer offiziellen Debian-Veröffentlichung. In der Debian-Version 3.1 »Sarge«, die im Juni 2005 erschien, wurde die Portierung noch unterstützt. Für die Nachfolgeversion 4.0 »Etch«, die im April 2007 kam, verfehlte die Portierung knapp die Veröffentlichungskriterien und war in der Folge nur noch eine inoffizielle Portierung. Das war jedoch nicht der Grund, warum die Portierung nahezu komplett einschlief. Der entscheidende Grund war, wie Verhelst berichtet, dass neuere Versionen von glibc zwingend Thread-lokalen Speicher (TLS) verlangen, und dieser stand auf m68k nicht zur Verfügung. Es ließ sich zunächst niemand finden, der diese Funktionalität für m68k implementieren konnte.

Das Problem mit dem Thread-lokalen Speicher wurde letztlich gelöst, indem bezahlte Entwickler die Unterstützung von TLS für Coldfire-Prozessoren entwickelten. Die Familie der Coldfire-Prozessoren ist den m68k-Prozessoren sehr ähnlich; im Linux-Kernel ist sie als eine Variante der m68k-Architektur implementiert. Jedoch war laut Verhelst inzwischen die m68k-Portierung von Debian so weit hinter die anderen zurückgefallen, dass die Portierung mehr oder weniger bei Null anfangen musste. Weitere Zeit verging, da niemand die Motivation hatte, diese Arbeit zu beginnen. Für eine Weile schien die m68k-Portierung endgültig tot zu sein.

Zwei Ereignisse änderten diesen Zustand schließlich. Zum einen wurde der Atari-Emulator ARAnyM (Atari Running on Any Machine) auf Linux portiert. Damit war es den Entwicklern möglich, die Portierung auf schnellen Rechnern, oder auch auf Laptops unterwegs, voranzubringen. Es dauerte nicht lange, bis Debian/m68k im Emulator lief. Doch handelte es sich immer noch um eine sehr alte Debian-Version.

Zum Glück für das Projekt trat dann der neue Debian-Entwickler Thorsten Glaser auf den Plan, der sich zum Ziel setzte, die Shell mksh auf allen Debian-Architekturen lauffähig zu machen. Nachdem er entdeckt hatte, dass m68k sich in ziemlich schlechtem Zustand befand, begann er selbst Pakete zu compilieren, um seine Shell compilieren zu können. Das war allerdings schon vor etwa zwei Jahren. In der Zwischenzeit, über die Verhelst nicht berichtet, wurden wohl nach und nach einige Pakete aktualisiert. So konnte Verhelst Ende 2012 Arrakis, einen der ältesten buildd-Server, wieder in Betrieb nehmen. Es ist derzeit der einzige Build-Server für Debian m68k, und dieser allein dürfte nicht in der Lage sein, die Distribution zu aktualisieren. So hofft Verhelst jetzt auf weitere buildd-Server, was seiner Ansicht nach kein Problem werden sollte.

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Kommentare (Insgesamt: 17 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[2]: Heisst das, die läuft auf dem ... (i.MX515, Di, 8. Januar 2013)
Re: Heisst das, die läuft auf dem ... (Unerkannt, Di, 8. Januar 2013)
Heisst das, die läuft auf dem ... (schmofarz, Di, 8. Januar 2013)
Re: Zielmarkt? (heavygnome, Di, 8. Januar 2013)
Re[4]: Zielmarkt? (EqPO2, Di, 8. Januar 2013)
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