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Mi, 23. Januar 2013, 08:59

Software::Kernel

LTSI-Kernel 3.4 erschienen

Die Long-Term Support Initiative der Linux Foundation hat einen Kernel auf Basis von Linux 3.4.25 veröffentlicht, der zwei Jahre lang unterstützt wird.

Larry Ewing

Die Long-Term Support Initiative (LTSI) war im Oktober 2011 gegründet worden. Sie untersteht der Arbeitsgruppe für Elektronikgeräte und will mit der Herausgabe eigener Kernel erreichen, dass die Gerätehersteller eine langfristig unterstützte Kernel-Version zur Verfügung haben, die ihren Bedürfnissen entspricht oder zumindest eine gute Basis für ihre Anforderungen darstellt. Einmal im Jahr soll eine LTSI-Kernel-Version erscheinen, die jeweils zwei Jahre lang unterstützt wird. In einem separaten Industrie-Zweig sollen Kernel veröffentlicht werden, die bis zu drei Jahren unterstützt werden. Das soll der typischen Lebenszeit eines Elektronikprodukts von zwei bis drei Jahren entsprechen.

Der jetzt veröffentlichte Kernel LTSI-v3.4 ist die zweite LTSI-Version nach Version 3.0, die Mitte 2012 erschienen war. Alle unterstützten Kernel können auf der Download-Seite gefunden werden.

Der Kernel LTSI-v3.4 beruht auf Linux 3.4.25 und wird von Kernel-Entwickler Greg Kroah-Hartman betreut. Der Kernel enthält, wie viele Distributions-Kernel, eine Reihe von Funktionen, die aus neueren Kerneln ausgeborgt wurden. Unter anderem wurde der Speicherallokator Contiguous Memory Allocator (CMA) verbessert, um auch in eingebetteten Geräten mit begrenzten Ressourcen gute Ergebnisse zu liefern. Eine Kernel-basierte Implementation des D-Bus-Protokolls, AF_BUS, wurde integriert, da in manchen eingebetteten Umgebungen die Geschwindigkeit einer Userspace-Implementierung zu gering ist.

Der Algorithmus CoDel zur Verwaltung von Sendewarteschlangen ist eine Funktionalität aus neueren Kerneln, die helfen soll, das Problem des Buffer Bloat zu lösen. Buffer Bloat ist das Problem, dass die Puffer in vielen Netzwerkgeräten und Rechnern viel zu groß sind, was die Flusssteuerung von TCP aushebelt und zu einer extremen Verlangsamung der Übertragung und stark ansteigenden Latenzzeiten führen kann. Ferner wurden in diesem Kernel die Unterstützung für die Hardware-Plattformen Armadillo 800, AT91, kzm9d, kzm9g und Marzen sowie andere Verbesserungen aus neueren Kerneln implementiert.

Der LTSI-Kernel darf nicht mit den stabilen Kernel-Versionen auf kernel.org verwechselt werden. Beide folgen unterschiedlichen Regeln. Während in die kernel.org-Versionen nur Korrekturen eingebracht werden, die zuvor auch im Entwicklungszweig des Kernels gelandet sind, werden in die von der Linux Foundation betreuten LTSI-Kernel durchaus auch neue Funktionen eingebaut, von denen einige noch nie in einem offiziellen Kernel zu finden waren. In dieser Hinsicht ähnelt der Kernel denen, die von den Linux-Distributoren gepflegt werden, wie beispielsweise von Debian.

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