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Mi, 23. Januar 2013, 12:04

Software::Distributionen::Ubuntu

Ubuntu denkt über Rolling Release nach

Bei Canonical denkt man zur Zeit über eine Änderung des Veröffentlichungsmodells nach und schaut in Richtung Rolling Release.

Canonical

Seit neun Jahren folgt Ubuntu einem Modell, bei dem alle sechs Monate eine neue Veröffentlichung erscheint. Ursprünglich ergab sich das so, da man dem Gnome-Zyklus folgte. Die für 2013 zu erwartenden Veröffentlichungen finden, wie immer, im April und Oktober statt und werden 13.04 und 13.10 heißen. Ab 14.04 könnte sich dieses Schema drastisch ändern. Canonical denkt darüber nach, ab der nächsten langzeitunterstützten Version, also 14.04 LTS, nur noch LTS-Versionen zu veröffentlichen und dazwischen auf Rolling Release umzustellen. Die nächste LTS-Version danach wäre somit 16.04 LTS.

Damit würde sich Ubuntu in den Reigen von Distributionen wie Arch oder den auf Debian-Unstable basierenden Semplice und Siduction einreihen. Die Leiterin des Kernel-Teams bei Ubuntu, Leann Ogasawara, sprach jetzt erstmals in einem öffentlichen Google Hangout über die Pläne. Die Grundaussage dort lautet, es sei noch nichts in Stein gemeißelt, aber die interne Diskussion laufe bereits seit geraumer Zeit, sei aber durch den Presserummel um das Ubuntu Phone der Öffentlichkeit bisher vorenthalten worden.

Noch im Jahr 2009 hatte Mark Shuttleworth wenig Begeisterung bei den Debian-Entwicklern hervorgerufen, indem er auf der Projekt-Mailingliste vorschlug, Debian solle sich dem Zyklus von Ubuntu anschließen. Darüber hinaus hatte er die Vision, das sich weitere große Distributionen wie beispielsweise Red Hat einem solchen Zyklus anschließen würden. Bei Debian obsiegte damals das bisher gepflegte Modell »veröffentlicht wird es, wenn es fertig ist«.

Das jetzt diskutierte Modell »Rolling Release«, bei dem eine Installation in vom Nutzer festgelegten Zeitabständen auf den jeweils aktuellen Stand gebracht wird, ist das Gegenteil der Ideen von 2009. Ein Rolling Release-Modell könnte für Ubuntu viele Ressourcen freimachen, da die jetzt gepflegten zeitbasierten Veröffentlichungen viele Kräfte binden und gleichzeitig aber die Entwicklung behindern. So steht bereits jetzt fest, dass Ubuntu 13.04 mit Kernel 3.8 ausgeliefert wird. Was aber, wenn kurz vorher Kernel 3.9 mit spannenden Neuerungen oder wichtigen Fehlerbereinigungen erscheint? Eine Distribution, die rollt, wartet dann einfach mit der geplanten Veröffentlichung. Ubuntu würde in dem Fall beim jetzigen Modell die Änderungen unter Zeitdruck zurück portieren, da ja der Tag der Veröffentlichung feststeht.

Vom technischen Standpunkt her sollte ein Rolling Release bei Ubuntu beherrschbar sein, da bereits seit geraumer Zeit vom QA-Team täglich Images gebaut und getestet werden. Die größere Frage ist, wie Canonical den radikalen Schritt seinen Anwendern verkaufen kann. Viele der Neuerungen des letzten Jahres wurden nicht mit viel Gegenliebe bedacht, sodass die Grundstimmung gegenüber Neuerungen eher verhalten ist. Tatsache ist jedoch, dass ein Rolling Release den Nutzern einen sichereren Upgrade-Pfad bieten würde als es die geballten Änderungen eines Upgrades nach einem halben Jahr derzeit tun. Allerdings ist der Anwender selbst in der Pflicht, in Abständen von Wochen sein System zu pflegen und dabei eine gewisse Vorsicht an den Tag zu legen, denn der Nachteil eines Rolling Release ist, dass auch mal ein kaputtes Paket mit durchrutscht. Hier wäre es an Ubuntu, Mechanismen zur Verfügung zu stellen, die das möglichst verhindern.

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