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Do, 24. Januar 2013, 18:50

Gemeinschaft::Personen

Alan Cox zieht sich zurück

Der prominente Kernel-Entwickler Alan Cox verlässt »aus familiären Gründen« für eine unbestimmte Zeit die Linux-Entwicklung und seinen Arbeitgeber Intel.

Alan Cox

In seiner Mitteilung stellt Cox fest, dass ihm bewusst sei, dass familiäre Gründe oft als Ausrede für andere Gründe (»ich finde, mein Chef ist ein Arschloch«) seien, bei ihm treffe das aber nicht zu. Auch wenn er das manchmal von Torvalds denke, halte er ihn genau deshalb für einen guten »Kernel-Diktator«. Er scheide in gutem Einvernehmen von Torvalds und Intel, und es sei auch möglich, dass er noch einmal zurückkomme. Seine engsten Freunde wurden in die genauen Gründe eingeweiht, in der Öffentlichkeit will Cox aber nichts Genaueres sagen.

Der Waliser Alan Cox arbeitete seit den Anfängen von Linux an der Kernel-Entwicklung mit. In seiner beruflichen Laufbahn war Cox technischer Direktor bei cymru.net und arbeitete unter anderem für Firmen wie NTL, 3Com und Sonix. Danach wechselte er zu Red Hat. Schon Ende August 2003 nahm Cox einmal eine befristete Auszeit von der Kernel-Entwicklung, um im Zuge eines MBA-Kurses sein Walisisch zu verbessern. Seit Januar 2009 arbeitete er für Intel am Kernel und an freier Software.

In technischen Fragen war Cox oft derselben Meinung wie Linus Torvalds und galt aufgrund seiner umfassenden Kernel-Kenntnisse oft als sein Stellvertreter. Auf sein Kerbholz gehen zahlreiche Entwicklungen, darunter Netzwerktreiber und die anfängliche SMP-Unterstützung in Linux 2.0. Zudem pflegte er den Kernel 2.2, nachdem die Entwicklung von Linux 2.4 begonnen hatte, und einen eigenen Zweig des Kernels 2.4 mit Korrekturen.

Zuletzt war Cox nur noch für die seriellen Treiber direkt verantwortlich. Seine Pause wird daher keine Auswirkungen auf den Kernel haben. Seine kurzen, oft bissigen, aber treffenden Kommentare werden aber sicherlich vermisst werden.

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