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Mo, 18. Februar 2013, 11:46

Software::Distributionen::Canonical

Aaron Seigo kritisiert Canonical

Plasma-Entwickler Aaron Seigo bezichtigt in einem Blog Canonical der unethischen Berichterstattung zum Ubuntu-Phone.

Ubuntu for Phones

Andrew Cunningham

Ubuntu for Phones

Am 15. Februar hatte Canonical bekannt gegeben, dass am 21.Februar eine Entwicklerversion für das Ubuntu-Phone im Quelltext veröffentlicht werden soll. An dieser Nachricht macht Seigo seine Kritik fest und unterstellt im besten Fall sehr schwammige Formulierung und im schlimmsten Fall Irreführung der Software-Gemeinschaft und interessierter Entwickler. Besonders ein Absatz erregt seinen Unmut. Darin geht es um die angestrebte gemeinsame Basis über PC, Tablets, Ubuntu-TV bis zum Ubuntu-Phone. Dort heißt es in Übersetzung wortgemäß: »Die Veröffentlichung markiert außerdem den Start einer neuen Zeitrechnung für Ubuntu mit echter Konvergenz zwischen verschiedenen Geräten. Wenn vollendet, wird der gleiche Ubuntu-Code ein Erlebnis auf mobilen Geräten, am Desktop oder TV liefern, je nachdem, auf welchem Gerät der Code installiert ist oder wo das Gerät angedockt ist. Ubuntu 13.10 (für Oktober 2013 angekündigt) wird ein komplettes grundlegendes Smartphone-Erlebnis bieten.«

Seigo sieht hier Versprechungen, die so derzeit entweder nicht durch Code gedeckt sind, oder wo dieser Code nicht öffentlich sei, so er existiert. Beides findet er kritikwürdig. So sei Unity als verbindendes Element auf allen Plattformen derzeit nicht in QML realisiert, während das Ubuntu-Phone aber reines QML sei. Sein Einblick in den Code von Ubuntu für Android und den Ubuntu Phone APIs rechtfertige seine Überzeugung, dass Canonical hier aus marketingtechnischen Gründen Vapourware verspreche. Ein gutes Beispiel, dass dies kein Einzelfall sei, sei der letztjährige Hype um Ubuntu-TV und die heutige Realität des Vorhabens. Ein solches Gebaren schade allgemein dem Ansehen freier Software. Hier knüpft auch die Kritik der Entwicklung hinter geschlossenen Türen an, der sich Canonical Ende letzten Jahres nach der Ankündigung, Teile der Entwicklung zukünftig erst spät im Entwicklungsprozess öffentlich machen zu wollen, stellen musste.

Seigo macht klar, er sei nicht gegen das Ubuntu-Phone, im Gegenteil. Mobile freie Software, besonders solche auf Basis von Qt/QML erwärme sein Herz. Er halte sich normalerweise mit Kritik an anderen Projekten auch sehr zurück. In diesem Fall sehe er aber eine Methodik in der Pressearbeit von Canonical, die Unterstützung durch Vorspiegelung falscher Tatsachen erheischt.

In den Kommentaren zu Seigos Kritik erhält er überwiegend Zustimmung zu seiner Sicht der Dinge, sofern es sich nicht um Canonical-Mitarbeiter handelt. Vereinzelt wird er aber auch als im Glashaus sitzend kritisiert, was Vaporware und sein Vivaldi-Tablet angeht. Der langjährige X.org-Entwickler Daniel Stone meldet sich zu Wort und nennt das Vorhaben von Ubuntu, eventuell einen eigenen Display-Server zu realisieren, »tragikomisch«.

Seigo selbst entwickelt seit längerem plattform-offen an Plasma und will auf seinem geplanten Tablet Vivaldi Plasma Active einsetzen.

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