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Fr, 1. März 2013, 13:05

Software::Distributionen::Ubuntu

Erneuter Vorstoß zu Rolling Release bei Ubuntu

Zuletzt hatte es im Januar eine Diskussion über eine Änderung des Veröffentlichungs-Modells von Ubuntu gegeben. Jetzt wird die Diskussion wieder eröffnet.

Canonical

Die Leiterin des Kernel-Teams bei Ubuntu, Leann Ogasawara, hatte zu Jahresbeginn in einem Google-Hangout erklärt, die Diskussion in internen Teams über eine Änderung des Veröffentlichungs-Modells hin zu einem Rolling Release werde schon seit einiger Zeit geführt, sei aber durch den Presserummel um Ubuntu im Mobilfunksektor überschattet worden. Einige Tage, nachdem Canonical bekannt gab, den Ubuntu Developer Summit (UDS) von einer realen zu einer virtuellen Konferenz umzustrukturieren, hat sich jetzt Rick Spencer auf der Mailingliste »ubuntu-devel« zu Wort gemeldet und die Diskussion wieder angestoßen. Bei der Einordnung dieses Eintrags auf der Liste hilft es zu wissen, dass Rick Spencer der Chef der Entwicklerteams für Ubuntu bei Canonical ist.

Spencer sieht Ubuntu im Wandel begriffen, wenn er die Diskussion mit dem Ausblick eröffnet, Ubuntu werde im Verlauf des Jahres ein von vielen erwartetes Phone-OS veröffentlichen und habe damit die Chance, ein wirklich konvergentes Betriebssystem zu schaffen, wo sich ein einziges Produkt auf allen Plattformen installieren lässt. Eine solche Entwicklung braucht laut Spencer viel Agilität, weswegen er die Interims-Veröffentlichungen, die Canonical bisher zwischen den LTS-Versionen alle sechs Monate herausbrachte, eher als Verschwendung von Entwickler-Ressourcen und Geldmitteln ansieht und sie jetzt ersatzlos abschaffen möchte. Er sieht die im Rhythmus von zwei Jahren liegenden LTS-Versionen als ausreichend für die meisten Anwender. Wer aktueller sein möchte, der möge dem Rolling Release mehr oder weniger zeitnah folgen. Die Qualität der täglich gebauten und getesteten Abbilder sei mittlerweile so hoch, dass Enthusiasten und Entwickler diese ohne größere Probleme nutzen könnten. Spencer möchte außerdem einen monatlichen Snapshot anbieten, der den jeweiligen Stand markieren soll, und den etwas konservativere Anwender, die trotzdem aktuell sein möchten, nutzen könnten.

Bereits vor eineinhalb Jahren hatte Scott James Remnant auf die Probleme der sechsmonatigen Veröffentlichungen für den Entwicklungszyklus aufmerksam gemacht, die zu viel Verärgerung seitens der Nutzer wegen der auftretenden Probleme nach jeder Veröffentlichung führen. Entweder werden Funktionen, die mit heißer Nadel gestrickt sind, in die Images gepackt, weil man sie doch versprochen hatte, oder aber fast fertige Dinge müssen sechs Monate warten, bis sie veröffentlicht werden.

Nach Spencers Überlegungen würden sowohl die Entwickler als auch die Nutzer und die Gemeinschaft von dem neuen Modell profitieren. Für ihn ist es wichtig, den Schritt jetzt zu tun, damit Ressourcen frei werden, um »ein Betriebssystem zu erschaffen, das mit der gleichen Codebasis Telefone, Tablets, Desktops, Workstations, Server, Clouds und Dienste in der Cloud antreibt«. Es wird spannend, zu erfahren, wie sich Mark Shuttleworth zu diesen Plänen stellt, laufen sie doch diametral dem entgegen, was er im Jahr 2009 propagierte, als er versuchte, Debian und andere Distributionen von einem an Ubuntu angepassten Turnus mit festen Veröffentlichungsterminen alle sechs Monate zu überzeugen.

Spencer wird seinen Vorschlag am 1. März abends um 18:00 UTC öffentlich in einem Hangout diskutieren.

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