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Mo, 4. März 2013, 13:38

Software::Kernel

Linux-Kernel 3.9 tritt in die Testphase ein

Linux-Initiator Linus Torvalds hat die Kernel-Version 3.9-rc1 als erste Testversion für Linux 3.9 freigegeben. Unter den zahlreichen Änderungen finden sich Verbesserungen bei den Dateisystemen btrfs und ext4. Daneben wurde der Kernel auf zwei weitere CPU-Architekturen portiert.

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Linux Foundation

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Zwei Wochen nach Linux 3.8 liegt nun die erste Testversion von Linux 3.9 vor. Gemessen an der Größe des Patches geht die Entwicklung des Kernels mit unverminderter Geschwindigkeit weiter. Laut Linus Torvalds gab es Änderungen in allen Teilen des Kernels. Davon entfielen dieses Mal »nur« 60% auf die Treiber, was vermutlich an der Aufnahme zweier neuer CPU-Architekturen in den Kernel liegt: die Meta HTP-Prozessoren (metag), 32-Bit-Systeme auf einem einzelnen Chip von Imagination, und ARC 700 (arc), eine Familie von 32-Bit-Prozessoren von Synopsis für eingebettete Systeme.

Das Dateisystem ext4 bietet jetzt die Möglichkeit, »Löcher« in Dateien zu erzeugen. Das Dateisystem btrfs unterstützt nun RAID 5 und 6. Der Scheduler erhielt eine relativ kleine Änderung, die verhindert, dass ein Prozess auf einen anderen Prozessor wechselt, wenn mehr Prozessoren als ausführbare Prozesse zur Verfügung stehen. Jeder solcher Wechsel konnte bewirken, dass im Cache die Daten dieses Prozesses noch nicht vorhanden waren. Indem dies vermieden wird, kann die Geschwindigkeit unter Umständen drastisch steigen. Weitere Änderungen wurden im Hinblick auf das Ziel gemacht, dass kein Timer-Tick mehr den Prozessor unterbrechen soll, während gerade ein Anwenderprogramm ausgeführt wird.

Auch das ftrace-Subsystem erhielt Verbesserungen. Das Format der Trace-Ereignisse wurde geändert, um etwas Speicher zu sparen; diese Änderung wird von der Bibliothek libtraceevent transparent behandelt. Es gibt außerdem die Möglichkeit, Schnappschüsse der Trace-Puffer anzulegen. Die ARM-Architektur unterstützt jetzt die KVM-Virtualisierung auf Cortex A-15. Neu ist auch die virtuelle x86-Plattform »Goldfish«, die für die Android-Entwicklung genutzt wird.

Die neue Option SO_REUSEPORT ermöglicht, dass mehrere TCP- oder UDP-Sockets gleichzeitig auf neue Verbindungen oder Nachrichten warten. Der Connection-Tracking-Code von Netfilter unterstützt jetzt »Connection Labels«, Bitmasken, die in Netfilter-Regeln ausgewertet werden können. Das Multiple VLAN Registration Protocol (MVRP) wurde implementiert. Im WLAN-Subsystem wurde Radar-Erkennung eingebaut, was für die dynamische Frequenzauswahl im 5 GHz-Bereich nötig ist.

Im Bereich der Virtualisierung wurden die VM Sockets von VMware aufgenommen. Damit können virtuelle Maschinen mit dem Hypervisor kommunizieren. Zugleich wurde das »Virtual Machine Communication Interface« aufgenommen, das für eine schnelle Kommunikation zwischen dem Host und den Gastsystemen sorgen soll. In Xen wurde Unterstützung für ACPI-basiertes Hotplugging von CPUs und Speicher implementiert, vorerst aber nur für das Hinzufügen.

Zahlreiche Treiber wurden aktualisiert, erweitert oder kamen neu hinzu, darunter Nvidia Tegra114 und eine virtuelle »Dummy«-Maschine für ARM. Im ALSA-Soundtreiber wurde ein allgemeiner Parser für HDA-Codecs implementiert. Durch die allmähliche Umstellung aller vorhandenen Treiber wird eine Menge duplizierter Code entfernt. Die Handhabung von GPIO-Leitungen wurde grundlegend überarbeitet.

Doch es wurden auch einige Treiber entfernt. Dies betrifft jedoch Netzwerkkarten, die schon in den Anfangsjahren von Linux als veraltet galten und die teilweise gravierende Design- und Hardwarefehler aufwiesen, die einen zuverlässigen Betrieb kaum möglich machten. Darunter befinden sich 3c501, 3c505, 3c507, Intel i825xx und Karten am Parallelport. Ein Kommentar des Entwicklers Donald Becker aus der Frühzeit von Linux über die 3c501 sei stellvertretend für diese Hardware zitiert: »Do not purchase this card, even as a joke.« Auch das seit langer Zeit unbenutzte »WAN Router« Subsystem wurde entfernt.

Die zahlreichen weiteren Änderungen sind im Änderungslog von Git zu finden. Kernel und Patch-Dateien sind von zahlreichen Spiegelservern von kernel.org herunterzuladen.

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Kommentare (Insgesamt: 4 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Thinkpad X40(Intel 82540EP) (gol, Mo, 4. März 2013)
Re: Nanu? Löcher? (Jürgen Sauer, Mo, 4. März 2013)
Re: Nanu? Löcher? (Verflucht, Mo, 4. März 2013)
Nanu? Löcher? (petsie, Mo, 4. März 2013)
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