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Mi, 27. März 2013, 07:58

Gesellschaft::Politik/Recht

Spanische Linux-Gruppe reicht Klage gegen Microsoft ein

Die größte spanische Vereinigung von Linux- und Open-Source-Anwendern Hispalinux hat Microsoft bei der EU-Kommission wegen Wettbewerbsbehinderung im Zusammenhang mit UEFI-Secure-Boot verklagt.

HispaLinux - hispalinux.es

Das berichtet der Nachrichtendienst Reuters. Inhaltlich lautet der vom Rechtsanwalt und Vorsitzenden der rund 8.000 Mitglieder starken Gruppe Hispalinux formulierte Vorwurf, der von UEFI-Secure-Boot benötigte Microsoft-Schlüssel sperre die Hardware für Linux und andere Betriebssysteme aus.

Hispalinux bezeichnet UEFI-Secure-Boot mit Microsofts Schlüssel als »ein technologisches Gefängnis für Computersysteme«, weil Microsoft Secure-Boot für Windows-8-Rechner vorschreibt. Bei aktiviertem UEFI-Secure-Boot starten PCs standardmäßig nur Betriebssysteme, deren Bootloader mit einem Microsoft-Schlüssel signiert ist. Laut Jose Maria Lancho ist UEFI-Secure-Boot »wettbewerbsfeindlich und schlecht für Anwender sowie die europäische Softwareindustrie«. Nach eigener Aussage hat Jose Maria Lancho daher gestern eine 14-seitige Beschwerde bei der EU-Vertretung in Madrid eingereicht.

Dass die Klage erfolgreich sein wird, gilt selbst und Secure-Boot-Gegnern als unwahrscheinlich. Dass Microsoft selbst kein rechtliches Problem in UEFI Secure Boot sieht, liegt auf der Hand. Im Selbstverständnis der Redmonder habe man einen offenen Industriestandard zur Erhöhung der Computersicherheit geschaffen. Aber auch die Reuters-Meldung zitiert einen Bericht des europäischen Wettbewerbskommissars Joaquín Almunia von Anfang März, laut dem die Europäische Kommission die Sicherheitsanforderungen für Windows 8 prüft und bisher keine Verletzung der Wettbewerbsregeln der EU sieht.

Die Argumente und Standpunkte der verschiedenen Interessen-Gruppen in der Linux-Gemeinschaft wurden in den vergangenen Monaten umfassend diskutiert, und fast jede wichtige Linux-Distribution hat inzwischen eine Lösung zum Umgang mit UEFI-Secure-Boot erarbeitetet. So gibt es mit Shim und Preloader.efi inzwischen zwei von Microsoft signierte Bootloader, die Linux auf Secure-Boot-Systemen starten.

Allerdings sind alle von den Distributionen angebotenen Lösungen von Microsofts Signierdienst abhängig. Daher spricht sich die Free Software Foundation mit ihrer Kampagne nach wie vor gegen die Nutzung von UEFI-Secure-Boot aus.

Fakt ist, dass Microsoft zwar fordert, Windows-8-Rechner ausschließlich mit aktiviertem UEFI-Secure-Boot auszuliefern, in seinen eigenen Regeln für Windows-8-Systeme aber verlangt, dass Secure Boot bei x86-Rechnern abschaltbar sein muss, schon damit ältere Windows-Systeme laufen. Auf Desktop-Systemen wird sich UEFI-Secure-Boot demnach im Zweifel immer deaktivieren lassen, sollte das zu installierende Betriebssystem keine Secure-Boot-Unterstützung bieten. Anders sieht das allerdings bei ARM-Systemen aus, die mit Windows RT laufen. Hier wird sich Secure-Boot nicht abschalten lassen und damit faktisch das Verwenden von MS Windows erzwingen.

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Kommentare (Insgesamt: 31 || Alle anzeigen || Kommentieren )
An alle Kinderficker, Nazis, Raucher und Kriegsvergherrlicher (Bekannter, Do, 28. März 2013)
Re[2]: logischer als Browser-Klage (CCarpenter, Do, 28. März 2013)
Re[2]: Endlich wehrt sich jemand (WolfgangP, Do, 28. März 2013)
Re[2]: An alle Vollpfosten (Anonymous, Do, 28. März 2013)
Re: Fanboys halt (Cyrix.x86, Do, 28. März 2013)
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