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Do, 4. April 2013, 08:23

Software::Desktop

Mozilla und Samsung kooperieren bei künftiger Browser-Engine

Mozilla und Samsung arbeiten gemeinsam an der derzeit noch experimentellen Browser-Engine Servo sowie an der Servo zugrunde liegenden von Mozilla konzipierten Programmiersprache Rust. Servo könnte in nicht allzu ferner Zukunft Mozillas bisherige Browser-Engine Gecko ersetzen.

Mozilla

Bislang ist Servo offiziell ein Forschungsprojekt von Mozilla Research. Das Projekt hat nach eigener Angabe zum Ziel, eine Browser-Engine für eine neue Generation von Hardware zu erschaffen »Mit Servo entwickeln wir den Webbrowser auf allen technologischen Ebenen vollständig neu, angefangen vom Parsen der Eingabe über das Seiten-Layout bis zur Darstellung, um ein Maximum an Parallelisierung gepaart mit einem möglichst niedrigen Energieverbrauch zu ermöglichen«. So soll Servo insbesondere CPUs mit mehreren Prozessorkernen besser ausnutzen, sich einfacher auf verschiedene Architekturen portieren lassen und viel weniger Energie als Gecko verbrauchen.

Servo wird vollständig in der von Mozilla entwickelten Programmiersprache Rust geschrieben, die eine C++-ähnliche Syntax besitzt, aber keine gefürchteten Schwachstellen von C oder C++ wie Pufferüberläufe und andere Sicherheitsprobleme geerbt hat. So sollen mit Rust geschriebene Programme von Haus aus sicher sein. Darüber hinaus ist Rust insbesondere für die parallele Programmierung konzipiert.

Mozilla Research arbeitet bereits eine Zeit lang an Servo. Ab sofort beteiligt sich auch das südkoreanische Unternehmen Samsung an dem Forschungsprojekt und will Servo gemeinsam mit Mozilla auf ARM-Prozessoren portieren. Zeitgleich hat Mozillas Technikchef Brendan Eich bekannt gegeben, dem Servo-Projekt künftig mehr Ressourcen zukommen zu lassen. Damit will Mozilla beweisen, dass das Entwickeln eines schnellen, durchweg parallel arbeitenden Browsers mit einer skalierbaren Rendering-Engine möglich ist. Die Rendering-Pipeline von Servo soll in mehrere Tasks aufgespalten sein, von denen jede für sich als kompakter Rust-Thread realisiert ist.

Die Beteiligung von Samsung besteht konkret darin, den bislang nur unter Mac OS X und Linux übersetzbaren Quellcode der Browser-Engine auf Android beziehungsweise die ARM-Plattform zu portieren. So hat Samsung bereits ein ARM-Backend und eine Build-Infrastruktur für Rust fertig, die Entwickler zum Erstellen von Android-Programmen brauchen. Zeitgleich hat Mozilla auch eine neue Vorabversion 0.6 von Rust freigegeben.

Die Projekte Rust und Servo sind eng miteinander verwoben. Der Quellcode von Samsungs Build-Infrastruktur steht auf Github zum Herunterladen zur Verfügung. Laut Brendan Eich soll im Laufe des kommenden Jahres eine erste stabile Version von Rust erscheinen.

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