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Mo, 15. April 2013, 13:46

Hardware::Tablets

Erste Prototypen-Boards für das Vivaldi Tablet

Das ehrgeizige Projekt von KDE-Entwickler Aaron Seigo, ein Tablet mit Open-Hardware zu bauen, nimmt weitere Hürden. Derzeit laufen die ersten Prototypen der Mainboards vom Band.

EOMA-68 Mini-Board

Rhombus-Tech

EOMA-68 Mini-Board

Nachdem das Projekt des offenen Tablets Vivaldi von Aaron Seigo fast Schiffbruch mit den Hardware-Herstellern in China erlitten hätte, sind jetzt erste Prototypen der von Seigo und der Firma Rhombus-Tech entworfenen offenen Hardware vom Fließband gerollt. Es handelt sich um ein nach der Embedded Open Modular Architecture/EOMA-6-Spezifikation ausgelegtes Board mit rund acht Zentimetern Länge und einer Breite von etwa fünf Zentimeter und erinnert nicht nur von seiner Anschlussleiste mit 68-Pins an eine PCMCIA-Karte, sondern wird auch im gleichen Formfaktor hergestellt.

Das kleine Board beherbergt CPU/GPU, RAM, die integrierte Speichereinheit sowie Chips für Ethernet und die SD-Karte. Die jetzigen Prototypen beruhen auf dem Allwinner-A10 SoC mit 1,2 GHz und einem Gigabyte Hauptspeicher. Neben einem HDMI-Ausgang findet sich ein USB-OTG-Slot, der das Board auch mit Strom versorgen kann und es somit unabhängig einsetzbar macht.

Der Sinn dieses kleinen Boards, dass im Fall des Vivaldi-Tablets an ein größeres Tablet-Board gekoppelt wird, ist Aufrüstbarkeit und Austauschbarkeit. So soll beispielsweise noch in diesem Jahr der Allwinner-A20 SOC auf dem Mini-Board einsetzbar sein. Andererseits könnte zukünftig das EOMA-6-Board vom Anwender auch in anderer Hardware einsetzbar sein, etwa in einem EOMA6-kompatiblem Smartphone, einer stationären Mediabox oder Ähnlichem.

Fotostrecke: 4 Bilder

EOMA-68 Mini-Board
Vivaldi Mainboard
EOMA-68 Mini-Board-Prototypen im Test
Vivaldi Mainboard Schematik
Das zweite, hardware-spezifische Board bringt mit WLAN-Chip, GPS, Beschleunigungssensor und Touchscreen-Chip weitere Komponenten des Vivaldi-Tablets, kann aber für eine andere Gerätekategorie auch komplett andere Module enthalten, wie Aaron Seigo im letzten seiner wöchentlichen Podcasts etwa ab Minute 27 beschreibt.

Die Software des Vivaldi basiert auf einem Android-Kernel, der dank libhybris in der Lage ist, basierend auf der Runtime des Mer-Projekts Plasma Active zu unterstützen. Zeitgleich mit den Arbeiten am Innenleben wird auch am Gehäuse des offenen Tablets gearbeitet und laut Seigo ist es nicht mehr weit zum fertigen Produkt. Somit haben die Verspätungen auch ihr Gutes - das Vivaldi wird mehr sein als ursprünglich geplant, nämlich ein Stück offener Hardware vereint mit freier Software. Einzig der OpenGL-Stack auf der GPU bleibt vorerst Closed-Source, bis der freie Lima-Treiber für den Produktiveinsatz geeignet ist.

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