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Fr, 19. April 2013, 10:09

Software::Distributionen::Debian

Debian 7.0 in zwei Wochen

Nach einer ausgedehnten Stabilisierungsphase steht Debian 7.0 »Wheezy« kurz vor der Veröffentlichung. Am 4. oder 5. Mai könnte es soweit sein.

Software in the Public Interest (SPI)

Neil McGovern, Mitglied des Debian-Veröffentlichungs-Teams, hat die Freigabe von Debian 7.0 »Wheezy« für den 4. oder 5. Mai in Aussicht gestellt. Damit würde die neue Version mehr als 26 Monate nach Debian 6.0 »Squeeze« erscheinen. Wie McGovern mitteilte, wurde die Zahl der kritischen Fehler, die die neue Version betreffen, auf null gebracht, was eine Voraussetzung für die Freigabe ist. Es liegen jetzt noch 17 Fehler vor, die nicht klassifiziert wurden und in den nächsten Tagen behandelt werden. Sollten keine neuen kritischen Probleme auftauchen, steht der Freigabe nichts mehr im Wege.

Debian 7.0 »Wheezy« war schon seit Anfang Juli 2012 eingefroren und akzeptierte außer einigen geplanten Updates nur noch Fehlerkorrekturen. Vor zwei Monaten war ein Veröffentlichungskandidat erschienen. Mit voraussichtlich zehn Monaten wird die Freeze-Phase dieses Mal noch länger als bei Version 6.0. Während dieser Zeit war der Zufluss neuer Software in die Archive »testing« und »unstable« und damit auch in die Backports stark eingeschränkt, sicher zum Leidwesen einiger Nutzer, die gerne neuere Versionen eingesetzt hätten.

Debian 7.0 bringt unter anderem eine neue Architektur, armhf, und das System lässt sich auf verschiedenen ARM-basierten Geräten installieren, darunter Buffalo Linkstation LiveV3 (LS-CHL), Buffalo Linkstation Mini (LS-WSGL), Toshiba AC100, MX53 LOCO Board, OMAP4 Pandora und Genesi Efika MX Nettops und Smarttops. Die Distribution wird erstmals Multiarch-fähig, unterstützt IPv6 vollständig und kann von UEFI-Systemen mit Secure Boot booten. Neben dem Kernel-Update mit erweiterter Hardware-Unterstützung wurden auch zahlreiche Software-Pakete aktualisiert oder neu hinzugefügt. Die Verbesserung der Qualität der Pakete war ein Veröffentlichungsziel, und die Startgeschwindigkeit des Systems wurde erhöht.

Der Standard-Desktop von Debian 7.0 ist Gnome 3.4. Daneben sind KDE 4.8.4, Xfce 4.8 und LXDE verfügbar. Das Standard-Dateisystem ist nun ext4 statt ext3. Btrfs kann verwendet werden, wenn eine separate /boot-Partition angelegt wird. Netzwerk-Blockgeräte werden jetzt unterstützt. Systemd ist eine Option, wird aber nicht standardmäßig installiert. Die Paketverwaltung unter Gnome erfolgt mit PackageKit.

Die Multimedia-Bibliothek ffmpeg wurde durch libav ersetzt, einem Fork von ffmpeg, der mehr Stabilität verspricht. Mehr noch, Debian verspricht, dass die Zeiten der verkrüppelten Multimedia-Unterstützung vorüber sind, und liefert alle frei verfügbaren Codecs im Main-Archiv mit.

Der Kernel beruht auf Linux 3.2. Wo es für die Unterstützung neuer Hardware nötig ist, wurden allerdings Treiber aus neueren Kernel-Versionen zurückportiert. In der aktuellen Version kamen viele Treiber hinzu, darunter Netzwerk-, WLAN-, USB- und Festplatten-Controller-Treiber. Das proprietäre Dateisystem exFAT kann über FUSE-Treiber genutzt werden. Eine Echtzeit-Variante des Kernels steht optional bereit.

In den beiden FreeBSD-Varianten von Debian wurde der Kernel auf Version 8.3 aktualisiert, und Version 9.0 wird als Option angeboten. Das Dateisystem ZFS wird wieder unterstützt und ZFS-Pools lassen sich umfassend verwalten.

Debian 7.0 soll auch verbesserte Unterstützung für VoIP bringen, so soll SIP-Telefonie auch über Firewalls hinweg möglich werden. Dazu werden unter anderem reTurn server, repro SIP proxy und dlz-ldap-enum mitgeliefert. Im Bereich der Sicherheit wurde einiges getan. Zweifaktor-Authentifikations-Tokens mittels Open Authentication (OATH), OpenID 2.0 via SimpleID und AppArmor werden unterstützt. Programmierer werden mit Updates auf Perl 5.14, Python 2.7 und 3.2 (2.7 als Standard), Ruby 1.9 und 1.8, Haskell, Lua 5.2 und 5.1, GNU Guile 2.0, 1.8 und 1.6 sowie vielen weiteren Werkzeugen bedient. Ein noch unvollständiger Überblick über die zahlreichen Neuerungen in Debian 7.0 ist im Debian-Wiki abgelegt.

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