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Mo, 29. April 2013, 09:04

Software::Kernel

Linux-Kernel 3.9 freigegeben

Linux-Initiator Linus Torvalds hat Version 3.9 des Linux-Kernels freigegeben. Linux 3.9 enthält zahlreiche Verbesserungen und läuft auf zwei weiteren Prozessorarchitekturen.

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Linux Foundation

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Knappe zehn Wochen nach Linux 3.8 ist nun Linux 3.9 fertiggestellt. Nachdem Linux Kernel 3.8 die größte Anzahl von Änderungen aller Zeiten brachte, sind es dieses Mal etwas weniger, aber dennoch über 11.700. Die Anzahl der an dieser Version beteiligten Entwickler erreichte dagegen mit 1364 laut LWN einen neuen Rekord.

Laut Linus Torvalds bringt Linux 3.9 Änderungen in allen Teilen des Kernels. Davon entfielen dieses Mal »nur« 60% auf die Treiber, was vermutlich an der Aufnahme zweier neuer CPU-Architekturen in den Kernel liegt: die Meta HTP-Prozessoren (metag), 32-Bit-Systeme auf einem einzelnen Chip von Imagination, und ARC 700 (arc), eine Familie von 32-Bit-Prozessoren von Synopsis für eingebettete Systeme.

Das Dateisystem ext4 bietet jetzt die Möglichkeit, »Löcher« in Dateien zu erzeugen. Das Dateisystem btrfs unterstützt nun RAID 5 und 6. Der Scheduler erhielt eine relativ kleine Änderung, die verhindert, dass ein Prozess auf einen anderen Prozessor wechselt, wenn mehr Prozessoren als ausführbare Prozesse zur Verfügung stehen. Jeder solcher Wechsel konnte bewirken, dass im Cache die Daten dieses Prozesses noch nicht vorhanden waren. Indem dies vermieden wird, kann die Geschwindigkeit unter Umständen drastisch steigen. Weitere Änderungen wurden im Hinblick auf das Ziel gemacht, dass kein Timer-Tick mehr den Prozessor unterbrechen soll, während gerade ein Anwenderprogramm ausgeführt wird.

Auch das ftrace-Subsystem erhielt Verbesserungen. Das Format der Trace-Ereignisse wurde geändert, um etwas Speicher zu sparen; diese Änderung wird von der Bibliothek libtraceevent transparent behandelt. Es gibt außerdem die Möglichkeit, Schnappschüsse der Trace-Puffer anzulegen. Die ARM-Architektur unterstützt jetzt die KVM-Virtualisierung auf Cortex A-15. Neu ist auch die virtuelle x86-Plattform »Goldfish«, die für die Android-Entwicklung genutzt wird.

Die neue Option SO_REUSEPORT ermöglicht, dass mehrere TCP- oder UDP-Sockets gleichzeitig auf neue Verbindungen oder Nachrichten warten. Der Connection-Tracking-Code von Netfilter unterstützt jetzt »Connection Labels«, Bitmasken, die in Netfilter-Regeln ausgewertet werden können. Das Multiple VLAN Registration Protocol (MVRP) wurde implementiert. Im WLAN-Subsystem wurde Radar-Erkennung eingebaut, was für die dynamische Frequenzauswahl im 5 GHz-Bereich nötig ist.

Im Bereich der Virtualisierung wurden die VM Sockets von VMware aufgenommen. Damit können virtuelle Maschinen mit dem Hypervisor kommunizieren. Zugleich wurde das »Virtual Machine Communication Interface« aufgenommen, das für eine schnelle Kommunikation zwischen dem Host und den Gastsystemen sorgen soll. In Xen wurde Unterstützung für ACPI-basiertes Hotplugging von CPUs und Speicher implementiert, vorerst aber nur für das Hinzufügen.

Zahlreiche Treiber wurden aktualisiert, erweitert oder kamen neu hinzu, darunter Nvidia Tegra114 und eine virtuelle »Dummy«-Maschine für ARM. Im ALSA-Soundtreiber wurde ein allgemeiner Parser für HDA-Codecs implementiert. Durch die allmähliche Umstellung aller vorhandenen Treiber wird eine Menge duplizierter Code entfernt. Die Handhabung von GPIO-Leitungen wurde grundlegend überarbeitet.

Einige veraltete Treiber wurden entfernt. Es betrifft Netzwerkkarten, die schon in den Anfangsjahren von Linux als veraltet galten und die teilweise gravierende Design- und Hardwarefehler aufwiesen, die einen zuverlässigen Betrieb kaum möglich machten. Darunter befinden sich 3c501, 3c505, 3c507, Intel i825xx und Karten am Parallelport. Ein Kommentar des Entwicklers Donald Becker aus der Frühzeit von Linux über die 3c501 sei stellvertretend für diese Hardware zitiert: »Do not purchase this card, even as a joke.« Auch das seit langer Zeit unbenutzte »WAN Router«-Subsystem wurde entfernt.

Eine Liste aller Änderungen kann man dem Git-Repositorium entnehmen. Die Seite Kernelnewbies.org wird in Kürze eine übersichtliche Zusammenfassung der Änderungen veröffentlichen. Die aktuelle Version von Linux kann von kernel.org und zahlreichen Spiegel-Servern in Form von Patches oder tar-Paketen heruntergeladen werden.

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