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Di, 30. April 2013, 09:46

Software::Branchenlösungen

Extremadura beginnt mit der Umstellung von 40.000 Regierungs-PCs auf Open Source

Die Regierung der spanienschen Region Extremadura hat, wie angekündigt, begonnen, ihre Desktop-PCs auf die selbst entwickelte, auf Debian beruhende Linux-Distribution Sysgobex umzustellen.

OSI

Die Regierung der autonomen Region an der Grenze zu Portugal erwartet, wie der Leiter IT-Technik, Theodomir Cayetano, am 18. April bekannt gab, dass im Verlauf des Jahres die Mehrheit der 40.000 Regierungs-PCs auf das neue System umgestellt sind. Mit diesem Schritt will die Region 30 Millionen Euro pro Jahr einsparen.

Das Vorhaben, Extremaduras Regierungs-PCs auf Linux umzustellen, ist nach der Umstellung der französischen Polizei mit 90.000 PCs eines der weltweit größten Projekte und das zweitgrößte seiner Art in Europa. An dritter Stelle liegt das Projekt LiMux der bayrischen Landeshauptstadt München mit derzeit über 13.000 umgestellten Rechnern.

Im Jahr 2012 wurde die Bestandsaufnahme aller Hard- und Softwareanforderungen der öffentlichen Bediensteten der Region abgeschlossen. Daraufhin wurde die Distribution Sysgobex maßgeschneidert, um die meisten Bedürfnisse des öffentlichen Dienstes zu erfüllen. Derzeit sind rund 150 Rechner in verschiedenen Ministerien bereits umgestellt.

Auf einer Pressekonferenz erläuterte Cayetano das mit »Herausforderung« treffend betitelte Vorhaben näher. Er erklärte, Sysgobex beinhalte unter anderem ein auf die Bedürfnisse abgestimmtes E-Mail-System und eine Office-Suite. Darüber hinaus sei es dazu ausgelegt, auf das medizinische Register der spanischen Regierung zuzugreifen und im Zusammenhang mit der Gesundheitskarte der Krankenkassen die Rezepte der Patienten zu verwalten.

Im letzten Jahr bezeichnete Spaniens Open Source-Center Cenatic das Vorhaben als strategisch beispielhaft, um den Open Source-Gedanken in alle Bereiche der Gesellschaft zu tragen. Extremadura hat eine lange Verbindung zu Linux und zu Debian im Besonderen. Bereits im Jahr 2002 hatte die Region eine eigene Distribution namens gnuLinex auf der Basis von Debian entwickelt und Linux zum Standard-Betriebssystem der Verwaltung und Schulen gemacht. Im Jahr 2006 sollten bereits 70.000, nach anderen Angaben sogar über 100.000 Schulrechner unter gnuLinex laufen und alle 15.000 Lehrer der Region eine entsprechende Schulung erhalten haben. Ebenfalls 2006 wurde bereits einmal mit der Umstellung der Rechner der Verwaltung der Region auf gnuLinex begonnen. Im Gesundheitswesen waren bis 2012 rund 15.000 Rechner bereits umgestellt, als die neue Regierung der Region beschloss, die Migration von Windows zu Linux weiter zu forcieren.

Aus politischen Erwägungen mit dem Ziel, sich gegenüber der alten Regierung zu profilieren, beschloss man angeblich, den Namen Linex nicht mehr zu verwenden, da er eine Erfolgsgeschichte beschreibt. Kurz darauf folgten den Worten auch Taten. Die Umstellung schreitet voran, es wurde eine erste spanisch-portugiesische Konferenz zu freier Software abgehalten. Die Region erhielt auch publicityträchtige Unterstützung von der Open Source-Gemeinschaft. So hielt Debian die jährliche Entwickler-Konferenz DebConf im Jahr 2009 in der Extremadura ab und kehrte mehrmals für kleinere Konferenzen, unter anderem für Arbeitstreffen von Debian Edu, dorthin zurück. Das freie CMS Joomla hielt 2012 die spanischen Joomla Days in der Provinz ab.

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