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Di, 4. Juni 2013, 12:26

Software::Multimedia

PulseAudio 4.0 verringert Latenz und steigert Geschwindigkeit

PulseAudio, eine netzwerktransparente und plattformunabhängige Sound-Zwischenschicht für Linux und weitere Systeme, wurde in Version 4.0 freigegeben. Neu in der aktuellen Version sind unter anderem besserere Unterstützung für Bluetooth-Geräte, verringerte Latenz, Geschwindigkeitssteigerungen und zahlreiche Korrekturen.

freedesktop.org

PulseAudio, das ursprünglich unter dem Namen PolypAudio entwickelt wurde, stellt eine Zwischenschicht dar, die Audioströme der Clients verwaltet und ausgibt. Die Entwicklung ist plattformunabhängig und fungiert mit dem PulseAudio Daemon sowohl als Soundserver als auch als eine Hardware-Schnittstelle. Die zentrale Funktion der Anwendung stellt dabei neben einer Trennung der Anwendungen von der Sound-Hardware auch eine Erhöhung der Funktionalität von Audio-Anwendungen dar. So werden alle Ströme von Anwendungen, die PulseAudio unterstützen, direkt an den Server übergeben, der sich um die weitere Verarbeitung kümmert. Eine Stärke des Systems ist dabei, dass einzelne Audioströme nicht an eine bestimmte Hardware gebunden sind. So können sie beispielsweise mühelos zwischen verschiedenen Ausgabegeräten umgeleitet werden. Dies kann sowohl manuell als auch automatisch erfolgen. Zudem unterstützt PulseAudio virtuelle Geräte, die es ermöglichen, beispielsweise mehrere Ausgabegeräte zu einer Einheit zusammenzufassen.

Durch die Netzwerktransparenz können Anwendungen, die auf PulseAudio setzen, sowohl lokale als auch entfernte Hardware nutzen. Die Nutzung als Soundfilter ermöglicht zudem, die Ströme zu steuern. So ist es beispielsweise mittels einer grafischen Oberfläche möglich, die Lautstärke jeder Ausgabe und jedes Clients separat zu steuern, auch wenn die Anwendung keine dedizierte Möglichkeit dafür bietet. Zudem können auch Equalizer-Funktionen genutzt werden. An Sound-Hardware unterstützt PulseAudio eine Vielzahl von Systemen. Unter Linux oder BSD werden beispielsweise ALSA und OSS, unter Microsoft Windows DirectSound unterstützt.

Mit der Freigabe der Version 4.0 haben die Entwickler die Lösung um weitere Funktionalität erweitert. Für Audio-Schaffende dürfte wohl die verringerte Latenz von besonderer Bedeutung sein. So hat beispielsweise PulseAudio in der Vergangenheit bei verschiedenen Low-Latency-Szenarien einen falschen Algorithmus genutzt, der nun in vielerlei Hinsicht verbessert wurde und zu weniger Drop-Outs führen soll. Verbessert wurde in der Version 4.0 auch die Unterstützung von Bluetooth-Geräten. Dazu wurde der komplette Stack weitgehend umgebaut, was unter anderem zu einer besseren Wartbarkeit des Codes und einer gesteigerten Zuverlässigkeit der Bluetooth-Audio-Unterstützung führen soll.

Neu in PulseAudio 4.0 ist das Modul module-role-ducking, das Anwendern die Möglichkeit gibt, die Ausgabe von weniger wichtigen Ausgabequellen zu drosseln, während eine höher priorisierte Anwendung gerade ihre Ausgaben tätigt. Nützlich ist die Funktion beispielsweise bei Telefonie-Applikationen und bei ankommenden Anrufen. Zudem wurde in der neuen Version die Unterstützung von Laptops mit TRRS verbessert. Bei der Nutzung unterstützten die meisten Werkzeuge des Pakets nun auch die Komplettierung. Zudem ist der Name des HDMI/Display-Ports auch den Client-Anwendungen zugänglich, was unter anderem die Auswahl der Ausgabegeräte erleichtern sollte.

Wie die Entwickler schreiben, wurde die Geschwindigkeit des Servers weiter gesteigert. Dazu nutzt PulseAudio 4.0 C-Code für das Mixen von 16-Bit-Streams mit einem oder zwei Kanälen. Ferner wurde die Konvertierung zwischen 16- und 32-Bit Audio verbessert und der Standard-Resampler von ehemals speex-float-3 to speex-float-1 geändert. Das Echo-Unterdrückungsmodul erfuhr zudem zahlreiche Korrekturen.

Eine Liste der Änderungen kann dem Changelog der neuen Version entnommen werden. Für Anwender, die die Integration von PulseAudio 4.0 in ihre Distribution nicht abwarten können, steht der Quellcode zum Download bereit.

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