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Di, 16. Juli 2013, 13:35

Gemeinschaft::Personen

LKML-Umgangsformen: Sharp gegen Torvalds

Wiederholt stellt der Umgangston auf der Linux Kernel-Mailingliste (LKML) einen Grund für hitzige Diskussionen dar. Dieses Mal ist es die Intel-Entwicklerin Sarah Sharp, die sich über den harschen Ton der Entwickler beschwert.

Torvalds' Meinung zu Nvidia

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Torvalds' Meinung zu Nvidia

Die Linux Kernel-Mailingliste (LKML) gehört zweifelsohne nicht zu den zivilisiertesten Umgebungen im Internet. Harsche Wortwahl und Beleidigungen bis hin zu Mobbing sind keine Seltenheit unter den Entwicklern des freien Linux-Projektes. Allem voran fällt der Schöpfer des Kernels, Linus Torvalds, durch eine unflätige und beleidigende Art auf. Das Spektrum der Beleidigungen reicht von einer unflätigen Ausdrucksweise bis hin zu (wohl nicht ganz ernst gemeinter) Gewaltandrohung.

Eigentlich nichts Neues, doch scheinen die Umgangsformen der LKML mittlerweile nicht allen zu gefallen. Es formiert sich zusehends Widerstand. So hat die Intel-Entwicklerin Sarah Sharp, die unter anderem die USB3-Unterstützung im Kernel implementierte, eine Änderung der Umgangsformen und eine Professionalisierung der Entwicklung gefordert. Laut Sharp seien Gewalt oder verbale Drohungen in einem professionalen Umfeld inakzeptabel. Um es im gewohnten Umgangston auf der LKML zu sagen: »Not fucking cool«.

Torvalds verteidigt seine Art der Kommunikation zum einen mit kulturellen Unterschieden, zum anderen mit der Notwendigkeit, Klartext zu sprechen. Oftmals sei es schlicht notwendig, Missstände in einer drastischen Art und Weise anzusprechen. Ähnlich sieht es auch der australische Kernel-Hacker Rusty Russell, der durch seine Arbeiten am Paketfilter, CPU-Hotplug oder den Kernel-Modul-Lader bekannt wurde. Auch er präferiere eine direkte Ausdrucksweise, um Missverständnisse zu vermeiden und klare Verhältnisse zu schaffen. Das spare laut Russel Zeit.

Sanfte Töne und diplomatische Verrenkungen gehen im Internet im Allgemeinen und in der LKML im Speziellen laut Beobachtern unter. Torvalds selbst beschwichtigt. Demnach sei er immer nur gegenüber Personen oder Gruppierungen harsch, die es vertragen können und von denen er annehme, dass sie es besser können. Niemals sei er gegenüber Anfängern beleidigend gewesen. Sharp lässt das allerdings nicht gelten. Jegliche unflätige Ausdrucksweise, egal wem gegenüber, sei inakzeptabel. Torvalds kontert: Wenn eine Professionalisierung der Arbeit eine Umstellung der Kommunikation bedeute, dann sei es für ihn nicht interessant. »Ich sitze hier im Heimbüro in meinem Bademantel. Und so, wie ich nicht anfangen werde, Krawatten zu tragen, werde ich mich auch nicht mit verlogener Höflichkeit abgeben«, so der Linux-Vater.

Sharp will die Umgangsformen auf dem kommenden Kernel Summit auf die Tagesordnung setzen und sich lautstark für eine Änderung der Umfangsformen auf der LKML starkmachen. Für sie sei das Thema noch nicht angeschlossen, so Sharp. Stellvertretend für alle Angeschrienen will sie die Größen zurück anschreien.

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Kommentare (Insgesamt: 64 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[3]: Political Correctness (Kinch, Do, 18. Juli 2013)
Re[4]: unprofessional (tomkater68, Do, 18. Juli 2013)
Re[4]: Hier ist ’ne schöne Antwort. (schlammschlacht, Do, 18. Juli 2013)
Re[4]: Hier ist ’ne schöne Antwort. (schlammschlacht, Do, 18. Juli 2013)
Ein Fall von PC? (devent, Do, 18. Juli 2013)
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