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Do, 1. August 2013, 10:48

Software::Mobilgeräte

Jolla wird offener

Auf der Mitte Juli abgehaltenen KDE-Konferenz Akademy 2013 hielt ein Entwickler der Firma Jolla einen Vortrag und versprach, Jolla werde weitere Teile von Sailfish OS als Open-Source öffnen.

Sailfish OS

Jolla

Sailfish OS

Nachdem Nokia im Jahr 2011 eine Kehrtwende machte, sich auf Windows Phone ein- und MeeGo fallen ließ, waren einige mit MeeGo und dem N9 befassten Entwickler überzeugt, MeeGo biete gute Chancen im Markt und gründeten Jolla, um mit ihrem eigenen Betriebssystem Sailfish OS in den Markt der mobilen Geräte zu starten. Als dann Nokia auch noch Qt über Bord warf, heuerte Jolla einige der entlassenen Entwickler an und legte sich eine kleine Qt-Entwicklungsabteilung mit Fokus auf QML und Qt-Mobility zu. Später ließ auch Intel MeeGo fallen, worauf mit Mer und Nemo-Mobile zwei Projekte entstanden, mit denen Jolla eng verbunden ist. Mer findet in Kernbereichen von Sailfish OS Anwendung, während Nemo-Mobile in der Middleware Verwendung findet.

Der Entwickler Vesa-Matti Hartikainen, der den Vortrag hielt, betonte, Jolla sei nicht nur in Sachen Software, sondern auch in der Arbeits- und Denkweise stark Open-Source-Prinzipien verpflichtet. Er sprach im Folgenden über den Unterbau von Sailfish OS, der »eine recht normale Linux-Distribution mit einem begrenzten Paketumfang ist, den wir auch pflegen können«, und über die noch unfreie User-Schnittstelle.

Diese mache aus, was Sailfish OS von anderen mobilen Betriebssystemen unterscheidet und wozu anderen Firmen der Mut fehle, so Hartikainen. Hier habe Jolla ein sehr eigenständiges Design verwirklicht, das hauptsächlich auf Wischgesten setzt anstatt auf Tapping und das den vorhandenen Platz besser für Inhalte ausnutzt als andere Designs. Sehr innovativ sind auch die »Other Half« genannten Wechselcover, die nicht nur der Optik dienen und das Ambiente des Homescreens jeweils farblich anpassen, sondern auch einen Zusatzakku enthalten könnten oder beispielsweise das Gerät in seiner Aufgabenstellung von Arbeitstag auf Freizeit umschalten.

Jolla scheint gewillt, die noch unfreien Teile von Sailfish OS in absehbarer Zeit als Open Source freizugeben. Hierzu zählt neben der Nutzerschnittstelle auch Sailfish Silica, das QML-Modul zur App-Entwicklung. Teile davon wurden bereits mit der Alphaversion des SDK freigegeben, der Rest soll bald folgen.

In der Middleware-Sektion von Sailfish OS arbeitet Nemo-Mobile und stellt verschiedene Dienste zur Verfügung. Auf der Ebene darunter stellt Mer Kernkomponenten wie Gstreamer, ConnMan, Qt 5, Wayland, PulseAudio und Systemd zur Verfügung, wie Hartikainen erläutert. Das Sailfish SDK basiert auf Qt5 Creator und zwei virtuellen Maschinen. Eine davon agiert als Build-Engine, die andere als Emulator. In letzterer läuft eine komplette x86-Instanz von Sailfish OS, was zur Folge hat, dass der umfänglichste Teil der Entwicklungsarbeit für das Smartphone allein mit dem SDK stattfinden kann.

Hartikainen ging auch noch kurz auf die Hardware an sich ein. Hier gab es kaum Änderungen zu der Vorankündigung vor einem halben Jahr: Ein 4,5 Zoll-Display in einem Gerät mit einem Doppelkern-Prozessor. Erfreulich ist die ausdrückliche Erwähnung der austauschbaren Batterie. Laut Hartikainen ist das Smartphone fertig, es laufen letzte Anpassungen und Fehlerkorrekturen, bevor es in den Markt entlassen wird. Einen genauen Termin nannte er jedoch nicht.

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