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Di, 6. August 2013, 11:13

Gesellschaft::Politik/Recht

MPlayer: Neuer Fork, neuer Schwung?

Eine Gruppe von Entwicklern hat mit mpv einen neuen Fork von mplayer2 gestartet, der das Beste aus MPlayer und mplayer2 mit weiteren Verbesserungen kombinieren will.

Mirko Lindner

Nach über zwölf Jahren Entwicklung konnte MPlayer im Juni 2012 seine erste offizielle Version feiern - Version 1.1 ließ die eigentlich angestrebte Version 1.0 aus. Seit über einem Jahr ist wiederum äußerst ruhig bei MPlayer, lediglich ein kleines Update wurde im Mai 2013 herausgegeben.

Schon 2011 hatte sich ein neues Projekt namens mplayer2 von MPlayer abgespalten, weil die Entwickler mit der Geschwindigkeit unzufrieden waren, mit der es bei MPlayer voranging. Mplayer2 konnte bereits bei seinem Erscheinen mit zahlreichen Verbesserungen gegenüber MPlayer aufwarten. Seither wurde aber auch keine neue Version mehr erstellt und die Aktivität bewegt sich auf sehr niedrigem Niveau. Die Entwickler von mplayer2 empfehlen im Wesentlichen, den aktuellen Entwicklungsstand aus dem Versionsverwaltungssystem zu verwenden.

Unzufrieden sowohl mit MPlayer als auch mit mplayer2 hat jetzt hat eine Gruppe von Entwicklern den Player mpv gestartet. mpv ist ein Fork von mplayer2, der aber auch Verbesserungen von MPlayer einbeziehen will, und fügt neue Funktionen hinzu, entfernt aber auch obsolete Funktionalität und ändert einiges in einer Weise, die nicht mehr mit den alten Projekten kompatibel ist. Die Gründe für diesen Fork sind laut den Entwicklern, dass sie alten, schlechten Code loswerden wollten, wohingegen das MPlayer-Projekt an diesem Code festhält, und dass es zu schwer war, zu mplayer2 beizutragen.

Das Ziel von mpv dagegen ist es ausdrücklich, die Entwicklung zu beschleunigen. Verbesserungen werden aus den Entwicklungszweigen von MPlayer und mplayer2 bezogen, dazu kommen eigene Entwicklungen. Dabei werden auch Inkompatibilitäten in Kauf genommen, wenn nötig. Schon jetzt kann mpv zahlreiche Änderungen vorweisen. Eine Menge ungenutzer oder veralteter Code wurde entfernt, wobei bei Bedarf einzelne Teile wieder hinzugefügt oder neu implementiert werden müssen. Veraltete Plattformen werden nicht mehr unterstützt, dagegen wurde Unterstützung für Wayland hinzugefügt und die Unterstützung für MS Windows und Mac OS X verbessert.

In mpv wurde das On-Screen-Display über die Bibliothek libass verbessert. Ferner wurden die OpenGL-Ausgabe, Screenshot-Fähigkeiten und weiteres aufpoliert. Ein Ersatz für die mencoder-Funktionalität wurde geschaffen. Viele Kommandozeilenoptionen wurden geändert, und der sogenannte Slave-Modus von MPlayer wurde entfernt, da er nach Ansicht der Entwickler unrettbar war. Für diesen Modus soll ein Ersatz geschaffen werden, der dann allerdings nicht mehr mit alter Software kompatibel ist.

mpv ist im Quellcode auf Github zu finden. Eine offizielle Version gibt es noch nicht.

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