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Do, 15. August 2013, 12:51

Software::Netzwerk

Projekt Open-Root-Server reanimiert

Das 2002 gegründete und seit 2008 mehr oder weniger eingeschlafene Open-Root-Server-Projekt bekommt durch die aktuelle gesellschaftliche und politische Entwicklung rund um den Abhör-Skandal wieder Aufwind. In Anbetracht einer zu erwartenden großen Nachfrage und im Zuge der durch Prism&Co hervorgerufenen Sensibilisierung vieler Nutzer haben die Initiatoren dem Projekt wieder Leben eingehaucht und suchen nach Unterstützern.

Open-Root-Server-Network

http://orsn.org

Open-Root-Server-Network

Das Open-Root-Server-Network (ORSN) hat sich zum Ziel gesetzt, in den demokratischen Staaten Europas langfristig eine von den USA unabhängige Internetnutzung zu ermöglichen. Ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg dahin ist der Betrieb eines eigenen, freien Netzwerks aus DNS-Servern, welche nicht von der ICANN kontrolliert werden.

Bekanntlich löst das Aufrufen fast jeder Webseite sowie jeder Verbindungsaufbau eine DNS-Abfrage aus. Diese wiederum produziert nicht immer, aber häufig auswertbaren Traffic, der zumindest theoretisch auch abhörbar ist, vor allem wenn DNS-Server aus den USA beteiligt sind. Das ist auch hierzulande zum Beispiel dann der Fall, wenn etwa der Google-DNS-Server im Spiel ist. Laut Markus Grundmann, dem Initiator des Projekts, ist hierbei der Zensur und der Kontrolle Tür und Tor geöffnet, weil die Zentrale des DNS-Netzwerkes, die ICANN, in USA beheimatet und dem US-Handelsministerium unterstellt ist.

Das ORSN (Open Root Server Networks)-Projekt ist eine rein private Initiative mit dem Ziel, parallel zur Domäne der ICANN eine zweite DNS-Root-Server-Infrastruktur aufzubauen, die ausschließlich in demokratischen Staaten Europas gehostet ist und eine dezentrale, zensurresistente Struktur aufweist. Die nicht gewinnorientierte Organisation setzt dabei auf Transparenz, Sicherheit und das Mitwirken von Freiwilligen. Engagieren kann sich jeder, der gewillt und in der Lage ist, Zeit oder Hardware zu investieren.

Offiziell hat das Open Root Server Network seine neu initiierte Arbeit am 15. August 2013 aufgenommen. In der begleitenden Pressemitteilung erklärt Gründer Markus Grundmann: »Gerade in Zeiten der Abhörprogramme PRISM und TEMPORA ist eine staatsunabhängige Alternative zu den bestehenden Servern für das freie Internet lebensnotwendig. Davon profitieren die Menschen und die Wirtschaft in allen Ländern.« Grundmann betont weiter, man wolle dabei zu 100 Prozent kompatibel zur ICANN bleiben und keine Toplevel-Domain mehr oder weniger in die eigenen Datenbanken einziehen lassen.

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