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Do, 22. August 2013, 10:54

Software::Distributionen::Canonical

Schwarmfinanzierung für das Ubuntu Edge gescheitert

Heute morgen endete die Finanzierungskampagne von Canonical für das »Ubuntu Edge«-Smartphone. Von den anvisierten 32 Millionen US-Dollar wurden lediglich 12,8 Millionen realisiert.

Ubuntu Edge- Frontseite

youtube.com

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Weniger als die Hälfte und doch eine riesige Summe kam zusammen, denn über 20.000 Menschen hielten ein Smartphone, das durch Anstecken eines Bildschirms und einer Maus zu einem vollwertigen Linux-PC wird, für eine unterstützenswerte Idee.

Die Kampagne auf der Plattform Indiegogo richtete sich sowohl an Privatpersonen, die ein Gerät für sich orderten, als auch an Unternehmen, die das Konzept geschäftlich umsetzen wollten. Zweimal wurde im Verlauf der Aktion der Preis nach unten angepasst, doch im Endeffekt reichte es nicht.

Mark Shuttleworth äußerte sich wenige Minuten nach Abschluss der Kampagne auf der Aktionsplattform Indiegogo, lobte die Gemeinschaft, die die Aktion im vergangenen Monat enthusiastisch unterstützt hat, und sprach von wichtigen Erfahrungen, die man daraus mitnehme. Im Gegensatz zu Aussagen in einem BBC-Interview vor wenigen Tagen, in dem er eine Verlängerung der Aktion nicht ganz ausschließen wollte, machte er klar, dass die Aktion endgültig beendet ist und alle Beiträge innerhalb weniger Tage rückerstattet werden. Eine Verlängerung hätte auch nur Sinn, wenn man relativ sicher davon ausgehen könnte, Erfolg zu haben und das Ziel zu erreichen. Bei fehlenden rund 20 Millionen US-Dollar ist das nicht der Fall.

Die Gemeinschaft zeigt sich enttäuscht und fühlt sich ausgenutzt, da immer mehr Stimmen laut werden, die das Ganze als kostenlose Marketingaktion zur Auslotung der Marktsituation sehen. Die Kampagne war sehr gut angelaufen, innerhalb von 24 Stunden waren drei Millionen US-Dollar zugesagt, jedoch flachte der Zustrom von Geld danach erheblich ab, so dass in den letzten zwei Wochen nur noch knapp über drei Millionen realisiert werden konnten. Die Summe von fast 13 Millionen ist trotzdem gigantisch und stellt einen neuen Rekord bei Schwarmfinanzierung mit fest vorgegebenem Zeitrahmen auf, der bisher von der Smartwatch Pebble gehalten wurde.

Chris Green, ein Analyst, der sich näher mit der Kampagne und deren Produkt beschäftigt hat, kommt zu dem Schluss, weit über zehn Millionen US-Dollar über Crowdfunding einzunehmen sei ein »großer Erfolg« und eine »kraftvolle, eindeutige Aussage«. Das Ubuntu Edge sei außerdem in der Form ein »absolutes Schnäppchen« und keinesfalls zu teuer. Allerdings habe Canonical Fehler bei der Auswahl der Plattform gemacht. Crowdfunding-Plattformen seien für die Höhe der angestrebten Summe ungeeignet, obwohl die Idee, die Endanwender in diesem Fall direkt anzusprechen, die absolut richtige sei.

Das Verfehlen des Ziels der Kampagne bedeutet erst einmal das Aus für das Ubuntu Edge in der Form, Smartphones mit Ubuntu Touch werden trotzdem, wie geplant, Anfang 2014 von anderen Herstellern auf den Markt gebracht. Dazu hatte Canonical bereits im Juni die »Carrier Advisory Group« ins Leben gerufen.

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