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Sa, 31. August 2013, 10:40

Software::Kernel

Linaro bringt ARM-Kernel mit verlängertem Support

Entwickler von ARM-Systemen erhalten jetzt die Möglichkeit, ihre Produkte auf einen zwei Jahre lang gewarteten, stabil gehaltenen Kernel aufzusetzen. Gegenüber dem Standard-Linux-Kernel enthält dieser ARM-spezifische Weiterentwicklungen und in begrenztem Umfang Funktionalität aus neueren Kerneln.

Arduino Due, eines der vielen ARM-Boards

Arduino

Arduino Due, eines der vielen ARM-Boards

Linaro ist ein Firmenzusammenschluss zur Förderung von Linux auf ARM-Systemen. Dazu arbeiten die Linaro-Mitarbeiter überwiegend am Linux-Kernel, Treibern und hardwarenahen Systemkomponenten. Einmal im Monat wird eine stabiler Zweig des aktuellen Standes der Entwicklung veröffentlicht. Diese Veröffentlichungen enthalten Installations-Images für einige ausgewählte Boards und Systeme, den Kernel, Board Support Packages (BSPs) und den Quellcode.

Linaro entwickelt keine Software für Endanwender, sondern ein Basis-Betriebssystem, auf das die Unternehmen aufsetzen können, die eingebettete Systeme für die Industrie oder Geräte für Endanwender bauen.

Bis jetzt enthielten die Linaro-Veröffentlichungen immer den neuesten veröffentlichten Linux-Kernel. Dies hat für die Nutzer des Systems den Vorteil, dass sie immer in den Genuss der neuesten Technologie kommen, es macht jedoch Schwierigkeiten, ein System für die Marktfreigabe zu stabilisieren. Denn Systemintegratoren sind oftmals darauf angewiesen, zusätzliche Funktionen oder Treiber in ihren Kernel aufzunehmen, die entweder noch gar nicht im offiziellen Kernel vorhanden sind oder erst in einer neueren Version.

Linaro will das Problem jetzt lösen, indem es einen eigenen langfristig unterstützten Kernel zur Verfügung stellt. Der erste dieser Kernel soll in Linaro 13.09 erscheinen und auf Linux 3.10 aufbauen. Der Grund für die Wahl dieses Kernels ist, dass er, wie von Greg Kroah Hartman angekündigt, der nächste Linux-Kernel mit Long Term Support (LTS) wird. Das bedeutet, dass dieser Kernel zwei Jahre lang mit Korrekturen und kleineren Erweiterungen der Hardware-Unterstützung versorgt wird. Weitere Änderungen werden nicht vorgenommen.

Ein zwei Jahre lang stabil gehaltener Kernel ist für Systemintegratoren eine gute Basis, aber noch nicht ausreichend. Aus diesem Grund wird der Linaro-Kernel, dem gleichen Muster wie der LTSI-Kernel der Linux Foundation und der Kernel einiger Unternehmens-Distributionen folgend, mit zusätzlichen Funktionen versehen. Ein Jahr lang sollen in den Linaro-Kernel 3.10 neue Funktionen für die Bedürfnisse der ARM-Systemintegratoren Einzug halten, die teilweise aus neueren Kerneln geborgt werden und teils außerhalb des offiziellen Kernels existieren. Nach einem Jahr wird der Kernel noch ein weiteres Jahr unterstützt, allerdings nur noch mit Korrekturen. Zu diesem Zeitpunkt sollte der nächste LTS-Kernel zur Verfügung stehen, der dann wieder neue Funktionen bringt.

Konkret sind für den Linaro Stable Kernel 3.10 bisher folgende Funktionen geplant: GTS- und IKS-Unterstützung für big.LITTLE-Prozessoren, energieeffiziente Workqueues, Unterstützung für ARMv8, Unterstützung für Versatile Express TC2 und im Andoid-Kernel die Patches des Android-Open-Source-Projekts (AOSP) und Verbesserungen für big.LITTLE-Prozessoren. Der aktuelle Stand des Kernels ist in Git-Repositorien einsehbar, und reguläre Veröffentlichungen erfolgen monatlich. Linaro-Kernel sind allerdings nicht zur direkten Benutzung gedacht, sondern lediglich als Zentrale für die gemeinsame Entwicklung. Systemintegratoren sollten die Änderungen aus dem Linaro-Kernel in ihre eigenen Kernel importieren.

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