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Di, 3. September 2013, 09:06

Software::Kernel

Linux-Kernel 3.11 freigegeben

Linux-Initiator Linus Torvalds hat Version 3.11 des Linux-Kernels freigegeben. Eine der zahlreichen Neuerungen ist die dynamische Energieverwaltung für AMD Radeon-Grafikchips ab R600, die allerdings noch experimentell ist.

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Linux Foundation

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Nur zwei Monate nach Linux 3.10 ist nun Linux 3.11 fertiggestellt. Obwohl der Entwicklungszyklus mit zwei Monaten und zwei Tagen einer der kürzesten in den letzten Jahren war, enthält Linux 3.11 vom Umfang her fast so viele Änderungen wie der Vorgänger. Von dem möglichen Sommerloch in der nördlichen Hemisphäre ist also nichts zu sehen.

Die Ankündigung von Linus Torvalds von Linux 3.11 nimmt dieses Mal nur auf die Änderungen gegenüber dem letzten Veröffentlichungskandidaten Bezug. Einige Statistiken liefert LWN: Die Anzahl der Änderungen lag über 10.700. 1239 Entwickler sorgten für einen Anstieg des Code-Umfangs des Kernels von 447.000 Zeilen. Mehr als 200 Firmen beteiligten sich an der Entwicklung.

Linux 3.11 bringt Änderungen in allen Teilen des Kernels. Über ein Drittel der Änderungen, gemessen an der Zahl der Zeilen, fand im Staging-Bereich statt, in dem neue, noch nicht produktiv einsetzbare Treiber liegen, die Verbesserungen und Tests benötigen. Den größten Anteil daran, etwa die Hälfte, hatte das Dateisystem Lustre. Lustre ist ein verteiltes Dateisystem, das eine hohe Leistung und Skalierbarkeit aufweisen soll. Außerhalb des Kernels existiert es schon lange; es kommt auf zahlreichen Supercomputern der Top 500-Liste zum Einsatz.

Die ARM-Architektur erhielt in der 32- und der 64-Bit-Variante bessere Unterstützung für große Speicherseiten, was die Speicherverwaltung deutlich effizienter machen kann. Sowohl das Dateisystem hugetlbfs als auch transparente Huge Pages wurden hinzugefügt. Auch die 64-Bit-PowerPC-Architektur wurde entsprechend verbessert. Darüber hinaus unterstützt die ARM64-Architektur jetzt die Virtualisierung mit KVM und Xen.

Das Dateisystem f2fs unterstützt jetzt Security Labels und kann dadurch mit Sicherheitsmodulen zusammenarbeiten. Mit der neuen Option O_TMPFILE bei den Systemaufrufen open() und openat() können Dateisysteme die Erzeugung von temporären Dateien optimieren. Diese müssen nicht einmal mehr notwendigerweise für andere Programme sichtbar sein. Dies kann die Sicherheit im Umgang mit solchen Dateien weiter erhöhen.

Zswap, der neue komprimierte Swap-Cache, wurde weiter verbessert. Der NFS-Client im Kernel unterstützt jetzt NFS 4.2 und Sicherheitsetiketten für NFS, womit Sicherheitsmodule wie SELinux mit NFS nutzbar werden.

Der neue »soft dirty«-Mechanismus kann von Anwenderprogrammen genutzt werden, um die Speicherseiten aufzuzeichnen, die von einem Prozess verändert wurden. Die hauptsächliche Anwendung ist das Setzen von Checkpoints und das Wiederaufsetzen von Anwendungen, daneben kann man damit auch verbesserte Statistiken erhalten.

Das Sicherheitsmodul Smack funktioniert jetzt mit IPv6 und der ICMP-Socket-Mechanismus unterstützt jetzt Ping über IPv6. Das Open vSwitch-Subsystem erhielt die Option, mittels der generischen Routing-Kapselung (GRE) zu tunneln. Eine neue Methode wurde den Ethernet-Treibern hinzugefügt, um durch Polling die Latenzzeit weiter zu senken. Dies soll Anwendungen dienen, die neu ankommende Pakete so schnell wie möglich bearbeiten wollen, geht aber wahrscheinlich auf Kosten der Gesamtleistung des Systems, weil länger aktiv auf Pakete gewartet wird.

Der Kernel unterstützt nun die LZ4-Kompression sowohl im Krypto-API als auch für die Kompression des Kernels selbst. LZ4 komprimiert ähnlich wie LZO, ist also auf Geschwindigkeit statt auf hohe Kompressionsraten aus, soll aber bei der Dekompression dreimal so schnell sein. Der Systemaufruf ptrace() wurde um die Operationen PTRACE_GETSIGMASK und PTRACE_SETSIGMASK erweitert, um die Maske der blockierten Signale zu lesen und zu setzen. Die SysV IPC-Nachrichtenwarteschlangen wurden besser skalierbar gemacht.

Die AMD Radeon-Grafikchips ab R600 erhielten eine dynamische Energieverwaltung, die allerdings eine riesige Menge Code umfasst und noch experimentell ist. Sie ist daher standardmäßig abgeschaltet, zum Testen muss man dem Kernel die Option radeon.dpm=1 mitgeben.

Darüber hinaus wurden zahlreiche Treiber aktualisiert, erweitert oder kamen neu hinzu, was den größten Teil aller Änderungen ausmacht. Eine Liste aller Änderungen kann man dem Git-Repositorium entnehmen. Die Seite Kernelnewbies.org hat eine übersichtliche Zusammenfassung der Änderungen veröffentlicht. Die aktuelle Version von Linux kann von kernel.org und zahlreichen Spiegel-Servern in Form von Patches oder tar-Paketen heruntergeladen werden.

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Kommentare (Insgesamt: 3 || Alle anzeigen || Kommentieren )
FPS in cs????? (3l1t3D4rkL0r|), Di, 3. September 2013)
Smile like a.. (GNUxion, Di, 3. September 2013)
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