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Di, 17. September 2013, 09:51

Software::Kernel

Linux-Kernel 3.12 tritt in die Testphase ein

Linux-Initiator Linus Torvalds hat die Kernel-Version 3.12-rc1 als erste Testversion für Linux 3.12 freigegeben.

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Linux Foundation

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Zwei Wochen nach Linux 3.11 liegt nun die erste Testversion von Linux 3.12 vor. Wie zu erwarten war, wurde die Freigabe durch den Festplattenausfall in einem von Linus Torvalds' Rechnern nur minimal aufgehalten. Laut Torvalds selbst war es ein normaler Entwicklungszyklus, bei dem 73% der Änderungen auf Treiber entfielen, 12% auf Updates in den verschiedensten Architekturen und 6% auf Dateisysteme. Torvalds hatte der neuen Version des Kernels vorübergehend den Codenamen »Suicidal Squirrel« gegeben nach einem Eichhörnchen, das vor ein fahrendes Auto gelaufen war. Doch ein letzte Woche veröffentlichtes Bild veranlasste ihn zu dem endgültigen Namen »One giant leap for frogkind«.

Eine vollständige Übersicht über die Änderungen in Linux 3.12 kann noch nicht gegeben werden. Die Zahl der Änderungen liegt jedenfalls über 8.500 und dürfte damit die der Vorversion deutlich übersteigen. Eine wichtige Reihe von Änderungen verbessert die Energieverwaltung von Nvidia- und AMD-Grafikchips in den freien Treibern. Für Nouveau könnte es das erste Mal sein, dass eine brauchbare Energieverwaltung enthalten ist.

Beim Direct Rendering gibt es jetzt reine Render-Knoten, die nur rechnen, aber nichts mit der Umschaltung von Grafikmodi und Displays zu tun haben. Die freien Treiber für Nvidia-, AMD- und Intel-Chips wurden bereits angepasst. Hintergrundinformationen findet man in einem Beitrag von David Herrmann.

Die Erkennung von Leerlaufzuständen des gesamten Systems wurde hinzugefügt, um den Timer-Interrupt weitgehend abschalten zu können, wenn nichts zu tun ist. Zudem wurden Sperren in virtualisierten Gastsystemen effizienter gemacht. Im Netzwerkbereich kamen eine automatische Größenanpassung beim TCP segmentation offload (TSO) und der FQ-Scheduler hinzu.

Das Dateisystem Btrfs unterstützt jetzt die Deduplizierung, XFS dagegen User-Namespaces. Eine Scheduler-Erweiterung verbessert die Energieverwaltung auf ARM-Systemen mit verschiedenen CPUs (big.LITTLE). Die RAID5-Implementation des MD-Subsystems ist nun Multithread-fähig. Dies kann RAID5 wesentlich beschleunigen und insbesondere SSDs besser ausreizen. Der Device Mapper erhielt ein Statistikmodul. Auf Architekturen, deren Hardware mittels eines Device Trees beschrieben wird, wird diese Beschreibung jetzt mit verwendet, um den Zufallsgenerator zu initialisieren.

Linux 3.12 wird einige weitere Geschwindigkeitsverbesserungen bringen, die jedoch auf normalen Rechnern nicht merklich sein werden. Doch Rechner mit vielen Prozessoren und riesigen Dateisystemen dürften davon profitieren, ebenso wie Rechner mit vielen seriellen Anschlüssen.

Zahlreiche Treiber wurden aktualisiert, erweitert oder kamen neu hinzu. Die zahlreichen weiteren Änderungen sind im Änderungslog von Git zu finden. Kernel und Patch-Dateien sind von zahlreichen Spiegelservern von kernel.org herunterzuladen.

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