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Do, 19. September 2013, 12:42

Software::Cloud

Cloud-Betriebssystem OSv vorgestellt

Minimalistische Betriebssysteme, die Anwendungen in der Cloud unterstützen, sind der letzte Schrei. Mit OSv, das unter Linux und KVM laufen kann, betritt ein neuer Wettbewerber die Bühne.

Nachdem Clouds immer mehr an Popularität gewannen, kam notwendigerweise die Idee auf, die in den virtuellen Maschinen laufenden Betriebssysteme zu minimieren, da sie ja einerseits auf einer standardisierten Maschine laufen und andererseits der Hypervisor bereits viele Dinge erledigt und die ultimative Kontrolle übernimmt. Solche »Just Enough Operating Systems« (JEOS) enthalten aber weiterhin einem Kernel mit weitgehend kompletten Features und die wichtigsten Userspace-Werkzeuge, womit sie in der Lage sind, wie ein normales System alle erdenklichen Anwendungen auszuführen.

Im nächsten Schritt kam dann die Idee auf, die virtuelle Maschine auf eine einzige Anwendung und einen Nutzer zu beschränken. Diesen Ansatz verfolgen mittlerweile verschiedene Hersteller und Entwicklergruppen, beispielsweise auch NetBSD mit den sogenannten Rump-Kernels, die momentan in erster Linie für Xen gedacht sind.

Eine Entwicklergruppe um Pekka Enberg (der vor zweieinhalb Jahren eine speziell an KVM angepasste virtuelle Maschine namens »Native Linux KVM Tool« initiiert hatte), hat nun OSv 0.0.1 angekündigt, das eine neue Alternative darstellen soll. Es ist ein Betriebssystem, das darauf optimiert wurde, eine und nur eine Anwendung in einer virtuellen Maschine auszuführen. Wie bereits an der BSD-Lizenz ersichtlich, handelt es sich dabei nicht um einen abgespeckten Linux-Kernel. Vielmehr stellt OSv in einigen Teilen eine Neuentwicklung von Grund auf dar, die in C++ geschrieben ist. Ein großer Teil wurde dagegen von FreeBSD ausgeliehen, so dass man auf viel bereits Vorhandenes aufbauen konnte. Zudem scheint ZFS das favorisierte Dateisystem zu sein.

OSv läuft derzeit nur unter KVM mit Qemu, Xen und Amazon EC2, eine Portierung auf andere Hypervisoren wie Xen ist wohl geplant. Der Quellcode ist auf Github zu finden. Eine Homepage wurde auf osv.io angelegt. Weitere Informationen findet man auch in einer Präsentation von der Konferenz CloudOpen.

Die Entwickler glauben, dass OSv eine höhere Geschwindigkeit als normale virtualisierte Betriebssysteme erreichen kann. Denn es verzichtet auf die Trennung zwischen Kernel- und Anwendungsspeicher, da es nur auf das Ausführen einer Anwendung ausgelegt ist (Multitasking wird aber offenbar weiter unterstützt, da man sich beispielsweise mit SSH ins System einloggen kann). Dadurch entfällt ein Teil der Speicherverwaltung, große Speicherseiten können effektiver genutzt werden und die Speicherallokierung kann künftig noch weiter optimiert werden. Für die Sicherheit sorgt hauptsächlich der Hypervisor. Besonders ist das System wohl auf die Ausführung einer Java- oder ähnlichen VM ausgelegt, die direkt ins System integriert werden soll.

Hinter OSv steckt die Firma Cloudius Systems, der neben Enberg auch recht bekannte Linux- und KVM-Entwickler wie Glauber Costa, Avi Kivity und Christoph Hellwig angehören.

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