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Fr, 27. September 2013, 08:00

Gesellschaft::Politik/Recht

FSFE gegen Routerzwang

Immer mehr Provider untersagen ihren Kunden, beliebige Router zu verwenden. Die FSFE wendet sich nun in einem Schreiben an die Bundesnetzagentur gegen diese Tendenz.

FSFE

Netzpolitik.org hatte bereits im Juni über die Problematik berichtet. Nach Ansicht der Publikation schreiben immer mehr Provider ihren Kunden einen bestimmten, normalerweise von ihnen zur Verfügung gestellten (DSL- oder Kabel-) Router vor und verstoßen damit gegen ein weiteres Prinzip der Netzneutralität. Nach einem Workshop Ende Juni bittet die Bundesnetzagentur nun um Stellungnahme. Die Free Software Foundation Europe (FSFE) hat zusammen mit Mirko Vogt von OpenWrt eine solche Stellungnahme erarbeitet. Der vollständige Text des Schreibens ist im Blog der FSFE nachzulesen.

Die FSFE ist der Ansicht, dass die Maßnahmen der Provider das grundlegende Prinzip in Frage stellen, dass Benutzer selbstbestimmt Computer einsetzen können. Denn nichts anderes als Computer sind diese Router, die viele weit über das Routing hinausgehende Funktionen übernehmen können. »Durch die Zwangsverwaltung und Vorschrift der zu verwendenden Hardware der ISPs verliert der Kunde jedoch die volle Kontrolle über seinen Internetanschluss«, schreibt die FSFE.

Doch die Provider laufen mit ihrer Maßnahme in selbst verursachte Schwierigkeiten: Da der Kunde nicht in den Router eingreifen kann, kann er auch nicht selbst seinen Internet-Anschluss abzusichern, wozu er gesetzlich verpflichtet ist. Diese Pflicht muss somit wohl an den Provider fallen, der auch jegliche Haftung für eventuelle Schäden übernehmen muss, außer er kann nachweisen, dass der Router – beispielsweise durch unbemerkten Einbruch von außerhalb in die Firmware – nicht Teil des Problems war.

Ein weiteres Problem ist laut FSFE die Monokultur, die durch die auf wenige Modelle beschränkten Router entsteht. Es kam schon 2012 zu Sicherheitslücken, die von den Benutzern nicht behoben werden konnten, sondern nur durch ein Update seitens des Providers. Doch dieses kommt aus finanziellen Gründen oder bedingt durch interne Prozesse bei den Providern entweder spät oder gar nicht. Durch die große Masse an Routern wird dies auch für Kriminelle interessant. So besteht eines der größten Botnetze aus Routern, schreibt die FSFE.

Die Free Software Foundation Europe sieht ferner durch das Bündeln von Internet-Zugängen und Geräten die Gefahr, dass Wettbewerber von Router-Hardware und -Software aus dem Markt verdrängt werden, die Preise für Router-Hardware stark steigen und nur wenige Anbieter verbleiben werden.

Weitere schädliche Auswirkungen entstehen dadurch, dass die Provider den Nutzern gar nicht mehr die Zugangsdaten mitteilen, da sie ja den Router kontrollieren. In diesem Fall können die Nutzer nicht mehr auf alternative Geräte ausweichen, die beispielsweise Sicherheit und Privatsphäre besser schützen als die Geräte der Provider. Außerdem sind sie gezwungen, für Zusatzfunktionen weitere Geräte anzuschaffen, obwohl der Router diese Funktionen übernehmen könnte. Verbraucher sind bei einem Anbieterwechsel zu einem Hardwarewechsel gezwungen, während die alte Hardware für sie nutzlos wird und entsorgt werden muss.

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Kommentare (Insgesamt: 17 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[2]: Und andere Geräte? (Matthias L., Sa, 28. September 2013)
Re[2]: Und andere Geräte? (Waschmeister, Sa, 28. September 2013)
Re[3]: Und andere Geräte? (Waschmeister, Sa, 28. September 2013)
Re[2]: Und andere Geräte? (Waschmittel, Fr, 27. September 2013)
Re: Und andere Geräte? (nachbarnebenan, Fr, 27. September 2013)
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