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So, 29. September 2013, 17:50

Software::UNIX

GNU Hurd 0.5 erschienen

Das GNU-Projekt hat zu seinem 30. Geburtstag Version 0.5 des freien Unix-ähnlichen Kernels Hurd freigegeben. Er läuft auf dem Microkernel GNU Mach, der gleichzeitig in Version 1.4 erschienen ist.

Gnu Hurd

Hurd ist der offizielle Kernel von GNU und stellt eine Sammlung von Servern dar, die auf dem Microkernel GNU/Mach laufen und Dateisysteme, Netzprotokolle, Zugriffskontrolle und alle anderen Features Unix-ähnlicher Kernel implementieren. Die Entwicklung begann 1990, also kurz vor der von Linux, durch eine Entwicklergruppe der Free Software Foundation (FSF), wurde aber bald zugunsten der Verwendung von Linux eingeschränkt. So wurde Hurd erst lange nach Linux in der Praxis benutzbar, und auch das nur bedingt. GNU/Hurd-Distributionen gibt es unter anderem von Debian und Arch Linux (ArchHurd).

Pünktlich zum 30. Geburtstag von GNU haben die Entwickler eine neue Version von Hurd veröffentlicht. Hurd 0.5 ist tatsächlich die erste Veröffentlichung mit Versionsnummer seit 16 Jahren, als Version 0.2 erschien. In dieser Zeit wurden zahllose Verbesserungen vorgenommen, und der Quellcode wird mittlerweile mit Git verwaltet. Hurd läuft auf 32 Bit X86-Systemen, eine Portierung auf 64 Bit ist jedoch in Arbeit. Aufgrund der wenigen vorhandenen Treiber dürfte Hurd am besten in virtuellen Maschinen laufen, es existieren jedoch auch Systeme, auch im Internet, auf denen Hurd nativ läuft.

Einige der Änderungen, die auch das Änderungslog nicht vollständig aufzählen kann, sind Thread-Local Storage, Umstellung auf pthreads, Unterstützung großer ext2-Dateisysteme, ein mtab-Translator, IPv6-Unterstützung in pfinet und einiges mehr.

Gleichzeitig fußt Hurd nun auf der neuen Version 1.4 des Microkernels GNU Mach. GNU Mach ist ein Fork des ursprünglichen Mach-Kernels, der nach Angaben des Projekts immer noch kompatibel mit Mach 3.0 ist, dabei aber äußerst robust und skalierbar. In den elf Jahren seit Version 1.3 gab es zu viele Änderungen, um alle aufzuzählen. Unter anderem wurde eine Portierung auf Xen vorgenommen mit einfacher Unterstützung für die PAE-Adresserweiterung, ein AHCI-Treiber für SATA-Festplatten entwickelt, ein SLAB-Speicherallokator anstelle des früheren Zonenallokators implementiert, Unterstützung für Speicherobjekt-Proxys hinzugefügt, Zugriffsbeschränkungen für I/O-Ports ermöglicht und PCMCIA-Unterstützung via pcmcia-cs hinzugefügt.

Zu GNU Mach gehört auch der Mach 3.0 Interface Generator (MIG), der ebenfalls in einer neuen Version 1.4 freigegeben wurde. MIG übersetzt Definitionen für Remote Procedure Call (RPC) in C-Code und ist damit ein wichtiges Hilfsmittel für die Interprozesskommunikation in Hurd.

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