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Mi, 2. Oktober 2013, 12:43

Software::Distributionen::Ubuntu

Ubuntu verschiebt Display-Server Mir

Der Display-Server Mir wird nicht rechtzeitig fertig, um ihn im kommenden Ubuntu 13.10 einzusetzen. In Ubuntu Touch soll Mir aber wie vorgesehen eingesetzt werden.

Canonical

Mir ist der Versuch von Canonical, einen eigenen Display-Server zu entwickeln, der ähnlich wie Wayland das Compositing optimiert, das in X11 einen Flaschenhals darstellt. Das Unternehmen hatte einige Gründe angegeben, warum es nicht mit Wayland zusammenarbeiten konnte, wurde aber trotzdem sehr heftig dafür kritisiert, zumal diese Argumente nicht sehr fundiert erschienen.

Der Plan von Canonical sah vor, Mir zusammen mit XMir und Unity 7 in Ubuntu 13.10 zum Einsatz zu bringen, obwohl Mir vermutlich erst seit Anfang des Jahres entwickelt wird und damit grundsätzlich nicht sehr ausgereift sein kann. Nicht für alle Grafikchips stehen bisher Treiber für Mir zur Verfügung. Für diese Chips sollte weiterhin X11 zum Einsatz kommen.

Den Ubuntu-Derivaten wurde freigestellt, ob sie Mir und XMir einsetzen, um die überwiegend noch nicht an Mir angepassten Desktops und Anwendungen zu betreiben, oder an X11 festhalten. Soweit diese XMir getestet haben, scheinen die Ergebnisse jedoch sehr unerfreulich gewesen zu sein: Xubuntu kündigte im August an, bei X11 zu bleiben, wobei hauptsächlich Geschwindigkeitsprobleme bei XMir zitiert wurden. XMir ist die Zwischenschicht, die es ermöglicht, unveränderte X11-Anwendungen unter Mir zu betreiben, ohne dass der X-Server benötigt wird. Auch Kubuntu wird wohl bei X11 bleiben, da sich KDE gegen Mir entschieden hat.

Oliver Ries von Canonical musste jetzt so schwerwiegende technische Probleme mit XMir einräumen, dass die Verwendung von Mir und XMir auch in Ubuntu 13.10 abgesagt wurde. Ries schreibt dazu, dass Mir gewaltige Fortschritte gemacht habe und im Ubuntu-Archiv zur Nutzung bereitsteht, dass es aber noch einige Qualitätsprobleme gebe. Die meisten dieser Probleme beträfen XMir. Mängel gebe es vor allem noch bei der Unterstützung mehrerer Monitore. Daher wolle man den Benutzern von Ubuntu 13.10 XMir noch nicht zumuten und bleibe daher bei der stabilen Lösung X11. Der Kern von Mir sei dagegen stabil, versichert Ries. Für alle, die Mir und XMir gerne ausprobieren würden, stehen die Pakete im Archiv als optionale Konfiguration zur Verfügung.

Eine andere Situation ergibt sich bei Ubuntu Touch, dessen erste Version am 17. Oktober zusammen mit Ubuntu 13.10 erscheinen soll. Hier wird XMir nicht benötigt, und es wird eine weiterentwickelte Version von Unity eingesetzt. Der Plan, in Ubuntu Touch, Mir und Unity 8 auszuliefern, bleibt daher unangetastet.

Da Mir eigene Grafiktreiber benötigt, stellt sich natürlich die Frage, welche Hersteller das System unterstützen werden. Intel will wohl offiziell nichts mir Mir zu tun haben, die Intel-Treiber sind jedoch frei und Canonical kann entsprechende Patches selbst pflegen. Canonical steht offenbar in Verhandlungen mit anderen Herstellern, und laut Ries machen die Gespräche Fortschritte. Es können jedoch noch keine Details verraten werden. Für alle weiteren Informationen hat Canonical ein FAQ zusammengestellt.

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