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Do, 10. Oktober 2013, 09:32

Gesellschaft::Politik/Recht

Neue Open-Data-Geolizenz in der Diskussion

Eine neue Plattform der Bundesregierung für die Lizenzierung von Geodaten der öffentlichen Hand wurde dieser Tage freigeschaltet. Das gewählte Lizenzmodell ist nicht ganz unumstritten.

Zu Beginn des Jahres 2011 beschloss der »Interministerielle Ausschuss für Geoinformation des Bundes« (IMAGI), der internen Arbeitsgruppe »Kosten- und Lizenzfragen« den Auftrag zum Aufbau und zur Koordinierung eines Modellvorhabens zur Erprobung eines bundesweit einheitlichen Lizenzierungsprozesses für die Bereitstellung staatlicher Geoinformationen zu erteilen. Das Modellprojekt endete nach 15 Monaten am 31. Dezember 2012.

Ziel des Modellvorhabens war es, neben einer Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen im GeodatenZugangsGesetz (GeoZG), die Erprobung eines bundesweit und verwaltungsübergreifend einheitlichen, einfachen Lizenz- und Kostenmodells. Geprüft werden sollte, ob mit der bei der Kommission für GeoInformationsWirtschaft des Bundeswirtschaftsministeriums (GIW) entwickelten Standardlizenz namens »GeoLizenz« eine vereinfachte und standardisierte Bereitstellung und Nutzung von Geodaten und Geodatendiensten in Form einer »Klick-Lizenzierung« den Markt für staatliche Geoinformationen aktivieren kann.

Das Ergebnis ist eine Lizenz für Geodaten in neun Varianten. Der Grund hierfür liegt, so Jörg Reichling, Geschäftsführer der GIW-Kommission, in der bisherigen, unüberschaubaren Anzahl an Lizenzen für öffentliche Geodaten auf Länderebene, die eine wirtschaftlich sinnvolle Verwendung unmöglich machte.

Unter Mitwirkung der Open Knowledge Foundation Deutschland (OKF) und Wikimedia Deutschland ist eine der Lizenzen als Open-Data-Lizenz ausgelegt. Die GIW-Kommission sieht die GeoLizenz V1.2.1-Open als kompatibel mit den Kriterien für Open Data und als den »Schulterschluss zu anderen offenen Lizenzen«, so Reichling.

Daniel Dietrich von der OKF erklärt, seine Organisation, die bereits die Ausgestaltung von govdata.de kritisch begleitet hatte, habe zwar bei der Definition der offenen Variante mitgewirkt, könne diese aber nicht voll unterstützen. Außerdem müsse noch geprüft werden, ob »GeoLizenz V1.2.1-Open« die Kriterien der Organisation Open Definition erfülle.

Mathias Schindler von Wikimedia Deutschland sieht die neue Open-Data-Geolizenz im Vergleich mit den Creative-Commons-Lizenzen »bestenfalls als überflüssig« an, da sie genau das leiste, was Creative-Commons-BY bereits bietet. Das neue Geolizenz-Portal des Bundes sei trotzdem durchaus interessant für Anbieter und Nutzer, so Schindler.

Erst vor wenigen Tagen wurden Berliner Geodaten über das Geoportal der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt kostenfrei zugänglich gemacht.

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